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Alle Rezensionen zu Treskatresk
(Genre »Jazz«, Land »Grenzgänger«)

 

Man in the Sea
(2019, Finito Bacalao Records FBCD246)

Zwei russische (Piano und Bass) und zwei norwegische Musiker (Saxofon und Schlagzeug) treffen sich beim Internationalen Filmfestival in Tromsø zur Vertonung eines Stummfilms aus dem Jahre 1927. Sie alle sind im Jazz beheimatet, aber auch in anderen Genres versiert, wie etwa im Folk der jeweiligen Herkunftsländer oder teils auch in der klassischen Musik. Diese Zusammenarbeit verläuft nach Ansicht aller Beteiligten so erfolgreich und fruchtbar, dass sie beschließen, gemeinsam eine Tour zu unternehmen. Während dieser Tournee entwickeln sie den Gedanken, an jeder Etappe einen neuen Song zu komponieren, der dann an der nachfolgenden Spielstätte uraufgeführt wird.

Das ist die Geschichte hinter Treskatresk. Auf dem feinen, kleinen nordnorwegischen Label FBR ist nun die aus diesem Projekt resultierende Studioaufnahme erschienen. Entstanden ist hier ein ganz ausgezeichnetes Album voller »zeitgenössischer Quartettmusik mit improvisatorischen Anteilen«, um den Begriff »Jazz« zu vermeiden, weil Anhänger der reinen Lehre hier eventuell widersprechen würden. Zur näheren stilistischen Beschreibung, aber auch zur Einordnung der Güte der dargebotenen Musik sei gesagt, dass selbst ein gewisser Herr Eicher aus dem entfernten München das kaum besser hätte produzieren können: Die Melodien sind griffig, aber keinesfalls zu süßlich, die Harmonien nie zu vorhersehbar und keines der perfekt platzierten Soli zu lang. Und so ist hier alles am genau richtigen Platz, sowohl in den eher zaghaft tastenden Stücken wie »Kabelvåg« als auch in den forscheren Nummern wie »Wild Dog«. Dieser schlägt freilich nie so sehr an, dass man sich ernsthaft fürchten müsste, und mit »Pat« sind sich die Burschen auch für einen richtigen Gute-Laune-Song nicht zu schade.

Eine gewisse Prise Humor haben sie ebenfalls. Das beginnt beim Bandnamen, der aus der Kombination zweier ähnlich lautender Wörter aus der russischen Sprache entstanden ist und soviel wie »knisternder Kabeljau« bedeutet, geht über vom Schlagzeuger komponierte Songs, in denen gar kein Schlagzeug vorkommt und endet beim Saxofonisten, der sein Instrument auch mal ohne Mundstück spielt. All dies fügt sich zu einem extrem souveränen Auftritt! (stv)



Siehe auch:
Ola Asdahl Rokkones
Mean Steel
Marit Sandvik & Nova Onda
Trygve Seim

 Treskatresk: Man in the Sea

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.olarokkones.no/treskatresk



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