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Alle Rezensionen zu Marco Ambrosini & Ensemble Supersonus
(Genre »Folk«, Land »Grenzgänger«)

 

Resonances
(2019, ECM/Universal ECM 2497 | 7763608)

Mit der traditionellen schwedischen Nyckelharpa bzw. Schlüsselfiedel und der in Finnland und Estland beheimateten Kantele oder Kannel, einer griffbrettlosen Kastenzither, kommen wir ganz tief in die »nordische Musik«. Marco Ambrosini sorgt mit seinem international besetzten Ensemble Supersonus dafür, dass die verschiedenen Instrumente keinesfalls im Volkstümlichen steckenbleiben. Der italienische Geiger, Komponist und Arrangeur mit Hauptwohnsitz in Deutschland ist bei ECM zwar keiner der ganz bekannten Namen; man konnte ihn allerdings bereits auf einigen Alben erleben: im Ensemble des norwegischen Lautenisten und Gitarristen Rolf Lislevand, der ebenfalls daran arbeitet, volksmusikalische Einflüsse auf eine sehr zeitgenössische Weise weiterzugestalten; auch auf dem Liederalbum von Giovanna Pessi und Susanna Wallumrød, in Einspielungen der Musik von Helena Tulve und zuletzt mit Akkordeonist Jean-Louis Matinier auf der Duo-CD »INVENTIO« beeindruckte sein Können.

Für sein erstes eigenes (Ensemble-)Album bei ECM hat sich der 55-Jährige mit der Münchner Obertonsängerin Anna-Maria Hefele, der Estin Anna-Liisa Eller, einer Schülerin von Rolf Lislevand, die 2011 beim internationalen Kantele-Wettbewerb in Helsinki den ersten Preis gewann, der auf Renaissance- und Barockmusik spezialisierten Eva-Maria Rusche (Cembalo und Tafelklavier) und nicht zuletzt dem Wiener klassischen Gitarristen Wolf Janscha, seit 25 Jahren auf die Maultrommel fokussiert und damit ein wichtiger Name in der internationalen Volksmusik, nach Lugano begeben. Drei der fünf Beteiligten steuerten eigene Stücke bei, dazu hören wir eine Sonate von H.I.F. Biber, ein schwedisches Volkslied und Kompostionen von u.a. Girolamo Frescobaldi (1583-1643) und Hildegard von Bingen.

Diese gesammelten Informationen verdeutlichen bereits, dass wir es hier weder mit einem gewöhnlichen »Folk Music«-Projekt noch mit einem typischen Programm »Alter Musik« zu tun haben. Vielmehr scheint das Ensemble seinen musikalischen Ursprung in einer Art surrealer Parallel-Musikgeschichte zwischen diesen beiden Genres zu wandeln, wobei vor allem der subtile Gesang Anna-Maria Hefeles, die auch Harfe spielt, und Wolf Janschas oftmals tonangebende Maultrommel an der ungewohnten klanglichen Gesamtstimmung Anteil haben. Die streckenweise fremdartige Kombination der Instrumente und der fesselnden Kompositionen in Verbindung mit zurückgenommenen Improvisationen verleiht »RESONANCES« eine oftmals archaische Kraft und spirituelle Note. (ijb)



Siehe auch:
Rolf Lislevand
Helena Tulve
Giovanna Pessi, Susanna Wallumrød u.a.
Erik Rydvall

Marco Ambrosini: Resonances

Audio-Link Offizielle Website

Offizielle Website      https://www.marcoambrosini.eu



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