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Alle Rezensionen zu Ulf Wakenius
(Genre »Jazz«, Land »Schweden«)

 

Vagabond
(2012, ACT/Contraire ACT9523-2)

Aus aller Herren Länder holt sich Ulf Wakenius Inspirationen und bastelt daraus eine schöne Klänge- und Bildersammlung. Mit ausschließlich akustischen Gitarren (nebst Oud) und Lars Danielsson (b, cello), dazu ein bißchen Percussion und Stimme, aber vor allem mit Vincent Peirani: Der Akkordeonist ist mit flinken Fingern und blindem Verständnis kongenialer Partner, ebenso präsent wie Wakenius. Häufig übernimmt Peirani die Führung, über die dann Wakenius feurige Linien fliegen lässt.

Das Titelstück klingt nach Vorderasien, auch »Bretagne« und »Breakfast In Baghdad« entführen den Hörer zu musikalischen Abenteuern. Neben Kompositionen von Wakenius und Danielsson passen sich Stücke von Attila Zoller und Lyle Mays wunderbar ein. Im Großen und Ganzen ist das ein feines und in sich stimmiges Werk, doch die Begeisterung über weite Strecken wird getrübt von ein paar Wermutstropfen: Jim Peppers Hymne »Witchi Tai-To« verliert durch die fehlende Refrain-Melodie viel Faszination, Wakenius' Indianer-Gesang hilft auch nicht. Gar nicht in das Album passt »Message In A Bottle« von Police, das hier mit Gastsängerin Youn Sun Nah zwar recht eigenständig (und gut!) daher kommt, aber wohl doch nur von der Plattenfirma als Marketing-Gag auf die Scheibe gemogelt wurde. (tjk)



Siehe auch:
Lars Danielsson
Niels-Henning Ørsted Pedersen, Ulf Wakenius, Jonas Johansen
Youn Sun Nah
Jesper Bodilsen

Ulf Wakenius: Vagabond

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.ulfwakenius.com

   

Momento Magico
(2014, ACT/Contraire ACT9565-2)

Das Daniel-Richter-Motiv auf dem Cover macht die enge Verwandtschaft zum Vorgänger »Vagabond« sofort offensichtlich: Als Geschwisterwerk ist »MOMENTO MAGICO« die konsequente Fortschreibung von Wakenius' bisherigen, durchweg auf der Suche nach dem »magischen Moment« hinweisenden ACT-Alben. Y magico - estos son los momentos!

Beginnend mit Magnus Öströms »Ballad for E[sbjörn Svensson]« mutet die Zusammenstellung der 13 Lieder über weite Strecken wie eine leise autobiografische Erzählung an. So kombiniert der schwedische Gitarrist hier —in einer verdichteten Weise der Form vorhergehender CDs— ihm wertvolle Stücke von Inspirationsgebern und Freunden (Danielsson, Satie etc.) und einiger eigener Werke, die mal von fernen Klangkörpern (Hindustani, Mali, China), mal von nahen Freunden und musikalischen Partnern (Youn Sun Nah, Peterson usw.) angeregt wurden. Und vor allem erleben wir Wakenius hier vollkommen alleine, an klassischer, Steel- und Bassgitarre, durchweg akustisch, was den intimen Eindruck, selbst in den expressiveren, flotteren Stücken, emotional eindringlich und sensibel bekräftigt. (ijb)



Siehe auch:
Magnus Öström

   

Love Is Real
(2008, ACT/Contraire 9459-2)

Sind die Kompositionen des Pianisten Esbjörn Svensson mit dessen Klaviertrio aufs Engste verknüpft oder lassen sie sich auch in anderem Kontext spielen, wird sich Ulf Wakenius gefragt haben, und die Antwort vorweg: Wakenius gelingt eine wunderbare CD.

Lars Danielsson (b, cello), Morten Lund (dr, perc) und Lars Jansson am Piano halten sich auffallend zurück; dafür sorgen die Trompeter Till Brönner und Paolo Fresu und Posaunist Nils Landgren bei jeweils einem Stück für solistische Beiträge. Sehr gelungen ist auch der klangliche Background durch das Wiener Radio String Quartett bei mehreren Stücken. Wakenius verändert die Stücke nicht von Grund auf; er belässt ihnen ihre Struktur und Stimmung, aber er verwandelt Klavier- in Gitarrenmusik, holt aus der akustischen Gitarre sämtliche klanglichen Facetten, lässt Flageoletts glitzern und jagt auch mal mit Höllentempo über das Griffbrett. Höhepunkte sind die selben wie bei e.s.t.: Genannt seien »Seven Days Of Falling«, »Dodge The Dodo«, die traumhafte Ballade »Believe, Beleft, Below« und »Good Morning Susie Soho«.

Esbjörn Svensson starb etwa zwei Monate nach Erscheinen dieser CD beim Tauchen vor Stockholm. (tjk)

   

Notes From The Heart
(2005, ACT/Contraire ACT9435-2)

Keith Jarrett zählt für Ulf Wakenius – neben Oscar Peterson und Herbie Hancock – zu den größten Jazz-Pianisten. Und in der Tat: Blickt man zurück auf Jarretts gewaltiges Œvre, stößt man immer wieder auf zahlreiche geniale Kompositionen. Dass aber nun ausgerechnet ein Gitarrist eine Hommage an den großen Pianisten unternimmt, verwundert. Ist es wirklich möglich, Jarretts rhythmische Finesse und polyphone Melodienführung auf der semiakustischen Gitarre nachzuempfinden? Ja, wenn man die Klasse von Ulf Wakenius hat, die Songs entsprechend auswählt und sie von Grund auf neu angeht.

Im Team mit Bassist Lars Danielsson und Drummer Morten Lund nahm sich der Schwede bevorzugt Jarrett-Kompositionen mit einer einfachen, klaren Melodie vor oder solche, die vor allem von einem anschiebendem Groove leben. Ein Vergleich mit den Originalen wäre freilich müßig – man sollte sich einfach nur erfreuen an dieser liebevollen, dank des legendären Tonmeisters Jan-Erik Kongshaug auch klangtechnisch brillanten Trio-Platte. (peb)



Siehe auch:
The Best Of Stunt Records Vol. 12
Jesper Bodilsen

   

Forever You
(2004, Stunt/Sunny Moon STUCD 03192)

Sollte jemand Ulf Wakenius nicht kennen, dann ab zum Nachsitzen! Seit langem spielt der Schwede in der Band von Oscar Peterson, aber auch Michael Brecker, Ray Brown, Herbie Hancock, Max Roach, Jack DeJohnette, Roy Hargrove und viele mehr griffen auf seine Gitarrenkünste zurück. Nur solo konnte sich Wakenius noch nicht die verdiente Reputation erarbeiten.

Mit »FOREVER YOU« sollte sich das ändern, denn die Platte ist ein ein Gedicht. Begleitet von Bassist Lars Danielsson, Pianist Carsten Dahl und Drummer Morten Lund schlendert Wakenius durch ein verträumtes Balladen-Repertoire, überwiegend von ihm selbst und Danielsson komponiert. Aber auch Lieder von Pat Metheny, Jerome Kern und Hoagy Carmichael, ja selbst Ryuichi Sakamoto eignet sich das Acoustic-Quartet mühelos an. Die entspannte Natürlichkeit und distinguierte Eleganz fernab von zwanghafter Virtuosität ist beispiellos und wird es wohl lange bleiben. (peb)



Siehe auch:
Carsten Dahl



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