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Alle Rezensionen zu Jørgen Teller
(Genre »Avantgarde«, Land »Dänemark«)

 

City Size Tone, Pt. 2
(2020, clang/clang.cl clang066)

Unter dem Pseudonym Lucky Ringston arbeitete der dänische Künstler Jørgen Teller an einem Klangkunstwerk, das er bzw. das clang-Label als »oldschoolige, ringmodulierte Kurzwellen-/Radio-/Synth-/Oberton-/Klangfarben-Skulptur« bezeichnet, welche »Instrumente der Klangfarbenattacken des Ensembles in verschiedenen und immer größer werdenden Intervallen in Szene setzt.« Wenn Ihnen diese Beschreibung als Einführung bereits alles Relevante sagt, dann seien Sie herzlich eingeladen, auf der hochspannenden Webseite clang-Labelwebseite zu stöbern und zwischen vielen anderen tollen Veröffentlichungen diese zweiteilige Suite als Stream oder Download zu genießen.

Allen anderen sollen nun noch ein paar ergänzende Erläuterungen zur Anregung nachgereicht werden. Die Aufnahme basiert auf einer Partitur, die Teller 2013 als Auftragswerk für das »Wundergrundfestival« in Kopenhagen entwickelt hatte; das Festivalthema war damals New York City. Teller schuf eine dreiteilige Suite, die von der Idee geleitet war, seine Vorstellungen davon, was »Neue Musik« im Jahr 2013 sein könnte, mit seinen eigenen, wie er sich dies um 1980, zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn, vorgestellt hatte, abzugleichen. Der Titel dieser Veröffentlichung deutet bereits darauf hin, dass es sich nur um den zweiten Teil des damaligen Projekts handelt, wobei Trompeter Rhys Chatham und Fast Forward (Perkussion) für die New Yorker Szene stehen, die im Zusammenspiel mit verschiedenen europäischen, vorwiegend dänischen Musiker*innen, darunter Vokalistin Randi Pontoppidan, Experimentalmusiker Christian Rønn, hier auf einem präparierten Flügel, Flötistin Jennifer Dill und Perkussionistin Linda Edsjø, in einer sogenannten »gerichteten Improvisation« Lucky Ringstons Ideenwelt zum Leben erwecken.Teller selbst spielt auf einen »synthetisierten« Kurzwellenradio und einem Ringmodulator mit Delay-Pedal. Aufgenommen wurde diese jetzt erst veröffentlichte Improvisierte Freestyle-Komposition bereits 2013 in Tellers Studio in Kopenhagen, unmittelbar vor der Live-Premiere.

Nun ließe sich sicher einwenden, dass Jørgen Teller und sein Ensemble »Other Gardens« dem geneigten Avantgarde-Hörer mit diesen 42 Minuten nichts allzu Neues bieten – wofür ja auch spräche, dass die Aufnahme sieben Jahre in der Schublade lag und nun ausschließlich als Download erscheint. Eigentlich ein wenig verschenkt, denn dieses Werk wäre viel eher und ganz famos als schöne LP (mit einem weniger abweisenden Cover) wertgeschätzt. Denn »City Size Tone« fasziniert im Besonderen durch die schlüssige Kreuzung aus atonalem Underground, freier Klangkunst und analog produzierter Elektronik-Musik und (mehr oder weniger) freier, auf »klassischen« Instrumenten gespielter Improvisation. Das kann man als flirrende, ungreifbare Klangmalerei hören, wie auf dem Covermotiv angeregt, aber auch als schön dramatische Musik der Gegenwart, zwischen Ambient, Drone und vielschichtigen elektronischen Bezugspunkten. (ijb)



Siehe auch:
Lars Graugaard

Jørgen Teller: City Size Tone, Pt. 2

Audio-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.jorgenteller.dk



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