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Alle Rezensionen zu Enemy
(Genre »Jazz«, Land »Grenzgänger«)

 

Enemy
(2018, Edition Records/Soulfood EDN1112 / EDNLP1112)

Der schwedische Bassist Petter Eldh (hier: Frans Petter Eldh) hat sich in den letzten Jahren ein feines Netzwerk gesponnen. Es reicht von der Schweiz (Mitwirkung bei Projekten um die Sängerin Lucia Cadotsch) über seine Wahlheimat Deutschland (Amok Amor), nach Norwegen bzw. Dänemark (Marius Neset et al.) und nun mit dieser neuen Formation Enemy auch ins Vereinigte Königreich. All diese Projekte eint eine unbändige Spielfreude und die schiere Lust an der Innovation, am Beschreiten neuer Wege, wenn auch in jeweils unterschiedlichen musikalischen Stilrichtungen.

Bei Enemy geht es um die Fortschreibung der Geschichte des Piano-Trios. Hierfür hat er sich mit dem britischen Pianisten Kit Downes (der neulich erst mit einem ganz anders gearteten Kirchenorgel-Projekt auf ECM reüssierte) und dessen Landsmann James Maddren an den Drums zusammen getan, und sie beweisen auf fulminante Art, dass diese Geschichte noch lange nicht auserzählt ist. Anders als die ebenfalls britischen Gogo Penguin, die in dieser Disziplin die Erneuerung im Rückzug auf Patterns und Strukturen suchen (und finden), gelingt sie bei Enemy mehr aus der Tradition heraus. Denn die Riffs, die den Stücken oft zugrunde liegen, könnten auch aus dem Bebop stammen. Aber sie werden unglaublich (poly-)rhythmisch vertrackt inszeniert, ständig werden Tempi gedehnt und gestaucht, und man hört radikales groove switching. Mit Intros gibt sich die Band ohnehin kaum ab, auch für Balladeskes ist hier wenig Raum, die Jungs kommen eindeutig von der Abteilung Attacke. Alles, was sie darbieten, geschieht am Rande des technisch Möglichen, und doch bewegen sie sich so (scheinbar) spielend und »tight« über sämtliche Klippen hinweg.

Glücklicherweise gelingt das, ohne in irgendeiner Form verkopft oder elitär zu sein, vielmehr garnieren die Drei ihr Spiel mit einer ordentlichen Prise Humor - etwa wenn im vorletzten Stück plötzlich ein Gitarren-Sound die Führung übernimmt, dessen Herkunft nicht zweifelsfrei geklärt werden kann. Aber solcherlei technischer Sperenzchen haben Enemy eigentlich gar nicht nötig, denn: Der Frans kann’s (auch ohne). (stv)



Siehe auch:
Gard Nilssen's Acoustic Unity
Petter Eldh mit Django Bates' Belovèd
Kit Downes mit Time Is A Blind Guide
Lucia Cadotsch with Otis Sandsjö and Petter Eldh

 Enemy: Enemy

Offizielle Website

Offizielle Website      pettereldh.com



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