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Alle Rezensionen zu Håvard Volden
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Space Happy
(2018, Sofa 568 CD/LP/DL)

Mehr oder weniger zufällig liegen hier gerade neben Håvard Voldens Solo-CD »SPACE HAPPY«: Aphex Twins jüngste EP »COLLAPSE« (Warp), das aktuelle Album »IMI« von Moon Relay (Hubro), und Mikael Linds »INTENTIONS AND VARIATIONS« (Morr); drei durchaus unterschiedliche Projekte und Alben. Und doch zeigt dieser kleine Zufall ein höchst interessantes Programm. Es sind nicht nur vier auf sehr unterschiedliche Weise psychedelische CD-Covers, die überaus neugierig machen auf das akustische Erlebnis auf den jeweiligen Alben; man könnte »SPACE HAPPY« zudem als eine Art Quersumme aus den übrigen dreien beschreiben: Den Wahnwitz von Aphex Twins »abgespacetem« Synth-Spektakel, die schwebende Poesie von Mikael Linds solistischer Forschungsreise durch Zeiten, Welten und Naturbilder, und, last but not least der kosmisch-kraftvolle Progressive Elektro-Krautrock des norwegischen Quartetts, dem – und hier schließt sich der Kreis – auch der Experimentalgitarrist und Sound Artist Håvard Volden angehört.

Volden kennen viele vor allem als Partner und Band-/Tourmitmusiker von Jenny Hval, auf deren Alben er ab »MEDEA« (2008) u.a. für den Klangkunsteinschlag mitverantwortlich ist. Gemeinsam haben die beiden außerdem als Nude On Sand und Lost Girls eigenwillige, faszinierende Duoplatten zwischen Kunstmusik und Sound Poetry veröffentlicht, und Hvals Stimme tritt auch auf »SPACE HAPPY« kurz in Erscheinung, sprechend inmitten fantasievoller Klanggebilde. Voldens sonstige Projekte bewegen sich zumeist an den Randgebieten der Musik, als ein Beispiel unter vielen sei das hochgradig sperrige Ambient-Noise-Jazz-Duo mit Toshimaru Nakamura erwähnt.

Nun also solo. Laut Labelinformation ist es sein zweites Soloalbum, doch es ist das erste, das internationale Aufmerksamkeit erfährt. Und der Titel ist Programm: Die elf nur mit römischen Zahlen betitelten Tracks ziehen alle Space-Register von hypnotischem Siebziger-Jahre-Spektakel über psychedelische Drone-Etappen bis hin zu mysteriösen Ambient-Collagen, die sich hervorragend in David Lynchs völlig abgedrifteten Twin Peaks gemacht hätten. Die Loops, Synths und Field Recordings, die Volden in wohl akribischen Prozessen in Oslo und New Mexico – ob das dortige Roswell mit und dessen UFO-Mythos einen maßgeblichen Einfluss auf das Album ausübte...? – mit seinen Gitarrensounds verzahnt und verschmolzen hat, sind oftmals kaum voneinander zu unterscheiden: »SPACE HAPPY« ist keine Sammlung einzelner Tracks, sondern eine großangelegte Komposition, ein heiterer Space-Trip. Sowohl im Labelkatalog von Sofa als auch in der gegenwärtigen Nordischen Musik findet sich nichts Vergleichbares. (ijb)



Siehe auch:
Håvard Volden & Toshimaru Nakamura
Nude On Sand (Jenny Hval & Håvard Volden)
Jenny Hval
Moon Relay

Håvard Volden: Space Happy

Audio-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.sofamusic.no/artist/havard-volden



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