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Alle Rezensionen zu Silent Fires
(Genre »Jazz«, Land »Grenzgänger«)

 

Forests
(2019, AMP Music & Records AT058)

Bei Silent Fires handelt es sich um ein neues, transeuropäisches Quartett junger Musiker/innen, von denen jede/r einzelne bereits für eigene Projekte zwischen Genres und Stilen positive Resonanz erfahren hat. Pianist Alessandro Sgobbio wird als Produzent und Komponist der elf Avantgarde-Jazz-Songs genannt, auch wurde das Album in seinem Heimatland mit Stefano Amerio in den Artesuono Studios in Udine eingespielt, wo Amerio zahlreiche Alben für ECM aufgenommen hat. Der 1982 geborene Norditaliener Sgobbio studierte in Parma und an Oslos Staatlicher Musikakademie und hat mit verschiedenen Projekten (»FORESTS« ist sein zehntes als Leader) bereits international Aufmerksamkeit und Preise eingeheimst.

Doch Silent Fires ist weit mehr als einfach ein Vehikel für Sgobbios Klavierstücke. Die unkonventionelle Besetzung sorgt dafür, dass Komposition und Improvisation bzw. Interpretation verschwimmen – was entscheidend an den norwegischen Bandmitgliedern liegt. Håkon Aase spielt Violine und Perkussion; man konnte ihn in den letzten Jahren in reichlich unterschiedlichen Bands als zuverlässig fantasievollen Mitgestalter erleben, seien es die Bands des Nakama-Kollektivs, Filosofer oder Jinchūriki, sein famoses Duo Yūgen mit Marthe Lea, als Teil des MMO-Ensembles, oder auch in den jüngsten Gruppen von Sigurd Hole, Thomas Strønen (Time Is A Blind Guide) und Mathias Eick, um nur einige zu nennen. Hilde Marie Holsen hingegen, die ihr Trompetenspiel oftmals massiv mit Effekten verfremdet, zählt zur radikalen Klangavantgarde der Osloer Szene, wie speziell ihre beiden vielgelobten Hubro-Soloalben unterstreichen. Entsprechend zeichnet Holsen für den klanglich unkonventionellsten Einschlag dieser elf Stücke verantwortlich, gestaltet quasi freie Soundscapes um die melodischen Elemente der anderen drei Mitglieder herum. Sängerin Karoline Wallace verdichtet oftmals die Songs mit ihrer Stimme, lässt ihnen aber auch Raum, sich weit aufzufächern und ungewohnte instrumentale Wege zu gehen. So ungreifbar und farbenreich wie das kongeniale Covermotiv ist auch die überaus fantasievolle, fragile Musik von Silent Fires. (ijb)



Siehe auch:
Hilde Marie Holsen
Yūgen
Karoline Wallace
Filosofer

 Silent Fires: Forests



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