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Alle Rezensionen zu Marie Vangen
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

Little can we do about the Rain
(2020, Finito Bacalao Records FBCD256)

Nach der EP »FIRST HOUR« präsentiert Marie Vangen aus Tromsø beim vielseitigen kleinen Jazzlabel Finito Bacalao Records (FBR) ihrer Heimatstadt nun Anfang 2020 ihr Debütalbum. Auf den ersten Blick passt es recht gut in die stilistische Schublade, die ihr Labelkollege, der Trompeter Ole Jørn Myklebust, der auch hier bei den meisten Songs mitspielt, mit seinen beiden »Viser«-Alben aufgemacht hat: geschmackvolles Liedgut mit zarten Jazzanklängen. »LITTLE CAN WE DO ABOUT THE RAIN« allerdings geht in seinen guten Momenten deutlich mehr in die Richtung einer moderat abwechslungsreichen, aber vorwiegend durchschnittlichen Popmusik altmodischer Natur. Die zehn Songs gehen gut ins Ohr; die flotteren Nummern stets überzeugender und mitreißender, wogegen man bei den langsamen Stücken mehrfach versucht ist, die CD auszuschalten, da die Songs manchmal einfach doch zu schwach und banal sind.

Auf halber Strecke durch das Album erwartet einen dann allerdings eine Überraschung, die man von einem nordnorwegischen Popalbum kaum vermuten würde, ein heute kaum mehr gehörter Song aus den Neunzigerjahren, der verdeutlicht, in welcher Generation Marie Vangen sozialisiert wurde: »Hedonism (Just Because You Feel Good)« war 1995 der größte Hit der britischen Band Skunk Anansie und ihrer markanten Frontfrau »Skin«, die mit feministischen und antirassistischen Texten Aufsehen erregte. Marie Vangen hat diesen Rocksong vollständig neu erfunden und von Grund auf anders angelegt, so dass man ihn nurmehr am Text erkennt. Die verwandelte den hochgradig energischen, gesellschaftskritischen Song in eine beliebige Kuschelpopnummer, die auf dem Album unter vielen ähnlichen Stücken mit ebenso unauffälligen, mehr oder weniger geschmackvollen Arrangements versandet. Selbst einen Orchesterauftritt des Arctic Philharmonic erkennt man fast nur, wenn man die Detailangaben der CD liest.

Weniges bleibt auch nach wiederholten Hören von dieser CD hängen; am ehesten die schönen Momente der Bläser (Trompete, Tenor- und Sopransaxofon, Flügelhorn), mal ein Slide-Auftritt Tore Bruvolls oder rhythmisch charmante ausgearbeitete Stücke. Die aber bleiben leider deutlich in der Unterzahl. (ijb)



Siehe auch:
Ole Jørn Myklebust
Svein Schultz, Mari Boine
Roger Ludvigsen, Mungolian Jet Set
Arctic Philharmonic

Marie Vangen: Little can we do about the Rain



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