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Alle Rezensionen zu Uffe Steen Trio & Vestbo Trio
(Genre »Jazz«, Land »Dänemark«)

 

Doppler Effect
(2018, Dog Hound Records DHRCD005)

Dieses Live-Album ist ein Querschnitt einer Tournee, die die dänische Blues-Rock-Legende Uffe Steen und sein deutlich jüngerer Gitarristen-Kollege Michael Vestbo mit ihren jeweiligen Trios im Jahre 2017 gemeinsam unternommen haben. Und »gemeinsam« heißt hier, dass bei einigen Songs tatsächlich zwei Gitarristen, zwei Kontrabässe und zwei Schlagzeuger miteinander musizieren. Das liest sich schon kraftvoll, und das hörbare Ergebnis ist es um so mehr!
 
Insgesamt ist diese Aufnahme vom ersten Ton an von einer solchen Spielfreude durchdrungen, die einen selbst dann packt, wenn man kein ausgewiesener Freund des Genres ist. Der gemeinsam intonierte Opener »Cast in Stone« weist uns unvermittelt den Weg: Ein etwas abgewetztes Blues-Riff wird kraftvoll interpretiert, bevor es in Soli geht, denen griffige Unisono-Passagen folgen. Also eigentlich nichts Neues? Durchaus nicht und Songnamen wie »A Call from the Sixties«, bei dem sich das Uffe Steen Trio alleine vorstellt, oder »Whitewall Tire«, bei dem zu sechst eine Ballade gefühlvoll aber völlig unpeinlich interpretiert wird, zeigen auch eine gewisse Rückwärtsgewandtheit an. Dies ist hier aber nichts Schlechtes, denn die spielerische Umsetzung macht den Unterschied. Und diese erreicht zum Beginn der zweiten Hälfte des Albums ihren Höhepunkt, etwa mit dem Titel »Time Machine«, der mit einem Unisono-»Double«(!)-Bass-Intro beginnt und später in ein Doppel-Schlagzeug-Solo mündet. Oder mit »It's Simple in a Good Way«, das wächst und wächst und seinem Namen dennoch alle Ehre erweist.

Das ist kein hochglanzpolierter Edel-Chic mit »Wir machen jetzt mal einen auf Blues Rock«-Attitüde, wie man das vielleicht bei einem Major-Label erleben würde, nein, das ist vielmehr eine zutiefst ehrliche, grundsolide und gleichzeitig hochfiligrane Gitarrenarbeit ohne selbstbeweihräuchernde Zurschaustellung der individuellen Spielfertigkeiten, und so geschieht hier alles im Dienste der Musik.
 
Der Humor kommt bei beiden Leadern ebenfalls nicht zu kurz, wie schon der Name dieses Albums zeigt, oder die Art und Weise, wie das schön gestaltete Album-Cover zeigt, welcher Titel von welchem Ensemble gespielt wurde. Zu allem Überfluss hat man es hier auch noch mit einem Live-Sound zu tun, der seinesgeichen sucht: Er ist enorm präsent, detailreich und druckvoll, ohne manipuliert zu wirken und fängt zudem die Begeisterung der Zuschauer sehr gut ein.
 
In allen Belangen also ein sehr starkes Stück Musik und eine echte Entdeckung! (stv)



Siehe auch:
Vestbo Trio
Knut Reiersrud
Jakob Bro
Uffe Steen, Lennart Ginman, Adam Nussbaum

Uffe Steen: Doppler Effect

Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://vestbotrio.com



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