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Alle Rezensionen zu Mínus
(Genre »Rock«, Land »Island«)

 

Halldór Laxness
(2003, Msk/Sony Music 516016-2)

Unaufhaltsam kommen sie auf dich zu. An Flucht ist nicht zu denken. Die Geröllbrocken winden sich ins Mark – erschütternd, bebend, brachial. Die Gitarren sind mit maschineller Präzision ausgestattet und dreckig verzerrt. Die Riffs die bestimmende Macht im Koordinatensystem von Wahnsinn, Manie und Übergeschnapptheit, wobei die Herren um Krummi (Gesang, Kehle, Zähne) im wahren Leben bestimmt nette Kerle sind und nur ab und zu ihr überschäumendes Temperament mit Neigung zur Aggressivität ausleben.

Auf ersten Blick wirkt diese Platte überraschend straight, songorientiert und auf den Punkt gebracht – und bei weitem nicht mehr so unzugänglich. Die geschlagenen Haken lassen ihre Wendungen nachvollziehbar erscheinen, auch wenn die Songs immer mit einem gehörigen Maß an Unberechenbarkeit ausgestattet sind. In Tracks wie »Boys Of Winter« oder dem sägenden »The Long Face« wird mit Wucht und einer Hybridness aus Tanzflur-Orientiertheit und chaotischem Gemoshe hereingestolpert, als wolle man extaktische Zuckungen zur alles durchziehenden Maxime erheben. Dieses knallharte Rockalbum lebt von seinen pulsierenden Grooves. Und der Faszination der Gefahr. (maw)

 Mínus: Halldór Laxness

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.noisyboys.net

   

The Great Northern Whalekill
(2008, One Little Indian TPLP864)

Was als Urgewalt den Anfang nahm, verfeinerte sich spätestens auf dem ächzenden Vorgänger »HALLDÓR LAXNESS« zu dynamischem Riffrock, der nicht verbarg, dass die Keule des Hardcores noch immer zwischen seinen Beinen schwingt. Die neugewonnene Zügellosigkeit bringt auch dieses Album zum Beben. Mit weniger Ausbrüchen als früher gesegnet, aber dennoch als dynamisch rasende Dampfwalze, die nicht grundlos im Titel Panteras »GREAT SOUTHERN TRENDKILL« zitiert.

Wer die volle Breitseite Hysterierock-Schöpfung erwartet, wird nicht enttäuscht, auch wenn die Singles »Throwaway Angel« und »Futurist« durchaus ungewohnt poppige Kleider tragen. Die dröhnende Produktion von Joe Barresi (Melvins, Jesus Lizard, Tool) sorgt für Schwere, allerdings auch für wenig Präzision. Auch die Songs laufen leicht Gefahr, in die Redundanz abzudriften. (maw)

   

Jesus Christ Bobby
(2001, Victory Records VR161)

Donnergrollend durchbricht das brodelnde Magma die Kruste, explodiert und verschlingt alles Leben bis die Kälte den Vormarsch zu stoppen vermag. Mínus, das ist die isländisch-brachiale Krachlawine, der zerfetzende Noise-Core-Vulkan.

Ein druckvolles Groove-Geröll, so dynamisch wie anarchisch, so vertrackt wie trocken. Schreiend und verzerrt wird der Frustration lautstark und konfrontativ Luft verschafft. Den Gegnern bleibt aber kaum Zeit zum Durchschnaufen – die Doom-Gitarren peitschen unbarmherzig voran, die Drumparts knüppeln energisch, und elektronische Krämpfe setzen ekstatische Breaks. »JESUS CHRIST BOBBY« ist intensiv und hochgradig verstörend. (maw)



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