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Alle Rezensionen zu Aloft Quartet
(Genre »Jazz«, Land »Grenzgänger«)

 

First Year
(2018, AMP Music & Records AT020)

Die vier jungen Musiker im Aloft Quartet sind zwar – individuell wie als Gruppe – bislang keine household names, das Label AMP entschied sich dennoch, ihre Namen über den der Band auf Cover des Debütalbums zu drucken. Als da wären: Der dänische Saxofonist Simon Balvig, der die Hälfte der Stücke geschrieben hat, sein Landsmann Rasmus Sørensen am Piano, der wie sein hier in einem schönen Trompeten-Gastauftritt zu hörender Bruder Jakob bereits »Jazz Artist of the Year« in Nordjütland ausgezeichnet wurde, Kontrabassist Jon Henriksson aus Schweden und Schlagzeuger Amund Kleppan aus Norwegen.

Die Vier trafen sich 2016 an der Skurups Folkhögskola, der »Volksschule« im Städtchen Skurup ganz im Süden Schwedens, und haben seither Konzerte auf Tourneen durch Norwegen, Schweden, Dänemark und zuletzt in Berlin absolviert, bevor das gemeinschaftlich erarbeitete und passend »FIRST YEAR« betitelte Album im Juni 2017 in Århus eingespielt wurde. Der Osloer Labelmacher (und gebürtige Schwede) Anders Thoren war von dem Quartett so begeistert, dass er es, beginnend mit diesem erstaunlich souveränen Debüt unter Vertrag nahm. Die Musik des Aloft Quartet ist zu gleichen Teilen inspiriert von der nordischen wie von der amerikanischen Jazzszene; und auch wenn hier letztlich nichts total Neues oder Unerwartetes geboten wird, was man nicht bereits von ähnlichen Gruppen gehört hätte, ist dem panskandinavischen Quartett eine erfolgreiche Zukunft zu wünschen, denn ihre charmante Melodie-Liebe und ihre unprätentiöse, ganz im Dienst des guten Songs stehende Improvisationskunst lässt eine große Zukunft erwarten. Und nicht zuletzt hat »FIRST YEAR« eines der schönsten Covers des Jahres, ein Gemälde der Londoner Künstlerin Chelsea Davine. (ijb)



Siehe auch:
Jakob Sørensen | Bagland
Marie Mørck Quartet
Amund Kleppan

 Aloft Quartet: First Year

   

Farewell Old Ways
(2020, AMP Music & Records AT063)

Ein Abschied von alten Wegen, von ausgetretenen Pfaden suggeriert das Aloft Quartet mit dem Titel seines zweiten Albums. Doch leider können wir das beim Durchhören nicht recht nachvollziehen. Viel eher könnte man einige Passagen der obigen Rezension zum Vorgänger-Album »FIRST YEAR« bedenkenlos übernehmen. Denn erneut hören wir sehr viel amerikanisch inspirierten Quartett-Jazz, in den man eine Prise nordische Klarheit hineininterpretieren könnte.
 
Sicherlich ist das an sich gut gemacht, und gerade in handwerklicher Sicht gibt’s da nichts zu meckern: Mal haben die Songs viel swingenden Drive, dann wieder hört man nette Balladen und immer wieder songdienliche Soli – soweit alles prima. Aber leider hat man das alles schon x-mal gehört und es fehlen einfach die interpretatorischen Ecken und Kanten oder gar eine eigene Handschrift, die das Album so richtig hörens- und erinnernswert machen. Darüber hinaus können wir auch keinen richtigen Spannungsbogen in der Abfolge der Stücke festmachen. Man möchte fast soweit gehen zu sagen, das Album hätte auch zwei Songs länger oder ein Lied kürzer ausfallen dürfen…
»Thema verfehlt« würde ein Deutschlehrer mit Nebenfach Musik bei aller Sympathie für die Jungs leider urteilen. (stv)



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