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Alle Rezensionen zu Johanna Sulkunen Sonority
(Genre »Avantgarde«, Land »Dänemark«)

 

Koan
(LP, 2018, ILK/New Arts International The Orchard ILK276LP)

Johanna Elina Sulkunen, ursprünglich aus Finnland, seit knapp zehn Jahren in Kopenhagen beheimatet, trat zuletzt mit zwei zauberhaften popaffinen Alben unter ihren beiden Vornamen in Erscheinung. Mit »BELONGING« konnte sie sogar eine Nominierung für einen dänischen Musikpreis verbuchen. Für ihr neues, komplett im Alleingang entstandenes Album rief sie den Projekttitel »Sonority« ins Leben und entfernte sich radikal von dem Stil, mit dem man ihren Namen bislang verknüpfte.

Dass »KOAN« als LP bei einem unserer Lieblingslabels, ILK, veröffentlicht wurde, führt indes ebenfalls auf eine falsche Spur, denn mit Jazz und zeitgenössischer Komposition hat das Projekt ebenso wenig gemein. Entfernte Verbindungen bestehen allenfalls zu den Werken ihrer (Label-)Kolleginnen Maria Faust, Qarin Wikström und Katrine Amsler (alias Shitney) oder zu frei schwebenden Vokalistinnen wie Mari Kvien Brunvoll oder Sidsel Endresen. Wobei auch dies falsche Erwartungen weckt, denn eine gute Portion Klangforschung-Avantgarde und Ambient-Poesie zwischen Field Recordings und intensiv elektronisch bearbeiteten Stimmaufnahmen katapultiert Sulkunens 34-minütige Suite in sieben Kapiteln rigoros aus allen Schubladen und Genres. Da kann es schon mal vorkommen, dass man sich an einen Vogelangriff aus Hitchcocks Filmklassiker erinnert oder an Jon Hassells abgespaceteste Sound-Exkursionen an die Ränder der Musik. Mit seiner kleinteilig ausgestalteten Solo-Komposition ist »KOAN« näher an zeitgemäßen, komplex geschichteten Vokal- und Soundwelten von Holly Herndon und Kolleginnen als an allem, was man hierzulande sonst aus dem Hause ILK und aus der Kopenhagener (Jazz-)Szene zu Gehör bekommt.

Allein, man wünscht sich allzu oft, die einzelnen Stücke hätten für sich genommen jeweils mehr schlagkräftige Präsenz, eine gewisse Sogwirkung auch in der Song- bzw. Kompositionsstruktur, die über das »otherworldly feeling« hinausgreifen oder dem an sich gar nicht so langen Opus zu einer Transzendenz verhelfen würde. Letztlich bleibt die Empfehlung zu erwähnen, das Album eher per Kopfhörer zu erleben als über analoge LP - es sei denn, man hat eine außerordentlich feingliedrige High-End-Anlage in akustisch astreiner Umgebung zur Verfügung. (ijb)



Siehe auch:
Johanna Elina
Maria Faust, Qarin Wikström & Katrine Amsler
Mari Kvien Brunvoll
Kostcirkeln

Johanna Sulkunen: Koan

Offizielle Website

Offizielle Website      www.johannaelinasulkunen.com



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