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Alle Rezensionen zu Scheen Jazzorchester & Eyolf Dale
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Commuter Report
(2018, Losen Records/In-Akustik LOS 204-2)

Über das aus der norwegischen Stadt Skien stammende und nach ihr benannte Scheen Jazzorchester haben wir bereits mehrfach berichtet. Zuletzt erwähnten wir jene Aufnahmen, für welche die Ensemblemitglieder Audun Kleive (Schlagzeug) und Jon Øystein Rosland (Saxophon) die Musik schrieben und arrangierten. Für »COMMUTER REPORT« wurde nun der just aus Skien stammende Pianist Eyolf Dale mit dem Kompositionsauftrag betraut. Dale gehört dem Ensemble nicht regelmäßig an, darf aber zu dessen erweitertem Kreis gezählt werden, da er bereits die zuvor genannten Aufnahmen als Produzent begleitete.

Mit freundlichen Klavier-Arpeggien, dann einsetzenden fanfarenartigen Klängen der Blechbläser und einem luftigen Groove führt er uns sehr entspannt in dieses Werk hinein. In dessen weiterem Verlauf dürfen wir Zeuge einer äußerst spannenden Arbeit des Orchesters in den Grenzbereichen von Jazz und zeitgenössischer Musik, von Improvisation und geschriebener Musik werden. Während die geschätzten Autorenkollegen den bereits erwähnten Alben von Rosland und Kleive sicherlich zurecht die Attribute »ambitioniert« und »etwas verkopft« vergaben, so darf »COMMUTER REPORT« mit Fug und Recht mit den Worten »gekonnt« und »zugänglich« gekennzeichnet werden. »Gekonnt«, weil es Dale mit seinen Arrangements gelingt, in den Ensemblepassagen wunderbare Klangschichtungen und -farben zu erzeugen, dann aber auch wieder Soloinstrumente charakteristisch in Szene zu setzen. Und »zugänglich«, weil er sich bei all der Kunstfertigkeit in seinen Arrangements nicht verleiten lässt, gar zu abstrakt zu werden. Im Gegenteil: Im Stück »Rhône« etwa scheut er sich nicht davor, es dem Hörer auch einmal richtig leicht zu machen. Mit einem klaren 6/8-Takt über den der etatmäßige Pianist Rune Klakegg, der für Dale aufs Akkordeon ausgewichen ist, wundervoll frankophile Linien spielt.

Für die »ambitionierten« Hörer unter uns darf aber gesagt werden, dass Dale bei aller Zugänglichkeit zu keiner Zeit in einen übertriebenen Pathos oder gar in klischeehaften Kitsch abgleitet. Und für Freunde des immer wieder beliebten Spiels »Wir suchen die Eins im Takt« hat er an anderen Stellen auch 7/8 und 9/4-Takte im Angebot. Dale liefert mit diesem Album ein Meisterstück dessen ab, wie facettenreich man für ein Orchester dieser Größenordnung schreiben und arrangieren kann. Der sehr präzise und gestaffelte Kongshaug-Sound macht dieses Album vollends zum Genuss. (stv)



Siehe auch:
Scheen Jazzorkester & Audun Kleive
Eyolf Dale
Albatrosh
Scheen Jazzorkester & Jon Øystein Rosland

 Scheen Jazzorchester & Eyolf Dale: Commuter Report



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