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Alle Rezensionen zu Ingi Bjarni
(Genre »Jazz«, Land »Grenzgänger«)

 

Tenging
(2019, Losen Records/In-Akustik LOS 222-2)

Der Pianist, Komponist, Leader und Produzent hinter dieser Jazzquintettplatte heißt eigentlich Ingi Bjarni Skúlason. Wie viele seiner Landsleute entschied sich der gebürtige Isländer dafür, den Nachnamen auf dem Cover wegzulassen. In allen Detailangaben wird indes sein voller Name genannt. Als Inspirationen für die Entscheidung, Pianist zu werden, nennt der Musiker in der ausführlichen und sehr marketingmäßig-unpersönlich aufgezogenen Biografie auf seiner Webseite ausgerechnet Keith Jarrett und Herbie Hancock. Nach dem Bachelor-Abschluss in Jazz-Performance in Den Haag wechselte er für den Master in Komposition an die Universität Göteborg; Austauschsemester führten ihn nach Kopenhagen und Oslo, wo er unter anderem von Helge Lien, Aaron Parks und Eyolf Dale lernte. Ein panskandinavischer Weg also, gefiltert durch die größten Namen der US-Pianojazzgeschichte; die Liner Notes nennen Skúlason dann auch direkt einen »europäischen Musiker«. Und als Sahnehäubchen oben drauf: ein sehr in Richtung »Nordic Jazz« gelenktes Coverfoto.

Schön an »TENGING« (isländisch für »Verbindung«) ist die gesamtnordische Zusammensetzung der Band aus jungen Musikern aus vier verschiedenen Ländern: Der Leader fand seine Bandmitglieder speziell für dieses Projekt in Norwegen (Trompeter Jakob Eri Myhre und Schlagzeuger Tore Ljøkelsøy), Estland (die Gitarristin Merje Kägu) und Schweden (Bassist Daniel Andersson). Außer der in Göteborg lebenden Kägu sind alle hierzulande noch unbeschriebene Blätter, doch werden wir garantiert noch mehr von ihnen zu hören bekommen. Den acht Stücken kann man vor allem bestätigen, dass all die oben genannten Hintergrundinfos sehr hörbar sind – im Guten wie im Schlechten: Die Musik atmet Weite und Melancholie, speziell wenn sich die Kompositionen streckenweise zu feinen Duo- oder Triopassagen aufspalten (Anspieltipp: »Angurvært«), und auch die im »Nordic Jazz« üblichen Folk-Music-Einflüsse kommen ebenso zum Tragen wie die kurzen, kraftvolleren freien Improvisationen, so dass man nicht umhin kommt, »TENGING« als Bewerbung für ECM zu lesen. Ein fraglos rundes und überzeugendes Debüt einer vielversprechenden neuen Band, der man auf dem weiten Feld ähnlicher Projekte allenfalls ans Herz legen möchte, beim zweiten Album mehr Mut zum Eigenen an den Tag zu legen. Und vielleicht muss zukünftig nicht alles im Namen des Pianisten geschehen? (ijb)



Siehe auch:
Merje Kägu Ensemble
Helge Lien
Eyolf Dale
Aaron Parks

 Ingi Bjarni: Tenging

Offizielle Website

Offizielle Website      https://www.ingibjarni.com



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