Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Audun Trio
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Rondane
(2017, Losen Records LOS 191-2)

Das Audun Trio sind drei junge Männer aus Norwegen, und ihr gemeinsamer Bandname ist, ungewöhnlicherweise, tatsächlich der Vorname des Pianisten, der einen großen Teil der Stücke schrieb und mit seinem emotional-melodischen Spiel die sieben Nummern der CD markant prägt. Mit Audun Barsten Johnsen hören wir Håkon Norby Bjørgo am Bass und Magnus Sefaniassen Eide am Schlagzeug. Eine traditionelle Konstellation also, und auch ihr Ansatz ist ein vorrangig »klassischer«, zwischen dem bekannten melodischen »Nordic Jazz« und dem latent nordamerikanischen Einfluss aus der Mitte des letzten Jahrhunderts. Der Titel »Ragtime« weist sogar spezifisch auf eine bestimmte Vergangenheit der Jazzgeschichte hin.

Gleichwohl klingt ihr Debütalbum gar nicht altbacken, ist es auch relativ frei von besonderen Überraschungen oder neuen Ideen. Es schön zu hören, dass sich das Audun Trio keinesfalls angestrengt oder auf Teufel komm raus innovativ geben muss; ihre Stücke sind nämlich durchaus gelungen und ihr Spiel auf hohem Niveau; gefällt, unterhält und ist nicht banal. Der Titel »RONDANE« verweist, wie das starke Coverfoto von Bjørn Lindgren unterstreicht, auf den faszinierend schönen Nationalpark im Herzen des Landes. Ob die Musiker beim Schreiben oder Spielen an die intensive Natur ihrer Heimat dachten? Man weiß es nicht, aber das Foto passt sehr gut, und es ist zu hoffen, dass diese Norwegern häufig nachgesagte Neigung, sehr mit »ihrer« Natur verbunden zu sein, ihrem einnehmenden Debüt zu etwas Aufmerksamkeit verhilft. (ijb)



Siehe auch:
Helge Lien Trio

 Audun Trio: Rondane

   

Elegy
(2019, AMP Music & Records AT043)

Das Audun Trio beruft sich stilistisch weniger auf eine aus dem Amerikanischen kommenden Jazz-Tradition, sondern pflegt eher den Stil einer akustischen, europäischen Instrumentalmusik mit teilweise auch klassischem und feierlichem Pathos und liegt damit im Ansatz durchaus in der Nähe dessen, was Musiker wie Wolfert Brederode oder – entfernter – Vassilis Tsabropoulos auf ECM abliefern.

Doch dahin ist es für das Trio noch ein weiter Weg, sowohl was die kompositorischen als auch die interpretatorischen Fertigkeiten betrifft. Ein hübsches Break mit anschließendem Klavier-Triller hier oder gar ein lustvolles Stöhnen à la Keith Jarrett dort reichen halt nicht aus. Und dann gibt uns Pianist und Trio-Namengeber Audun Barsten Johnsen tatsächlich auch noch den Jamie Cullum. Mit sich überschlagender Singstimme und einer Lyrik, die über ein herzhaftes »Du willst es doch auch« nicht hinaus kommt – freilich auch hier ohne dem Original im Niveau gefährlich nahe zu kommen. Der Song war ihm vielleicht ein echtes Anliegen, aber wir müssen das so wirklich nicht haben…

Am charmantesten bleibt das Coverfoto in Erinnerung: Da haben sich die drei Trio-Spitzbuben wohl einfach zu einem Pärchen auf eine Parkbank gesetzt und den Fotografen abdrücken lassen. Die zwei wissen gar nicht, wie ihnen geschieht und sind – schwuppsdiwupps – Teil eines Quintetts. (stv)



Siehe auch:
Briotrio
Gro-Marthe Dickson
Paal Nilssen-Love | Large Unit
ísa



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2019, Design & Programmierung: Polarpixel