Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu The Empire Line
(Genre »Beats«, Land »Grenzgänger«)

 

Syndicat de la Couture
(EP, 2017, Avian AVN028 12” / DL)

Beim Berliner Label des Engländers Guy Brewer, der auch fürs Coverdesign verantwortlich zeichnet, weiß man, was man bekommt: Industrial-Techno an der Grenze zum Noise, häufig mit kompromissloser Energie. Brewers Alben und EPs unter dem Alias Shifted stellen dies eindrücklich unter Beweis. So legt die EP von The Empire Line, aufgenommen bereits 2015 bei Mayhem (!), einem Ort für Performance und Proben in Kopenhagen, mit »Fragrance Arpège« gleich einen herben Track voller flirrend-enervierender Klänge und versteckten Vocals vor, die manch zarteres Gemüt direkt die Flucht antreten lassen dürften.

Hinter dem Projektnamen verbergen sich der Schwede Jonas Rönnberg (aka Varg) und Christian Stadsgaard aus Dänemark, beide in ihrer jeweiligen Heimat erfahrene Labelmacher im elektronischen Segment. Ihre 26-minütige Platte »SYNDICAT DE LA COUTURE« weist das Duo als vielseitige experimentelle Grenzgänger aus, die sicher den Club bedienen könnten, wie das recht geradlinige Titelstück beweist, mehr Interesse haben sie jedoch offenkundig daran, in die Untiefen von dunklen Atmosphären und ungemütlichem Noise mit bedrückenden Drones vorzudringen. Die vier Tracks faszinieren mit einer schattenhaften Techno-Energie, die alles andere als zimperlich auftritt - worin letztlich auch eine entscheidende Stärke dieser Scheibe liegt. Schade nur, dass die beiden Musiker manchmal nicht so recht wissen, wie sie ihre Soundideen in einer prägnanten, überzeugenden Song- bzw. Trackstruktur verdichten. »Cafe Anglais« würde man über seine acht Minuten gerne mal irgendwo ankommen sehen; »Syndicat de la Couture«, das an sich starke Abschlusstück, wird etwas unmotiviert nach sechs Minuten einfach ausgeblendet. Wir sind gespannt auf ein Album. (ijb)



Siehe auch:
Varg
Peder Mannerfelt
Christian Stadsgaard / Damien Dubrovnik
SHXCXCHCXSH

The Empire Line: Syndicat de la Couture

Video-Link

   

Rave
(2017, Northern Electronics NE43 LP/DL)

Ein Jahr nach ihrer starken EP legen The Empire Line ihr Debütalbum vor: Mit 33 Minuten Laufzeit ist »RAVE« zwar nur wenig länger als die 26-minütige Platte »SYNDICAT DE LA COUTURE«, doch besticht es mit Power, Raffinesse und Dichte, so dass die gute halbe Stunde wie im Flug vergeht. Und während The Empire Line zuvor als Duo in Erscheinung traten, präsentieren sie sich nun mit Isak Hansen als Trio.

Der Titel »RAVE« führt vielleicht ein wenig in die Irre, denn mit dem, was man gemeinhin unter Rave versteht, hat die LP nicht wirklich etwas im Sinn. Körperlich ist ihr Entwurf von Techno allerdings, auch wenn die ersten beiden Tracks noch verhalten bleiben. Erster Höhepunkt ist gleich die gelungene Hommage an den einflussreichen, 2017 früh verstorbenen Elektronik-Meister Mika Vainio, nach seinem Alias »Ø« betitelt. Doch ab »Herrensauna«(!) kommt mehr und mehr Stadsgaards Stimme zum Einsatz, und die Musik nimmt stärkere Industrial-Züge an, mit kleinen fiesen Metallklängen und unverständlichem, unheimlichem Geschrei, das langsam wie aus der Ferne näher kommt. Auch die weiteren drei Tracks positionieren sich souverän zwischen Industrial, Noise und Techno, mit erfolgreichem Pan-Sonic-Einfluss. (ijb)



Siehe auch:
Mika Vainio aka Ø
Pan Sonic



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2018, Design & Programmierung: Polarpixel