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Alle Rezensionen zu Lars Graugaard, Keisuke Matsuno & Moritz Baumgärtner
(Genre »Jazz«, Land »Grenzgänger«)

 

Crumble
(2017, clang/Bandcamp clang055)

Sowohl mit dem Schlagzeuger Moritz Baumgärtner als auch mit dem Gitarristen Keisuke Matsuno ist Lars Graugaard wohl auf Ideen gekommen, die weiter ausgelotet werden wollen. So erscheint ein Jahr nach den spannenden Duoprojekten »INVISIBLE« »WHAT ACTUALLY HAPPENED« (beide auf clang) nun eine neue, ebenfalls spontan in Berlin entstandene Platte, auf der alle drei gemeinsam improvisieren. Da sich E-Gitarrist Keisuke Matsuno in seiner Zeit in New York City maßgeblich im Umfeld von John Zorn und Jim Black bewegt hat, ist »CRUMBLE« eine sehr andere Angelegenheit geworden als das, was sich zuletzt zwischen Baumgärtner und Graugaard abgespielt hat.

Punktuell kann man technoverewandte Elemente heraushören, doch elektronisch und beatorientiert ist »CRUMBLE« fast gar nicht, sondern eher in der Noise- und Jazzecke zu Hause. Das ist ein wenig schade, denn das haben viele andere schon spannender hingelegt, speziell die genannten Einflussgeber. Baumgärtner haut gelegentlich ordentlich zu, um gegen die elektrischen Saiten anzukommen, doch reizvoller sind die Passagen, in denen sich alle drei mehr aufeinander eingrooven und sich zu einem immer wieder psychedelischen Trio entwickeln. Streckenweise fügt sich das erstaunlich toll zu einem mitreißenden und schillernd vielseitigen Klangfluss zwischen Postrock, Noise, Beats, Techno und Drone, speziell im besten Track »Unspoken«. Im letzten Stück, etwa wenn es richtig im Minimalistischen endet, werden gute Erinnerungen an This Heat wach.

Doch nicht immer ist das frei Improvisierte das beste Ergebnis. Noch spannender wäre »CRUMBLE« geworden, wenn die Drei mit dem Material noch etwas mehr gearbeitet hätten, entweder die spontanen Sessions zu konziseren Stücken ausgestaltet oder das Material mutiger mit elektronischer Bearbeitung fortentwickelt. (ijb)



Siehe auch:
Lars Graugaard & Moritz Baumgärtner
Chat Noir
Lars Graugaard
Infernal Machines

Lars Graugaard: Crumble

Offizielle Website

Offizielle Website      https://clanglabel.bandcamp.com

   

Crush
(2018, clang/clang.cl DL Clang 064)

Die Frage muss erlaubt sein, ob »CRUSH«, der Nachfolger zu ein Jahr zuvor veröffentlichten »CRUMBLE«, eine Fortentwicklung des Debüts bietet oder einfach mehr vom selben. Tatsächlich handelt es sich nämlich, anders als die einjährige Zeitspanne zwischen der Veröffentlichung der beiden Kollektionen vermuten ließe, nicht um zwei verschiedene Alben, sondern um weiteres improvisiertes Material derselben Berliner Session am 25. September 2016. Ob dieses internationale Trio zwischen allen Genres die beiden Alben wirklich als solche konzipiert hatte oder ob Graugaard, Matsuno und Baumgärtner vielmehr mit einem gewissen Abstand merkten, dass die »Outtakes« eine eigene Veröffentlichung rechtfertigen, ist nicht bekannt. Gleichwohl bleibt der Eindruck haften, dass »CRUSH« und »CRUMBLE« eigentlich zwei Seiten eines Albums sind und besser als Doppelalbum hätten erscheinen müssen.

»CRUSH« ist nun der etwas lärmigere, streckenweise wildere und ausuferndere kleine Bruder von »CRUMBLE« geworden, was der Qualität der (Download-)Scheibe etwas ungerecht wird. Die rohe, sehr analoge und raumgreifende Energie der fünf Tracks (der längste geht knapp 24 Minuten) verankert »CRUSH« mehr im (Post-)Rock, auch wenn viele Passagen sich in einer etwas muckerhaften Klangekstase, die auch mal in Sound-Design- bzw. Klangkunstgefilde hineingreifen, gefallen. Gute Scheibe, speziell wenn's lärmt. (ijb)



Siehe auch:
Lars Graugaard & Jean-Michael Pilc
Lars from Mars

Audio-Link



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