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Alle Rezensionen zu Abekejser
(Genre »Jazz«, Land »Dänemark«)

 

Floating Through The Universe
(2019, AMP Music & Records AT059)

Wer hätte gedacht, dass eine Tätigkeit bei Nordische Musik die Allgemeinbildung so erheblich erweitert. So ging dieser Rezension eine Recherche auf dem Gebiet der Callitrichidae als Unterfamilie der Cebidae, genauer des Saguinus Imperator voraus. Falls es Ihnen peinlich sein sollte, keine der oben genannten Namen je gehört zu haben – machen Sie sich nichts draus. Denn es handelt sich hierbei keineswegs um die angesagtesten skandinavischen Newcomerbands, die womöglich nur auf Ihrem Radar bisher nicht aufgetaucht sind, sondern um die lateinische Bezeichnung des Kaiserschnurrbart-Tamarins. Einem Krallenaffen also, der im Dänischen Abekejser genannt wird, womit wir fast ohne Umschweife beim Namen jener Band gelandet wären, deren Debütalbum es hier zu besprechen gilt. Hinter Abekejser verbergen sich fünf Dänen, die bei Heinz Sielmann ehedem als possierliche Jungtiere durchgegangen wären und die mit ihrem groovigen Elektro-Jazz – Entschuldigung – dem Affen Zucker geben wollen.

Einen Saiten zupfenden Bassisten haben sie zu diesem Zwecke aus ihrem Revier verbannt und setzen dagegen lieber auf einen Synthie-Bassisten (Adrian Christensen), der zusammen mit dem »Drum-Maschinisten« Rasmus Fisker Petersen und dem tatsächlich und leibhaftig Schlagzeug spielenden Frederik Emil Bülow ein richtiges Rhythmusrudel bilden. Darüber bilden Jon Døssing Bendixen an den Keyboards und gelegentlich auch am Vocoder und Jeppe Lavsen an der Gitarre die Melodie-Leittiere.

Und tatsächlich beginnt die Affen-Bande ihre Stücke stets recht verheißungsvoll, teils mit sehr aktuell-fetten Beats, teils mit Bass-Sequenzen, die an Tangerine Dream der 80er Jahre erinnern. Insgesamt finden sie im tieffrequenten Unterholz eine Menge Nahrung für ihre Stücke, aber der natürliche Feind der Band scheint die Zeit, genauer die Spielzeit der Songs zu sein, denn früher oder später landet die Truppe in ihrem Klangdschungel doch immer wieder auf dem ganz ausgetretenen Pfad. Dieser ist eine zumeist fusion-ähnliche Mucke, die halt nur mit etwas elektronischerem Instrumentarium aufgeführt wird. Mal mit etwas loungigerem Einschlag oder – wenn Bendixen den Vocoder besingt – gelegentlich fast an Air erinnernd, freilich ohne so richtig »airtherisch« zu werden. Da hätten sich die Sound-Zoologen doch etwas mehr Raffinesse, etwas mehr Mut zu richtigen Risiko-Riffs oder gewagtere Breaks gewünscht. So bleiben nur wenige Höhepunkte, etwa das tastend-schleichende »Nocturnal Observer« oder das Titelstück »Floating Through The Universe« hängen. (stv)



Siehe auch:
Christian Balvig, Frederik Bülow & Adrian Christensen
Karmen Rõivassepp Quartet

 Abekejser: Floating Through The Universe

Offizielle Website

Offizielle Website      https://www.abekejser.com



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