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Alle Rezensionen zu Bugge & Friends
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Bugge & Friends
(2015, Jazzland/Universal 0602547176387)

Zeigte Wesseltoft mit dem nur Monate zuvor erschienen Album »TRIALOGUE«, wie geschmeidig die Verknüpfung von akustischen Instrumenten mit intuitiv zu bedienender State-of-the-Art-Elektronik in einem »Piano-Trio 2.0« gelingen kann, so ist ihm und seinen »Friends« hier sämtlicher Innovationsgeist abhanden gekommen. Vielmehr bewegt er sich mit seinen internationalen und durchaus renommierten Mitstreitern – u.a. Erik Truffaz (Trompete), Ilhan Ershin (Tenorsax), Joaquín Clausell (Percussion) – hier auf einem Terrain, das er schon 2001 auf »MOVING« hinreichend (und man möchte hinzufügen: »erschöpfend«) beackert hat – damals durchaus noch als eine »New Conception«.

Nachdem man die ersten Tracks gehört hat, die fast ausnahmslos »auf die lange Distanz« gehen und mitunter an der Zehn-Minuten-Marke kratzen, stellt man sich bei dieser Platte aber allenfalls noch die Frage, nach wie vielen Takten Vorgeplänkel denn nun die four-on-the-floor-Bass-Drum ausgegraben wird. Und ob sich dann noch die offene Hi-Hat dazugesellt – natürlich synkopisch auf den Offbeat. Dem kann offensichtlich auch der Schlagzeuger Andreas Bye nur selten spannende Momente hinzufügen.

Das allein wäre noch nicht so tragisch, bewegte sich die Aufnahme nicht bisweilen knietief im Klischee (»Do It«-Gesang: Torun Eriksen) und käme in den Details nicht dermaßen lieblos daher. Bei »Breed It« etwa, dessen rhythmische Struktur sich überraschend feinsinnig entspinnt und steigert (zur Abwechslung mal keine stumpfen House-Beats), kommt der Sensenmann in Form eines sehr rigiden Fade-Outs, anstatt ein kompositorisches Ende zu finden. Dafür hat der folgende Song »Make It« (Bass-Drum ab 3:50, Hi-Hat ab 5:40) keinen rechten Anfang, weil die Aufnahme hörbar mitten in einer Vokal-Improvisation der Gastsängerin Beady Belle startet. Ihr Beatles-Zitat gegen Ende des Stückes macht es dann auch nicht besser.

Was von diesem Album halbwegs hängen bleibt, sind einige schöne Soli, der eine oder andere Moment im klassischen Quintett-Sound und die Erkenntnis, dass Erik Truffaz, der sich damals, am Ende seiner Schaffensphase bei Blue Note, eher zum Trompeten-Nuschler zu entwickeln schien, durchaus erfrischend kräftig in sein Horn stoßen kann, auch wenn man die von ihm beigesteuerte Komposition »Saisir« (Bass-Drum ab 2:04, Hi-Hat ab 4:04) auf seinem Ladyland-Album »MANTIS« bereits weitaus interessanter gehört hat. (stv)



Siehe auch:
New Conception of Jazz
Wesseltoft Berglund Schwarz
Beady Belle
Wesseltoft Schwarz Duo

 Bugge & Friends: Bugge & Friends

Offizielle Website

Offizielle Website      www.buggewesseltoft.com



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