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Alle Rezensionen zu Jonas Kasper Jensen
(Genre »Avantgarde«, Land »Dänemark«)

 

Layers of Bridges
(2017, clang/clang.cl clang048)

Hier fehlt mal wieder die Kategorie »Drone/Noise«, denn auch wenn Jonas Kasper Jensens Schaffen als Absolvent der Frankfurter Städelschule eher im Kunstkontext und in der Arbeit mit verschiedenen Medien zu verorten ist, so ist dies immerhin bereits sein drittes Album, und man kann ihn gut als versierten Elektronikmusiker oder -komponisten einordnen. »LAYERS OF BRIDGES« setzt sich zusammen aus sieben, jeweils haargenau fünfeinhalb Minuten langen Stücken, die sehr kraftvoll unterschiedliche Kapitel einer Noise-Saga bilden.

Wunderbar geeignet zum lauten Hörgenuss sind diese »multidimensionalen, skulpturalen Landschaften«, wie der Künstler sie beschreibt. Ein Stück klingt mit seinen metallischen Industriegeräuschen wie aus der Klangkulisse einer Fabrik zusammengebaut, wobei mancher womöglich wehmütig an das Werk des kürzlich viel zu früh verstorbenen Meisters und Pioniers des Genres, Mika Vainio denken mag; ein anderes erinnert vage an die Space-Trips eines Ligeti... Doch Jensen ist kein lahmer Nachmacher, er ist auf der Suche nach einer eigenen Klangwelt, und häufiger als nicht gelingt ihm das auch. Ob die sekundengenaue Beschränkung im Albumkontext wirklich notwendig war, bleibt indes ein wenig fraglich: Manches mal endet ein Stück zu abrupt, Kompositionen werden einfach ausgeblendet statt zu einem schlüssigen Ende geführt. Das ist schade, aber tut dem Album nur geringen Abbruch. (ijb)



Siehe auch:
Lars Graugaard
Mika Vainio
Rasmus Fisker

Jonas Kasper Jensen: Layers of Bridges

Offizielle Website

Offizielle Website      http://jonaskasperjensen.com

   

Within The Temporal Experience
(2018, clang/clang.cl clang060 DL)

Gegenüber dem Vorgänger, Jensens Debüt »LAYERS OF BRIDGES« beim Avantgarde- und Elektro-Label clang, ist »WITHIN THE TEMPORAL EXISTENCE« nun homogener, schwebender und auch durchweg wärmer geworden. Ob es daran liegt, dass der Künstler diesmal die Suche nach den Grenzen zwischen »echter« Musik und »nacktem Klang« verfolgte? Verschiedene Stile und Ansätze zu erforschen, bezeichnet der einstige Städel-Absolvent als eine seiner Hauptinteressen, wobei sich zugleich, bei aller stilistischen Andersartigkeit, eine konsequente Weiterführung seiner spezifischen künstlerischen Herangehensweise von Klang als Objekt abzeichnet. Die sechs Stücke des 32-minütigen digitalen Albums habe er »als Strukturen verfremdeter Aufnahmen von Streichinstrumenten komponiert« (Infotext): Jensens erstes Album mit »klassischen« Elementen.

Die industriell angehauchten, enervierenden Klangbilder des vorigen Albums sucht man hier also vergeblich, dem Drone-Genre bleibt Jensen indes verbunden, wie es bei dieser Art physischer Klangskulptur-Kompositionen im Grenzbereich von Sound Art, elektronischer Avantgarde und bildender Kunst nicht selten der Fall ist. Mag ihm auch kein Album gelungen sein, das die Unverwechselbarkeit und Radikalität anderer Künstler auf diesem Gebiet erreicht, so punktet »WITHIN THE TEMPORAL EXISTENCE« doch mit einer atmosphärischen Dichte und einer warmen, harmonischen Homogenität und entfaltet sich weniger skulptural als vielmehr sanft dramatisch in der Zeit. (ijb)

Audio-Link Video-Link



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