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Alle Rezensionen zu Yūgen
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Jazzland Norway No.17 [o.T.]
(2017, Jazzland/Edel 377 919 6)

Irgendwer hat beim Nummerieren nicht aufgepasst... bzw. scheinbar das gesamte Jazzland-Team. Nachdem das Osloer Label Maria Kannegaards Live-Doppel-CD als Nr. 16 und das brillante Duoalbum von Greta Aagre und Erik Honoré als Nr. 17 der Reihe Jazzland Norway veröffentlichte, erschien das Debüt von Yūgen ebenfalls als Jazzland Norway No. 17. Ein Albumtitel wurde ansonsten nicht vergeben; das Cover zeigt ein wundervolles, zur Abstraktion neigendes Kirchenfensterfoto von Marthe Lea, doch sonst hält sich die Gestaltung der CD sehr bedeckt. Auf einem zweiten, unterbelichteten Foto lassen sich die Bandmitglieder, ein Stück vom Fotografen entfernt, vor einer dunklen Hecke stehend, mehr erahnen als erkennen.

Die spärlichen Informationen verraten, dass die zauberhaft geheimnisvollen, vermutlich recht frei improvisierten Yūgen-Stücke von Saxofonistin Marthe Lea und Violinist Håkon Aase eingespielt wurden; als special guest wirkte zudem Bassist Mats Eilertsen mit. Aufgenommen und gemischt hat die Platte Jan Erik Kongshaug. Marthe Lea, Absolventin der Jazzimprovisation an der Staatlichen Musikakademie in Oslo, greift auch mal zur Gitarre und setzt ihre Stimme ein, während Aase, den man u.a. als Teil des Experimentalensembles Filosofer oder in Thomas Strønens famoser Gruppe Time is a Blind Guide (ECM) sowie zuletzt in der Band von Silje Nergaard erleben konnte, auch Harmonium und Kantele spielt.

Es ist nicht das erste derart eigenwillige Projekt in der Jazzland Norway-Reihe, aber vielleicht das bislang interessanteste von diesen jungen Gruppen. In der latenten Märchenhaftigkeit erinnern Yūgen an Stein Urheim & Mari Kvien Brunvoll, doch Marthe und Håkon sind in all der kompositorischen Offenheit und assoziativen Freiheit doch stets greifbarer und dichter als Stein & Maris drei Alben. Dass ein Stück von György Ligeti geschrieben wurde und drei weitere als »traditionell« angegeben sind, passt da hervorragend. Yūgens Debütalbum mag kurz und mysteriös ausgefallen sein, doch es entfaltet einen Sog und erzählt von einem derart faszinierenden, Grenzen übergreifenden Blick auf die Welt, dass es einen lange gefangen nimmt. (ijb)



Siehe auch:
Håkon Aase mit Time is a Blind Guide
Mats Eilertsen
Filosofer
Stein Urheim & Mari Kvien Brunvoll

 Yūgen: Jazzland Norway No.17 [o.T.]

Offizielle Website

Offizielle Website      jazzlandrec.com



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