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Alle Rezensionen zu Lisen Rylander Löve
(Genre »Beats«, Land »Schweden«)

 

Oceans
(2019, Hoob Records/Broken Silence HOOBCD075)

Große Worte (und damit Versprechungen) macht der Pressetext zu »OCEANS«, wenn das Album und der Entstehungsprozess mit Talk Talk verglichen werden, die ab Ende der 1980er die Popmusik weit hinter sich ließen, eine vollkommen ungehörte neue Artpop-Musik schufen, die in den nachfolgenden Jahrzehnten als meisterhaft erkannt wurde und ungezählte Künstler inspirierte und beeinflusste. Nun darf vielleicht erwähnt werden, dass die letzten beiden Alben von Talk Talk (sowie in der Folge das einzige Soloalbum von »Bandchef« Mark Hollis) damals als finanzielle Flops verbucht wurden und lange Zeit sogar kaum erhältlich waren. Multiinstrumentalistin Lisen Rylander Löve hat nach Auflösung des Duoprojekts Midaircondo die große Freiheit gesucht und sich einer Solo-LP gewidmet. Wobei »Solo« hier absolut wörtlich gemeint ist, denn Frau Rylander Löve komponierte und produzierte das Album, indem sie sich selbst (fast) komplett im Alleingang in Göteborg aufnahm, während sie mit Saxofon, Omnichord, Kalimba, Kunstgeige, Keyboards, Bassklarinette, Perkussion, Live-Electronics und ihrer eigenen Stimme musizierte. Nur bei einem Stück durfte ihr Bruder Henrik (u.a. bekannt von der Band Skull Defects) zusätzliche Schlaginstrumente beisteuern.

Entstanden ist so, man ahnt es anhand der Instrumente, eine wilde Kreuzung aus Experimental-Pop, improvisierter Musik, Jazz, Noise und Electronica. Heimelig wird es bei dieser sehr unvorhersehbaren Mixtur sicher nicht. Häufig werden die neun Stücke von ihrer Stimme und ihrem Tenorsaxofon zusammengehalten, mit dem sie auch in den Jazzbands The Splendour und Here's To Us ihre lyrischere Seite an den Tag legte. Nicht selten kann man kaum identifizieren, welche Instrumente bei den einzelnen Tracks zum Einsatz kamen, überall raunt und rauscht, dröhnt und scheppert es, was das Zeug hält. Es gibt viel zu entdecken, immer wieder, wenn die Stimme mal nicht verzerrt wurde, kann man eine Art progressiven Pop-Entwurf mit Hang zu Industrial erkennen, etwa im zugleich schwebend schillernden wie rhythmisch kraftvollen »Borders«; oftmals jedoch wird ein großer Teil des Publikums einen melodischen Faden vermissen. (ijb)



Siehe auch:
Midaircondo
The Splendour
Bohuslän Big Band
Here's To us

Lisen Rylander Löve: Oceans

Video-Link



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