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Alle Rezensionen zu Chat Noir feat. Nils Petter Molvær
(Genre »Jazz«, Land »Grenzgänger«)

 

Hyperuranion
(2019, RareNoiseRecords RNR104 CD/LP)

2001 als akustisches Jazztrio gegründet, hat die Band Chat Noir im Jahre 2019 mit ihrem siebten Album quasi nichts mehr mit Pianotriojazz gemein. Zunehmend wurden elektronische Elemente eingearbeitet, Keyboards spielen eine tragende Rolle, und mittlerweile zählt der Gitarrist Daniel Calvi, der auch Synthesizer in den Sound der Band integriert, zum festen Personal bei Chat Noir. Die Gruppe, die einen spür- und hörbar gemeinschaftlichen Produktionsprozess pflegt, ist mit dieser Klangästhetik bei einer zeitgemäßen Version von elektronisch durchsetztem Future-Jazz der 1990er angekommen, wie es in den 1990ern Bill Laswell oder Toshinori Kondo und natürlich auch die »NuJazz«-Pioniere der norwegischen Szene um Bugge Wesseltoft, Eivind Aarset und, klar, Nils Petter Molvær vorgemacht haben. So ist es gerade mal konsequent, wenn Molvær auf »HYPERURANION« einige Stücke mit seinem markanten Sound veredelt. Solche Gastauftritte in progressiven Bands (Slim Marvel, Food, Dhafer Youssef) und Kollaborationen (Sly & Robbie, Trilok Gurtu, Moritz von Oswald) pflegt der Trompeter seit jeher gerne und regelmäßig.

Das Hyperuranion ist in Platos Vision vom Universum ein Reich idealer Formen, in dem die Seele wartet, bevor sie in den Körper eintritt und die Menschheit auf der Suche nach Wahrheit und Schönheit auf der Erde inspiriert. Aus Platos Sicht ist alles, was wir in unserem Leben erleben, nur eine Kopie des perfekten Modells, das im Hyperuranion existiert.[1] Chat Noir definieren es für sich als einen transzendenten Raum, in dem Jazz auf mitreißende Weise aus Electronica, Techno, Rock und Ambient gleichermaßen gespeist ist. Ähnlich wie den vielgelobten jüngeren englischen Kollegen von The Comet Is Coming gelingt Chat Noir in dieser aktuellen Besetzung mit Schlagzeuger Moritz Baumgärtner die bislang konsequenteste und überzeugendste Ausgestaltung ihres genrebefreiten Progressive-Techno-Space-Jazz. Auch ist »HYPERURANION« im Werk von Nils Petter Molvær mehr als eine Fußnote, sondern auf dem Niveau seiner besten Alben. Diese vor Energie, Freiheit und Spielfantasie berstende Platte sei daher allen Fans von Molvær (und der norwegischen zeitgenössischen Jazzszene) mit Nachdruck empfohlen.

[1] https://en.wikipedia.org/wiki/Hyperuranion (ijb)



Siehe auch:
Nils Petter Molvær
Moritz Baumgärtner
Sly & Robbie meet Nils Petter Molvær
Food

 Chat Noir feat. Nils Petter Molvær: Hyperuranion

Audio-Link Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      https://chatnoirband.bandcamp.com



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