Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Kasper Tranberg
(Genre »Jazz«, Land »Dänemark«)

 

Strawboss | Terzet
(2018, ILK ILK279CD | ILK282CD)

Auch wenn er bislang kaum mit eigenen Alben in Erscheinung getreten ist, dürfte Trompeter Kasper Tranberg aufmerksamen Hörern der dänischen Jazzszene kein Unbekannter sein. Neben seiner Beteiligung in zahlreichen Bands der ILK-Szene (Delirium, Østergaard Art Quartet, Anderskov Accident) und Bekannten (Henrik Pultz Melbye, Jonas Westergaard) lasen wir den Namen des 1971 geborenen Kopenhageners bislang nur selten einmal auf ILK-Covers, zuletzt als Teil des Trios Damaztra mit Peter Danstrup und Marilyn Mazur sowie auf dem famosen Duoalbum mit dem Bassisten Nils Bo Davidsen (»ZONE BLEUE«).

Nun erschienen 2018 gleich zwei Alben in seinem Namen (und ein weiteres soll die Trilogie »Suite Cobra« 2019 vervollständigen). Im Juni startete die Reihe mit dem multinationalen Sextettalbum »STRAWBOSS«, zu dem der aus Arizona stammende Saxofonist Tony Malaby, der griechische Pianist Pandelis Karayorgis, der bereits 60-jährige Japaner Yasuhiro Yoshigaki am Schlagzeug sowie Tranbergs Landsmänner Adam Pultz Melbye (Bass) und sein langjähriger musikalischer Partner Nils Davidsen (Cello und Bass) zählen. Geboten werden hier vier epische Stücke, die live im Kopenhagener Jazzhouse aufgenommen wurden. Im Mai 2018 spielte Tranberg, der neben der Trompete auch mal zum Kornett oder zum Flügelhorn greift) die vier Kompositionen dann in Triofassung mit Davidsen und Schlagzeuger Frands Rifbjerg im Underground-Club 5E für das Album »TERZET« ein.

Interessant ist, dass das eröffnende »Antenna« in der Trioversion mit 16 Minuten Laufzeit deutlich länger ausgefallen ist, hingegen die übrigen drei Stücke in der Sextettfassung weitaus mehr Raum bekommen. In beiden Fällen zeichnet die freie, lebendige Konzertenergie die Interpretationen aus, wenngleich »TERZET« im direkten Vergleich das intimere, ruhigere Programm bietet und nur sporadisch Fahrt aufnimmt - dann aber mit Leidenschaft, Hingabe und Dynamik, wie im abschließenden »Cobra«, das einige Jahr zuvor bereits in vollkommen anderer Lesart auf dem Album »ZONE BLEUE« zu finden war und nun gewissermaßen »klassischer«, roher daherkommt, eher an die Geschichte des »Modern Jazz« anknüpfend als in der Duetteinspielung.

Eine gewisse rohe Herangehensweise bei gleichzeitigem Bewusstsein für texturales Spiel zeichnet auch das Sextettalbum aus. Dynamisch und mit stets überraschenden Kanten und Wendungen ist auch hier »Cobra« der Höhepunkt des Albums, und als Hörer muss man sich frei machen von Erwartungen an das, was auch immer man unter dem Begriff Jazzplatte versteht. »Jazz« meint hier vor allem eine wahrlich improvisations- und entdeckungsfreudige Vorstellung von gemeinsamem Musizieren. Sechs Partner geben sich Raum und nutzen ihre Chancen für spannende Dialoge in oftmals ungewöhnlichen Kombinationen. (ijb)



Siehe auch:
Kasper Tranberg & Nils Bo Davidsen
Delirium
Østergaard Art Quartet
Anderskov Accident

Kasper Tranberg: Strawboss | Terzet

Offizielle Website

Offizielle Website      https://kaspertranberg.com



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2019, Design & Programmierung: Polarpixel