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Alle Rezensionen zu Line & The Lions
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Mountain Solitude
(2018, Losen Records/In-Akustik LOS 203-2)

Auch in Musikerkreisen geht offenbar nichts über gut-nachbarschaftliche Beziehungen. Für ihr aktuelles Bandprojekt schaute sich die Sopran- und Altsaxofonistin Line Falkenberg unter ihren Mitbürgern auf der vor Oslo gelegenen Halbinsel Nesodden nach potentiellen Mitgliedern um. Dort fand sie keine Geringeren als den Schlagzeuger Jarle Vespestad (Tord Gustavsen Trio, Supersilent), den ebenfalls ECM-erprobten Bassisten Finn Guttormsen und den etwas weniger bekannten Gitarristen Andreas Hadderland. Als Gast trat bei den Aufnahmen gelegentlich noch der Wahl-Osloer Hayden Powell hinzu und schon war die Formation »Line & The Lions« geboren.
 
Gemeinsam liefern sie eine meist riff- und rockorientierte Interpretation des zeitgenössischen Jazz ab. Diese bietet die eine oder andere verzichtbare Nummer, etwa wenn es etwas halbherzig ins Weltmusikalische geht, und auch die Balladen geraten nicht immer spannend. Dafür wird man aber mit einer ganzen Reihe von Stücken entschädigt, bei denen es sehr ordentlich nach vorne geht und das mit allem, was man vom Genre erwarten darf - messerscharfe Rhythmusgitarren und griffige Soli inklusive. Insbesondere Jarle Vespestad begeistert hier mit einem fulminantem Spiel, das ihn auf sehr eindrucksvolle Weise von einer ganz anderen Seite als zeigt als jene, die man von der Zusammenarbeit mit Tord Gustavsen her kennt. Besonders interessant, wird es aber in jenen zwei Stücken, bei denen sich die Truppe von den Lied-Strukturen löst und stärker ins Erkunden gerät. Sowohl bei »Alene på Fjellet«, das mit einem langen Sax-Solo à la Jan Garbarek beginnt, als auch beim Schlusstück »Chicky« entwickeln Vespestad und Hadderland (der in beiden Songs wie eine exakte Kopie von Eivind Aarset klingt) einen unheimlich treibenden Klangteppich, über den Falkenberg ihre Linien setzt. Das ist an und für sich sehr famos, aber bei der Menge der genannten Stil- und Personen-Bezüge erahnt man wohl schon, woran es (noch) mangelt: an der eigenen Handschrift. (stv)



Siehe auch:
Krupka Trio
Eivind Aarset
Supersllent
Tord Gustavsen Trio

 Line & The Lions: Mountain Solitude



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