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Alle Rezensionen zu NilasaliN
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

NilasaliN [ohne Titel]
(2018, AMP Music & Records AT021)

Beim ersten Einlegen dieser CD in den Player geht man von Helge Sunde über Nils Landgren bis zu Albert Mangelsdorff nochmal alle skandinavischen und nicht-skandinavischen Posaunisten durch, um später Bezüge herstellen zu können. Und dann kommt alles ganz anders. Denn zunächst erleben wir, dass sich der Musiker, den das Booklet als den Mann am »Piano« ausweist (Martin Sandvik Gjerde), viel lieber um dessen elektrische Ableger kümmert. Mit wunderbar klinge(l)nden Fender-Akkorden schickt er das Quintett auf eine erste entspannte Reise, an der später auch der gefühlte Bandleader an der Posaune (Nils Andreas Granseth) teilnimmt, aber zunächst mit sehr flächigen Sounds in langen Linien. Nur einmal, in »Cola & Laban«, nimmt er sich Zeit für ein ausgiebiges Solo, wie man es im klassischen Sinne von einem Posaunisten erwarten würde.
 
Viel eher scheint er gemeinsam mit seinen Mitstreitern Gefallen daran zu finden, sich immer wieder in kleinere Zellen aufspalten. So hören wir, wie sich die Bandmitglieder in wechselnden Duo-Kombinationen zusammenfinden (»Grandalter«) oder dem klassischen Piano-Trio eine Referenz erweisen (»Skjærva«), um einige Takte später dann in vollständiger Formation (Gitarre: Magnus Jønnum Grimnes, Bass: Stian Andreas Egeland Andersen, Schlagzeug: Magnus Sefaniassen Eide) wieder zu reüssieren.

Das Ganze ist wunderbar gespielter skandinavischer Jazz moderner Prägung. Stilistisch bewegt sich das zwischen dem, was e.s.t seinerzeit machten, den ruhigeren Jaga-Jazzist-Geschichten früherer Tage, beides (!) etwa in »Bodie«, amerikanischer Fusion (»Ludo«) und ECM-affiner, kammermusikalischer Improvisation (»Sølen«); und das gänzlich, ohne beliebig zu werden. Dass ihnen dann gegen Ende etwas die Luft ausgeht, sei den jungen Burschen daher verziehen. Das wiegen der tolle Sound und das wunderbar schlichte Cover locker wieder auf: Dort ist nichts als der im Detail raffiniert gestaltete Namenszug der Band zu sehen, der sich in weißem Prägedruck von einem (und ich meine das ernst:) wunderschönen blauen Hintergrund abhebt. Klasse! (stv)



Siehe auch:
John Faxe
Little Balcony
Kiap
Erik Johannessen

 NilasaliN: NilasaliN [ohne Titel]

Video-Link



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