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Alle Rezensionen zu Yelena Eckemoff
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Nocturnal Animals
(2 CDs, 2019, L & H Production cd806151-29)

Yelena Eckemoff lebt seit 1991 in North Carolina, pflegt aber seit langem eine intensive kreative Verbindung nach Skandinavien. Zum wiederholten Mal reiste die Pianistin für eine Session mit norwegischen Musikern ins Osloer Rainbow Studio, um ihr bereits fünftes Album mit Bass-Star Arild Andersen einzuspielen. Obendrein schenkt uns Eckemoff die womöglich letzte Aufnahme mit seinem Anfang 2020 verstorbenem Masqualero-Kollegen Jon Christensen. (Gemeinsam mit Tore Brunborg hatten die Drei vor ein paar Jahren bereits ein Quartettalbum eingespielt.) Doch auf ihrem 15. Album seit 2010 hat Eckemoff noch ein weiteres Ass im Ärmel: Die Schlagzeugposition hat sie gleich doppelt besetzt, wobei der Clou ist, dass Christensen und sein jüngerer Kollege Thomas Strønen für so unterschiedliche Spielweisen und musikalische Temperamente bekannt sind, dass die Kombination der beiden zu etlichen sehr inspirierten Momenten führte. Womöglich resultiert diese Entscheidung aus der Tatsache, dass Christensen zum Zeitpunkt der Aufnahme (April 2018) bereits hörbar in die Jahre gekommen war, so dass der 30 Jahre jüngere Strønen als »Safety Net« engagiert wurde. Doch die Zusammenarbeit ist weit mehr als das. So dürfte dies die einzige Gelegenheit sein, die beiden Meister ihres Fachs gemeinsam auf einem kompletten Album erleben zu können; und da kann man von Glück sagen, dass die Vier genügend wunderbares Material eingespielt haben, um gleich eine Doppel-CD zu füllen.

Als Grundlage dienten 14 eigene Stücke von Eckemoff, und wie auf vorigen Alben folgen ihre Kompositionen auch hier einem verbindenden Konzept: Diesmal ließ sie sich von nachtaktiven Tieren inspirieren, von Glühwürmchen und Igel über Grizzly und Wolf über bis zu Skorpion, Klapperschlange und Meeresschildkröte bekommt jedes Tier sein eigenes Stück. Und auch wenn man letztlich gut daran tut, die Vorlagen beim Hören zu vergessen und die Musik rein abstrakt zu genießen, beeindruckt doch, wie viel die produktive Musikerin aus jeder dieser Inspirationen herausholt. Selbstredend haben ihre Mitspieler maßgeblichen Anteil daran, und jeder einzelne bekommt hinreichend Raum zur freien Entfaltung. Zwei CDs mit jeweils rund einer Dreiviertelstunde Jazz sind daher keineswegs zu viel; allein die Chance, den in sich ruhenden Jon Christensen am Ende seiner langen Laufbahn noch einmal gemeinsam mit dem souveränen Arild Andersen und erstmals mit dem wendigen Thomas Strønen zu erleben, charmant verbunden von Yelena Eckemoffs eingängigen Melodien, macht »NOCTURNAL ANIMALS« zu einem rundum empfehlenswerten, einmaligen »Nordic Jazz«-Album voller Höhepunkte. (ijb)



Siehe auch:
Arild Andersen
Thomas Strønen
Jon Christensen
Yelena Eckemoff Trio

Yelena Eckemoff: Nocturnal Animals

Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://yelenamusic.com



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