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Alle Rezensionen zu Kave (Samuel Rohrer, Stian Westerhus, Max Loderbauer, Tobias Freund)
(Genre »Avantgarde«, Land »Grenzgänger«)

 

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(2010, Arjuna Music AMEL-LP720)

Manchmal gehen kreatives Design und Wortwahl eine so enge Verbindung ein, dass der Betrachter nicht mehr zuordnen kann, was nun wozu gehört. Speziell bei den berühmten Designern von The Designers Republic™ (TDR), 1986 in Sheffield gegründet und seit Konkurserklärung als Soloprojekt Ian Andersons weitergeführt, etwa bei ihren viel bewunderten Arbeiten für Warp Records, ist das oftmals der Fall. Hier nun weiß man nicht, ob die Platte keinen Titel hat oder ob das Komma selbst der Titel ist (andernfalls ist das Komma vielleicht schlicht Teil der Aufzählung »Bandname, Bandmitglieder«). Oder das Album heißt »Kave« oder »Kave,« und die Band selbst hat keinen Namen. Die Labelwebseite deutet »KAVE« als Bandnamen an (wobei auch diese im Unklaren lässt, was nun der Albumtitel ist), »K A V E« sagt der Soundcloud-Account, »Kave quartet« steht im Presseinfo, und in den Albumcredits liest man »All tracks instantly composed by KAVE«.

Das im Mai 2020 veröffentlichte und bereits vor mehr als anderthalb Jahren aufgenommene Album ist gewissermaßen der Nachfolger der im Mai 2019 veröffentlichten Quartett-CD »DARK STAR SAFARI«, wenngleich nur einer der Musiker der Band sich mit dem vorigen Quartett deckt: Labelchef und Initiator Samuel Rohrer. Stilistisch gibt es allerdings mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede, selbst der Gesang verbindet die beiden Projekte, auch wenn dort Jan Bang seine lang vergangene Zeit als (einst wenig erfolgreicher) Popsänger wieder aufleben ließ, hier indes Stian Westerhus ans Mikrofon tritt und damit auch an seine eigenen Projekte »AMPUTATION« und »MAELSTROM« (Pale Horses) anknüpft. In beiden Fällen erinnert der dunkle Gesang nicht unwesentlich an den jüngst verstorbenen Großmeister Scott Walker, sei es auch ohne dessen markerschütterndes Volumen.

Beim Kave-Quartett dreht sich indes die Musik nicht vorrangig um das Konzept (Avant-)Rockband plus Stimme, zumal die weiteren Mitwirkenden vorrangig für andere Genres bekannt sind: Keyboarder Max Loderbauer hörten wir mit Rohrer mehrfach im Trio ambiq/Ambiq oder im Duo mit Ricardo Villalobos fantasievolle organische Elektronik produzieren; Analog-Elektronik-Liebhaber Tobias Freund ist seit 35 Jahren in der deutschen Musikszene unterwegs, wenn auch erst in den letzten Jahren mit famosen Technoalben beim Berliner Label Ostgut Ton unter eigenem Namen bekannter geworden. Die CD profitiert sehr davon, wenn man die Musik mit ordentlicher Lautstärke hört, damit die reiche, teils programmierte Perkussion, die tiefen Bässe und die vielschichtige, streckenweise befremdliche elektronischen Klangwelt zur Geltung kommen. Zwar ist dies nur sehr am Rande »nordische« Musik, doch was Westerhus anfasst und mit seiner genialischen Gitarren-Experimentierwelt veredelt, ist zuverlässig faszinierend und hörenswert. Eine starke Zusammenarbeit vierer Individualisten, die mit einigen fantastischen Klangideen und Stimmungsbildern aufwartet. (ijb)



Siehe auch:
Dark Star Safari
Stian Westerhus
Samuel Rohrer mit Björn Meyer und Klaus Gesing
Stian Westerhus & Pale Horses

 Kave (Samuel Rohrer,: ,

Audio-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.arjunamusic.com



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