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Alle Rezensionen zu Mosambique
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Big City Moves
(2019, Jazzland/Edel 377 920 8)

Synthie-Arpeggios, fette Fender-Rhodes-Riffs, dazu scharf geschnittene Unisono-Bläsersätze auf breakbeatigen Drum'n'Bass-Spuren – wann haben wir das zum letzten Mal gehört? Tatsächlich scheint diese Aufnahme der Band Mosambique wie aus der Zeit gefallen und katapultiert uns zum Beginn unseres Jahrtausends zurück, als der Belgier Marc Moulin oder – etwas entfernter – der Franzose Llorca aus den genannten Ingredienzen einen ähnlichen kochenden Sud bereiteten, den man Nu-Jazz nannte. An dessen Zubereitung waren ja auch einige damals noch sehr junge skandinavische Musiker beteiligt, die heute zu den festen Größen der improvisierten Musik gezählt werden dürfen.

Hinter Mosambique steht nun die überübernächste junge Generation, die mit aller Macht nach vorne drängt. Zuvorderst ist das hier der junge Keyboarder Ivan Blomqvist, der, so die Legende, dieses Projekt innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden gestampft hat, weil ein Freund von ihm als Veranstalter eines Musikfestivals noch dringend einen Live-Act benötigte. In seinem Quintett hören wir aber erneut auch den Trompeter Lyder Øvreås Røed, der momentan dem Anschein nach an jedem zweiten heißen Act beteiligt ist.
 
Man ist dieser jungen Truppe nicht unbedingt böse, dass sie uns diese fast schon wieder vergessenen Sounds erneut zu Gehör bringen, bei denen der Jazz mehr Sound-Attitüde als integraler Bestandteil ist. Gerade Røed gelingt es durchaus mit Charme, seine klaren Linien über diese tanzbaren Rhythmen zu platzieren. Bisweilen packen die Jungs uns auch – etwa bei der rabenschwarzen Nummer »Fela«. Vieles entwickelt sich aber auch etwas zu teflon-artig, weil in dieser Melange aus Funk und Jazz und Afro-Beat so viel dann doch nicht hängen bleibt.
Dies liegt zu einem guten Teil auch am Klang, denn der ist alles andere als retro. Im Gegenteil: So druckvoll und knackig hat man das zwar selten gehört. Die Highspeed-Nummer »The Underdog« zum Beispiel ballern sie einem regelrecht um die Ohren. Modernes Sound Design eben, bei dem es auch darum geht, den Hörer mit catchy Sounds möglichst rasch einzufangen. Tiefenstaffelung und vor allem Dynamik sind dafür eider Fehlanzeige. Über die gesamte Albumlänge hinweg und in gehobener Zimmerlautstärke gehört, wird es des akustischen Dauerfeuers dann durchaus zu viel. (stv)



Siehe auch:
Lyder Øvreas Røed
Rohey
Bangkok Lingo
Slow Is The New Fast

 Mosambique: Big City Moves



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