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Alle Rezensionen zu Hoff Ensemble (Hoff, Jormin & Kleive)
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Polarity
(SACD, 2018, 2L/Naxos 2L-145-SABD + BluRay)

Bei Veröffentlichungen des stark in der klassischen Musik beheimateten Labes 2L geht es immer (auch) um den Klang. Die Klangforschung von Labelchef Morten Lindberg betrifft zum einen die Aufnahmeorte, wobei er gerne Konzertsäle oder Kirchen wählt, weil in diesen großen Räumen frühe Schallreflexionen vermieden werden können; so fand diese Aufnahme in Oslos Sofienberg-Kirche statt. Zum anderen geht es ihm aber auch um die technisch bestmögliche Aufnahme und Wiedergabe seiner Musik – womit man sich schnell in Formatfragen und Technikdebatten wiederfindet. So erhält man viele 2L-Alben als Doppel-Disks – nicht etwa, weil soviel Musik aufgenommen worden wäre, sondern weil sie in so vielen verschiedenen Formaten angeboten wird: Die Hybrid-SACD läuft auch auf gängigen CD-Geräten und lässt sich ohne Probleme etwa in iTunes einspielen. Auf der Pure Audio BluRay Disc befindet sich dann sowohl ein 5.1-Mix als auch – und jetzt kommt's: zwei »dreidimensionale« 7.1.4-Mixe (im Dolby Atmos- und Auro3D-Format). Dazu benötigen Sie zwölf(!) Lautsprecher, von denen vier an der Decke hängen oder zumindest zur Decke strahlen! Und das für ein Ensemble, das nur aus drei Schallquellen besteht… Dem Rezensenten stand lediglich 2.0-SACD-Equipment zur Verfügung, dieses jedoch von sehr hoher Güte und detailreicher Auflösung.

Da drängt sich natürlich die Frage auf: Wie klingt das Ganze? Nun, zunächst irritiert der große abgebildete Raum doch erheblich. Vor allem Audun Kleives Schlagzeug hallt ungewöhnlich stark nach. Erst mehrmaliges Hören offenbart die enorme Transparenz der einzelnen Instrumente. Und doch bleibt fraglich, ob dieser (Hall-)Raum für ein so agiles Ensemble wie ein Pianotrio der passende ist. Es scheint, als verlöre es dadurch etwas an Wendigkeit. In schnellen Passagen in tiefen Lagen sind überdies einzelne Töne von Anders Jormins Kontrabass kaum mehr herauszuhören; er wirkt dort her wie eine warme Wolldecke, die die Kollegen bequem bettet, denn als Taktgeber.

Nun noch ein Wort zum Entscheidenden: zur Musik. Jan Gunnar Hoff präsentiert uns hier einen eher klassischen Auftritt eines Pianotrios, und mit seinen höchst erfahrenen Mitmusikern kann er darin kaum fehl gehen. Routiniert und homogen gehen die drei zu Werke, da muss sich wirklich keiner mehr beweisen. In ihren besseren Momenten (»Innocence«,»Pathway« oder auch im improvisatorisch-expressiven »Euphoria«) könnte die Musik auch im Repertoire von ECM Eingang finden. Gelegentlich ergänzt Hoff das Klangspektrum um dezente analoge Synthie-Sounds oder nutzt die in der Kirche vorhandene Orgel, wie zum Beispiel im etwas aus dem Rahmen fallenden, aber sehr schönen »Sacred«. Bisweilen verfallen Hoffs Kompositionen allerdings ins Romantisch-Rührselige (»The Elder«, »Home«), was ein gewisser Herr Eicher so nie hätte durchgehen lassen. (stv)



Siehe auch:
Jan Gunnar Hoff
Anders Jormin
Audun Kleive
Hoff Ensemble

 Hoff Ensemble (Hoff, Jormin & Kleive): Polarity

Offizielle Website

Offizielle Website      www.jangunnarhoff.no



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