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Alle Rezensionen zu Frode Haltli
(Genre »Folk«, Land »Norwegen«)

 

Passing Images
(2007, ECM/Universal 985.602-2)

Wir hören hier einen völlig neuen Zugang zu traditioneller Folklore, aber in dieser Disziplin sind die Norweger sowieso Weltmeister: Was uns der u.a. beim Trio Rusk beteiligte Akkordeonist Frode Haltli vorsetzt, basiert – wie bei so vielen Jazzern seines Landes – auf Folklore-Songs. (Wen's interessiert – im Booklet kann man alle Spuren zurückverfolgen.) Begleitet von einigen der besten Musiker des Nordens – darunter der bei hunderten von Projekten beteiligte Trompeter Arve Henriksen sowie die verdiente Vokal-Performerin Maja Ratkje – gelingt Haltli eine Art Meta-Musik jenseits abgesteckter Genre-Grenzen.

Klassik? Folk? Jazz? Diese Definitionen kommen Haltlis musikalischen Meditationen, die er immer wieder dreht und wendet und wie ein Stück Knetmasse in stets neue Formen biegt, sicher am nächsten. Aber nichts ist, wie man es zunächst vermutet: ein Psalm aus den westlichen Fjorden? Ein »Lyric Waltz« aus dem Grenzland zu Schweden? Eine Roma-Melodie? Ja, auch. Aber vor allem haben wir es hier mit mutigen Freigeistern zu tun, denen trotz archaischer Experimentierlust sehr leicht hörbare Musik gelingt. Und es bleibt jede Menge Luft zum Atmen, wenn Akkordeon, Trompete, Stimme und Garth Knox’ Viola durch diese schwer definierbaren Musik-Welten wandern. (peb)



Siehe auch:
Frode Haltlis Avantgarde/Klassik-Alben
Arve Henriksen
Rusk
Maja S. K. Ratkje

Frode Haltli: Passing Images

Offizielle Website

Die CD »Passing Images« war »CD des Monats« im Monat 2 / 2007.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Beim Erfinden neu zu etikettierender Genre-Schubladen sind die Norweger einfach Weltspitze. In diesem Fall: Free-Folk - gleichzeitig schön und schräg, kitschig und komplex, ruhig und rau. Ich staune noch nach zehnmal Hören. So soll's sein.
Sebastian Pantel

Klar denkt man bei trefflichem Akkordeonspiel zunächst an Maria Kalaniemi – die vor fast genau einem Jahr unsere CD des Monats war. Der Norweger agiert gegenüber der Finnin noch freier, mutiger und experimenteller, aber auch weniger stimmungsvoll.
Leif Haugjord

Schön, wie schön. Wie heimelig, wie himmelig. Aber eben nicht nur! Hört man Haltlis neues Werk zum fünften, zum neunten oder auch zum neunzehnten Mal, wird unüberhörbar, wie komplex und schräge und sonderbar seine Weisen aus- und angelegt sind. Eine CD, die beständig zwischen Himmel und Erde pendelt.
Frank Keil

Frode Haltli ist nichts für faule Hörer; er verlangt viel: Aufmerksamkeit, Offenheit und die Bereitschaft, eigene Vorstellungen von Genregrenzen in Frage zu stellen: zwischen ernst und populär, zwischen Schrägem und Harmonischem, zwischen Folk und Jazz. Aber ist das Herz erst offen, wird die Ausdauer mit unehörten Tönen belohnt.
Eva-Maria Vochazer

Offizielle Website      frodehaltli.com

   

Avant Folk
(2018, Hubro/Grappa HUBROCD2604)

Dass Frode Haltli zu den kreativsten Musikern Norwegens gehört, ist kein Geheimnis: Auch auf dieser Plattform wurde er schon mit »CD des Monats«-Ehren bedacht. Nun beschenkt er die Welt erneut mit einem grandiosen Werk. »AVANT FOLK« heißt es, und es ist genau das: ein geniales Konglomerat aus modernem Folk, Jazz, Kammermusik und experimentellen Klängen. Nur fünf Stücke – aber was in diesen alles passiert! Auch nach zehnmaligem Hören entdeckt man scheinbar Neues. Ein unerschöpflicher Quell an Klängen, Melodien, Pausen, kleinen und größeren Teilen der Band.

Frode Haltli hat hier ein zehnköpfiges Ensemble am Start, wobei sich ein Blick auf die einzelnen Musiker absolut lohnt: Erlend Apneseth (Harding Fele), Hans P. Kjorstad (Violine), Rolf-Erik Nystrøm (Saxophon), Hildegunn Øiseth (Trompete und Ziegenhorn), Ståle Storløkken (Harmonium und Synthesizer), Juhani Silvola und Oddrun Lilja Jonsdottir (beide Gitarre), Fredrik Luhr Dietrichson (Bass) und Siv Øyunn Kjenstad am Schlagzeug – das ist geballte Kompetenz zwischen Jazz, Folk, Kammermusik und Avantgarde. Unmöglich, einzelne daraus hervorzuheben.

Aus den genannten Zutaten speist sich diese faszinierende Melange, die der Akkordeonist auf »AVANT FOLK« emulgiert. Seine Inspiration kommt von einer färingischen Hymne, von norwegischen Volksliedern und traditionellem Walzer. Diese Melodien lässt er frei fließen, sich verdichten und verlieren, anschwellen und abklingen. Repeat! (tjk)



Siehe auch:
Ståle Storløkken
Erlend Apneseth Trio
Hildegunn Øiseth
Juhani Silvola



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