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Alle Rezensionen zu Jarle Skavhellen
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

The Ghost In Your Smile
(2018, Nettwerk Records)

Na, das ging aber schnell: Da hat der norwegische Zausel Jarle Skavehellen erst kürzlich mit einer EP »PILOTS« in den deutschen Markt hereingeschnuppert, jetzt legt er gleich den Longplayer »THE GHOST IN YOUR SMILE« nach. Zwei Songs der EP sind auch hier zu hören. Die schlechte Nachricht zuerst: Wer glaubt, dass sich der klampfende Schmerzensmann in der Zwischenzeit zur Frohnatur entwickelt hat, liegt völlig falsch. Gitarre, Stimme und jede Menge blauer Flecken auf der Seele, so sieht das aus. Und dann rückt auch noch der bedeutsame dreißigste Geburtstag in Sichtweite. Da darf man zum Trost schon mal die hundert Jahre alte Mandoline des Großvaters herausholen und sich warm puckernden Tönen aufrichten!

Skavhellen bleibt sich nicht nur im Titelstück treu: Reduzierte Instrumentierung. Klampfe, Stimme und die unerfüllte Sehnsucht nach Liebe. Und Sinnhaftigkeit sowieso. Der Norweger bewegt sich hier in der klassischen Americana-Tradition. Man sieht den einsamen Cowboy in Songs wie »Now That I Know« fast am flackernden Lagerfeurchen sitzen. Sicher, der sympthische blonde Waldschrat erfindet das Americana-Genre nicht neu. Aber zu diesen einfühlsamen, rauchzarten Tönen kann man seine Gedanken wunderbar schweifen lassen! (emv)

Jarle Skavhellen: The Ghost In Your Smile

Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http:// www.facebook.com/jarleskavhellensolo

   

Northern Lights
(2020, Nettwerk Records)

Bei Jarle Skavhellen muss ich immer an Holly Golightly aus »Frühstück bei Tiffany« denken, die auf der Feuertreppe ihrer New Yorker Mietskaserne sitzt und rauchzarte kleine Americana-Songs vor sich hinhaucht, begleitet von ihrer kleinen Mandoline. In der Hollywood-Version der Kurzgeschichte von Truman Capote kommt der sehr massenkompatible Klassiker »Moon River« zum Einsatz. Da bleibt Skavhellen doch näher am Original! Der fleißige Singer-Songwriter aus Bergen ist auf seiner zweiten EP »NORTHERN LIGHTS« zwar immer noch der nachdenkliche Träumer und genaue Chronist eigener Seelenzustände. Aber es scheint, dass in Songs wie dem Titelstück eine größere Leichtigkeit Einzug in sein musikalisches Schaffen gehalten hat. Bittersüß und sehr zärtlich klingt das. Was für ein luftiges und trotzdem zurückhaltendes Liebeslied! Mitunter denkt man hier nicht mehr nur an Audrey, sondern an Jim Croce.

Ist es die amerikanischen Produzenten Tucker Martine, der schon mit Sufjan Stevens und R.E.M. im Studio war, der Jarle Skavhellen hier zu einer größeren Gelassenheit verholfen hat? Und zu einer vielschichtigeren Instrumentierung? Mag schon sein! Zwar ist der Norweger ist im Herzen immer noch ein kleiner Schmerzensmann geblieben, hat sich aber hörbar der Möglichkeit geöffnet, dass Liebesgeschichten auch mal gut ausgehen können? Soll tatsächlich auch mal vorkommen! Man glaubt es fast, wwenn man der kleinen Alltagshymne »Home By Five« lauscht! (emv)

   

Pilots
(2018, Nettwerk Records)

Falls es in Norwegen musikalische Waldschrate geben sollte, dann ist Jarle Skavhellen unbedingt einer davon: Der Musiker aus Bergen lebt in einer tiefdunkelgrünen, fast schon schwarzen Americana-Welt, die aufs Wesentliche reduziert ist: Gitarre, Stimme, feine kleine Arrangements. Skavhellen greift auf seiner Debüt-EP »PILOTS« klassische Sujets auf: Im Titelstück etwa die Sache mit dem ernsthaften Erwachsenwerden und dem damit einhergehenden Verlust von Träumen und Freunden gleichermaßen. Tut doch weh, das!

Heimeliger wird es bei »Matylda«, das Skavhellen auch zu einem prasselnden Lagerfeuerchen erzählen könnte. Das er dabei unaufgeregt den populärsten australischen Folksong aller Zeiten zitiert, macht den Mann sympathisch. Unbestrittener Albumhöhepunkt aber ist die Wiederkehr der traditionellen Hangman-Mythologie in »Hang Me, Oh Hang Me«, die zur amerikanischen Folklore gehört wie der in den Sonnenuntergang reitende Cowboy. Das kühle Grab erscheint dabei zu Banjoklängen als durchaus heimeliger Ort! (emv)

Video-Link



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