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Alle Rezensionen zu Micke & Lefty feat. Chef
(Genre »Rock«, Land »Finnland«)

 

Let The Fire Lead
(2020, Hokahey! Records HHR 2001)

Es beginnt mit blechern klingender Resonator-Gitarre, das Slide-Röhrchen wirkt zusätzlich. Dazu kommt ein reduziertes Schlagzeug mit stampfendem Rhythmus, den ein Kontrabass mit Harmonien unterlegt – dann fangen sie an zu singen, und schon sind wir in einer schwül-heißen Version von Willie Dixon’s »Tell That Woman«. Und gleich im folgenden »Always Something Good« sorgen Micke & Lefty feat. Chef für die erste Gänsehaut – und die hält sich praktisch das ganze Album durch.

Micke & Lefty sind natürlich Micke Björklof (Halt: Das »ö« hat er ja schon vor Jahren zum »o« entpunktet) und Ville »Lefty« Leppänen (der originalgetreu weiter punktet), und mit ihrer Band Blue Strip einer der heißesten Blues Acts Nordeuropas und somit weltweit unterwegs. Daneben haben sie noch ein – nennen wir es mal »Acoustic Power Blues Trio«, das in diesem Jahr 20-jähriges Jubiläum feiert – aber ein anderes Jubiläum vermeiden will: Zehn Jahre ohne Veröffentlichung. Seit 2004 ist der dritte im Bunde der Bassist, Sänger und Tastenmann Chef: Den kennt man in der Blues- und Roots-Szene von seinen Lumberjacks, die in diesem Genre im Norden führend sind. Auch er ist viel auf Tour, daher ist es kein Wunder, dass Micke & Lefty feat. Chef lange brauchten, um sich die Aufnahmetermine freizuschaufeln.

Das Ergebnis hat sich aber gelohnt – nein, Klartext: »LET THE FIRE LEAD« ist schlichtweg saugut! Micke spielt Schlagzeug, Percussion, Gitarre und Kazoo, und singt natürlich – die beiden anderen auch, das Trio wechselt sich am Lead-Mikro ab. Dass Lefty ein grandioser Gitarrist ist, hat er bei Blue Strip hinlänglich bewiesen, hier bedient er auch Resonator Guitar, Mandoline und Banjo. Das Setting ist also weitestgehend akustisch, das Trio klingt absolut authentisch – man möchte fast meinen, nicht nur der Tango, auch der Blues kommt ursprünglich aus Finnland! Die drei Meister gehen sehr variabel zu Werke: Die langsameren Stücke sind durchaus behutsam und luftig arrangiert, wenn es flotter wird, können sie auch entsprechend zupacken. Neben neun eigenen Songs haben sie drei Covers im Gepäck, von Willie Dixon und Big Bill Broonzy – das passt natürlich wie die Faust aufs Auge. Für Robert Johnson’s »Steady Rollin' Man« haben sie sogar noch einen prominenten Gastsänger angeheuert: Eero Raittinen war früher bei Tasavallan Presidentti, und ist auch mit über 70 echt gut bei Stimme. (tjk)



Siehe auch:
Micke Bjorklof
Tasavallan Presidentti
Lumberjacks

 Micke & Lefty feat. Chef: Let The Fire Lead

Offizielle Website

Der »Senf« unserer Autoren ...
Nicht immer sind wir alle einer Meinung. Zur »CD des Monats« wählen wir deshalb gern eine CD, die Meinungen polarisiert.
Dazu geben - neben dem Rezensenten selbst - immer vier unserer Autoren ihren Senf dazu ab.

Lieber Tim, Du weißt ja: Mit Blues oder gar Rock’n’Roll kann ich eher wenig anfangen, geschweige denn mit Mundharmonikas. Und das trotz Sväng aus dem Monat 08/18. Aber dennoch habe ich für mich eine schöne Perle in diesem Album gefunden: »The One« ist für mich the one.
Stefan Vinaricky


Eva-Maria Vochazer

Ich weiß nicht so recht, wie oft ich mir diese saugute Scheibe anhören würde, so als reine Datenmenge. Das Ganze hat so eine altmodische und mitreißende Energie, dass man sie eigentlich unbedingt von einer großen schwarzen Scheibe mit Rille anhören muss. Oder vielleicht sogar als Kassette beim Autofahren. Am besten durch sommerliche Landschaften mit guten Freunden. Ich glaube, da hätte ich große Freude mit diesem Album.
Ingo J. Biermann


Peter Bickel

Offizielle Website      http://www.mickeandlefty.com



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