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Alle Rezensionen zu Kristjan Randalu
(Genre »Jazz«, Land »Grenzgänger«)

 

Absence
(2018, ECM/Universal ECM 2586 | 672 2679)

2006 waren Ben Monder und Jakob Bro erstmals bei ECM zu entdecken, Teil der Band von Paul Motian auf »GARDEN OF EDEN«. Zwölf Jahre und einige Alben später sind die beiden Gitarristen, jeder für sich, als schillernd fantasievolle Individualisten im Labelkatalog etabliert und treten in verschiedenen Trios in Erscheinung. Innerhalb eines Monats erscheinen nun beide auf neuen, überaus faszinierenden CDs. Der New Yorker Monder ist in diesem Fall, anders als Bro, zwar »nur« Sideman des estnischen Pianisten Kristjan Randalu (Jahrgang 1978), doch sein kraftvoller, eigenwilliger Gitarrenklang ist auf dessen ECM-Debüt eine ausschlaggebende Stimme.

Dritter Mann auf diesem im heißen Sommer 2017 in der Provence eingespielten Album ist eine weitere bekannte nordische Stimme des Münchner Labels, der finnische Schlagzeuger Markku Ounaskari, der meist durch eine poetische Spielart auffällt, die sich keineswegs aufdrängt. Damit passt er wunderbar zum ähnlich behutsam improvisierenden Pianisten, dessen warme und feinfühlige Stücke erst durch die Begegnung der drei aufeinander hörenden und auf einander zugehenden Charaktere erweckt zu werden scheinen; gerade so, als habe er sie nicht vorher ersonnen, sondern vielmehr als Gedanken in den Raum gestellt.

Doch diese Musik ist wohl durchdacht, während sie durch stete Ungreifbarkeit für sich einnimmt: Wird »Forecast« schleichend zum temperamentvollen Opener, bleiben Stücke wie »Sisu« eher sachte wie Poesie, teils schön enigmatisch und subjektiv (»Lumi II«), dann wieder tritt »Adaption I« in postrockige Gefilde, wobei Randalu wie häufig den melodiösen Erzähler gibt, eine Ahnung seiner Herkunft als Pianist klassischer und romantischer Musik durchscheinen lassend. Woong Chul Ans Covermotiv entsprechend (seine oft intensiven Fotografien haben jüngst einige ECM-Alben angemessen bereichert, etwa »Atmosphères«, Vox Clamantis, Obara Quartet, Strønen oder Stenson) scheinen die Stücke von »ABSENCE« tatsächlich frei wie unterschiedlich ausgeprägte Wellen ineinander zu gleiten. (ijb)



Siehe auch:
Siiri Sisask & Kristjan Randalu
Markku Ounaskari
Ben Monder
Jakob Bro

Kristjan Randalu: Absence

Offizielle Website

Offizielle Website      www.randalu.com



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