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Alle Rezensionen zu Sivert Høyem
(Genre »Rock«, Land »Norwegen«)

 

Endless Love
(2014, Hektor Grammofon/Rough Trade HEKTORCD04)

Wer sich noch an Madrugada erinnert, wird bestätigen: Diese Band war – zumindest am Anfang – richtig, richtig gut. Der Tod des Gitarristen Robert Borås beendete damals die Karriere der nordnorwegischen Band, die auf dem Weg war, ohne Mühe Chris Isaac zu überholen. Besonders Sänger Sivert Høyem prägte mit seiner stark Blues- und Gospel-gefärbten Stimme entscheidend den düster-melancholischen Sound. Seine Solo-Alben konnten diesen Charme meist nicht erreichen; wenn man den einstigen Madrugada-Sänger aber nicht an der hohen Leistung seiner früheren Band misst, kann man »ENDLESS LOVE« aber durchaus als formidablen Düsterrock auf den Spuren von Nick Cave oder den Doors würdigen.

Während der Aufnahmen musste Høyem abermals einen Schicksalsschlag hinnehmen: Es starb sein Manager, der ihn während seiner kompletten Karriere begleitete. Inwieweit das die Musik des Albums beeinflusste, wissen wir nicht. Aber wir wissen, dass seine schwere, samtig-weiche Stimme noch immer butterweich ins Herz schneidet. Obwohl sich sich auch in krachig-lautem Rock bewährt, bleibt Sivert Høyem diesmal eher verhalten und introvertiert. »ENDLESS LOVE« – der Titelsong erzählt übrigens mitnichten die Geschichte einer glücklichen Liebe – ist ein Album zum wiederholten Hören; es wird den Hörer eine ganze Zeitlang begleiten und nicht mehr so schnell loslassen. (peb)



Siehe auch:
Madrugada
Satyricon


Zum Artikel über Sivert Høyem

Sivert Høyem: Endless Love

Offizielle Website

Offizielle Website      www.siverthoyem.com

   

Lioness
(2016, Hector Grammofon/Rough Trade HEKTORCD06)

Von samtiger Schwärze: Sivert Høyem ist auf seinem sechsten Soloalbum »LIONESS« der Dandy der Düsternis. Elegant, leidenschaftlich und erwachsen geht es hier mitten ins Herz der Nacht. Der ehemalige Madrugada-Sänger mit dem markanten Bariton ist erneut der Mann, der die verlorenen Seelen zur Mitternachtsstunde um sich versammelt, um über Nachtmahre, Träume und die heilsame Kraft des Schlafes nachzudenken. Wenn die süße Ruhe denn kommen würde! »We´re better when we´re fast asleep« singt Høyem im Opener »Sleepwalking Man«. Bloß nicht! Die dunklen Meditationen des Norwegers würden uns fehlen!

»LIONESS« überzeugt nicht nur mit Nocturne-Ästhetik, sondern auch mit einer satten, samtigen Instrumentierung, die trotz Streicher- und Harmoniumklang mitunter an klassischen Kammerjazz erinnert. Aber Høyem hat außer Rock und Blues auch noch den Soul in der Stimme, wie er im stimmungsvollen Duett mit der der Sängerin Marie Munroe im Track »My Thieving Heart« beweist. Aber die Paten, die über diesem Album wachen, heißen sicherlich Leonard Cohen und Nick Cave. Die ebensowenig wie Høyem an die Erlösung glauben. (emv)

   

Ladies And Gentlemen Of The Opposition
(2004, Virgin/EMI 7243.577445.2)

Schwer schleppende Drums, ein wummernder Bass, dann setzen angezerrte Gitarren ein, reiben sich aneinander und schmirgeln den Weg eben für diese Stimme. Sie hält alles zusammen, kehlig, rau, eindringlich. »Diese Stimme« gehört dem Madrugada-Sänger Sivert Høyem, der sein Solo-Debüt mit Songs füllte, die zu »far out« für seine Band waren. Darunter fallen Einflüsse von schwedischer Folklore bis hin zu irischen Trinkliedern, kondensiert in knorrigem, oft ein wenig an staubigen Americana erinnernden Rock'n'Roll.

Bei dem Norweger klingt das allerdings langsamer, weicher und seidiger, als man es erwarten würde. Tchad Blake (Tom Waits, Los Lobos und Neil Finn) war sicher der denkbar beste Produzent: Er wusste, dass man derart prächtige Songs nicht in ihrer ganzen Schönheit absaufen lassen darf, sondern sie mit Ecken und Kanten kontrastieren muss, um wahrhafte Spannung zu erzeugen. (peb)



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