Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Tuulikki Bartosik
(Genre »Folk«, Land »Grenzgänger«)

 

Storied Sounds
(2017, Nordic Notes/Broken Silence NN091)

Hoch lebe die estnisch-finnisch-walisische Freundschaft! In Zeiten, in denen Slogans wie »mein Land aber bitteschön zuerst und dann lange nichts!« ziemlich salonfähig geworden sind, bereitet diese musikalische Völkerverständigung eine besondere Freude! Die estnische Akkordeonistin Tuulikki Bartosik hat sich auf »STORIED SOUNDS« mit dem Finnen Timo Alakitola am Klavier, dem estnischen Landsmann ille Talsi an der Mandoline sowie dem walisischen Gitarristen Dylan Fowler zusammengetan. Tuulikki Bartosik ist Absolventin der renommierten Sibelius-Akademie in Helsinki und interessiert sich schon seit Studientagen dafür, wie man traditionelle Klänge mit modernen Lebenswelten verbindet. Sie war die Erste, die estnische Volkslieder für das Knopfakkordeon adaptierte! Die musikalischen Mitstreiter kennt sie bereits aus Studientagen!

»STORIED SOUNDS« ist fast rein instrumental eingespielt und überzeugt mit einer souveränen Mischung aus ruhigen, meditativen Klängen, experimentellen Ausflügen wie in »Moon Salutation« und gefühligen Polkas. Also so bunt und vielschichtig wie das Leben selbst! Besonders warmherzig ist »Karins Brudpolska«, eine traditionelle Volksweise, die von Tuulikki Bartosik einfühlsam neu arrangiert wurde. Auch die reiche estnische Natur kommt hier zu Wort, wnn die Musikerin Feldaufnahmen rauschender Bäche wie im Track »November« einfügt oder ganz zart mit Vogelrufen lockt. Das Album ist übrigens eine einzige Liebeserklärung an die vielfältige Landschaft der kleinen Baltenrepublik: Die Musikerin lässt hier ihre Kindheit aufleben: Sie erinnert sich an sorglose Sommerferientage an weißen Ostseestränden, an die endlosen estnischen Wälder, die dunklen skandinavischen Winternächte und sogar an die hässlichen baulichen Hinterlassenschaften der einstigen Sowjetmacht. Diese Songs sind mit liebevollem Pinselstrich gezeichnete Momentaufnahmen fern aller verklärenden Nostalgie! (emv)

Tuulikki Bartosik: Storied Sounds

Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      https://tuulikkibartosik.com

   

Torm Veeklaasis / Tempest In A Teapot
(2019, Nordic Notes/Broken Silence NN 132)

»Je weniger ich höre, desto genauer höre ich zu« sagt Tuulikki Bartosik in den Liner Notes zu ihrer zweiten Solo-CD. Die 1976 in Rakveres geborene Akkordeonistin hat sich schon auf ihrem Debut als Künstlerin gezeigt, die auf sehr eigenständige Weise Tradition und Moderne, Songstrukturen und Improvisation zusammenbringt. Weiter sagt sie: Wenn man seine Traditionen pflegen will, darf man sie nicht isolieren. Um Traditionen am Leben zu erhalten, müssen wir reisen und unsererseits andere Menschen willkommen heißen. – Ob man das den AfD-Wählern erklären kann?

Die sind unter den Bartosik-Hörern kaum zu vermuten, dafür ist ihre Musik zu anspruchsvoll und zu komplex. Auf »TORM VEEKLAASIS« entfacht sie keinen Sturm im Wasserglas, sondern erzählt nur mit ihrem Akkordeon Geschichten. Von ihrer Heimat im Süden Estlands, von einer 16-köpfigen Flüchtlingsgruppe, die 1945 vor Stalin in einem Vergnügungsboot von Estland über Schweden, Irland und Portugal nach Amerika fuhren. Bartosik nimmt Elemente traditioneller Volkslieder und verwebt diese mit eigenen Melodien, sie lässt der Musik Raum und Zeit zur Entwicklung. Eine ganz eigene Stimmung erzeugt sie so, erinnert an Minimal Music oder Singer-Songwriter, die aus ganz wenig sehr viel machen, wie etwa Ólafur Arnalds. Mehr als ihr Akkordeon braucht sie dafür nicht; nur ganz am Ende erhebt sie ihre Stimme und spielt die elfsaitige estnische Kantele. Produziert hat übrigens kein Geringerer als Jonas Knutsson. (tjk)



Siehe auch:
Jonas Knutsson
Ólafur Arnalds



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2019, Design & Programmierung: Polarpixel