Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Jan Garbark Group
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

It's OK To Listen To The Gray Voice
(1985, ECM/Universal 825.406-2)

Oft arbeitete Garbarek nicht mit Gitarristen. Während er auf »PATHS, PRINTS« den Charakterkopf Bill Frisell in seine Gruppe holte, entschied er sich hier für David Torn – einen noch phanatsievolleren Musiker mit weit größerem Klangrepertoire. In seinen Gitarren-Soli besticht Torn mit einzigartigem, durch zahlreiche Soundeffekte geprägten Ton, während Eberhard Webers Kontrabass melodiös im Hintergrund mümmelt und Michael DePasqua – ganz ähnlich dem späteren Manu Katché – fast schon ein Rock-Schlagzeug klopft, synkopisch allerdings reich verziert.

Trotz einiger Experimente bleibt dieses Quartet-Album zugänglich, gar regelrecht warm und farbenreich, und es liefert mit dem gemächlichen, von jubilierenden Soli durchsetzten Lied »Mission: To Be Where I Am« zudem einen prachtvollen Ohrwurm, dem man schnell verfällt. Jammerschade, dass Garbareks Zusammenarbeit mit Torn bislang einmalig blieb. (lha)



Siehe auch:
Jan Garbark


Zum Artikel über Jan Garbark Group

Jan Garbark Group: It

   

Dresden
(2009, ECM/Universal 270 9572)

Gibt es noch einen Jazzmusiker, dessen Konzerte wie die von Jan Garbarek immer auf Monate im voraus ausverkauft sind? Die Atmosphäre seiner Auftritte, bei denen man eine Stecknadel fallen hören kann, hat fast schon religiösen Charakter - wobei seine Group mit Drummer Manu Katché, Bassist Eberhard Weber und Keyboarder Rainer Brüninghaus defintiv einige der besten Garbarek-Alben wie „I Took Up The Runes“, „Twelve Moons“ oder „Legend Of The Seven Dreams“ hervorgebracht hat.Von den beiden letztgenannten CDs stammt ein großer Teil dieses im Oktober 2007 in Dresden aufgenommenen Repertoires, wobei auch überraschende Titel wie Milton Nascimentos „Milagre Dos Peixes“, das recht populäre Sæverud-Klavierstück „Rondo Amoroso“ oder „Paper Nut“ aus Garbareks Zusammenarbeit mit dem indischen Geiger Shankar auftauchen. Das damalige Dreamteam – nur der seit seinem Schlaganfall nicht mehr aktive Weber wurde durch den Bassisten Yuri Damiel ersetzt – agiert routiniert und sicher wie und je – schön also, dass sich der norwegische Saxofonmeister fünf Jahre nach seinem letzten Album mit einer Live-Doppel-CD zurückmeldet. (peb)

   

Twelve Moons
(1993, ECM/Universal 519.500-2)

»TWELVE MOONS« war der Nachfolger des »RUNES«-Albums – sowohl musikalisch als auch personell. Garbareks Esoterik-Mitstreiter Weber, Brüninghaus und Katché (verstärkt durch Marilyn Mazur) schwelgen harmoniesüchtig in Nordland-Soundtracks, stimmungsvoll nicht zuletzt unterstützt Mari Boine von Agnes Buen Garnås. Immerhin: Die bisweilen süßlichen Weichspül-Sounds werden (unfreiwillig?) kontrastiert durch das Coverfoto von einem Bagger-Tümpel.

Trotz allem Pathos und Schöntönerei darf man nicht übersehen, dass die Songs kompositorisch zum Abheben sind, Garbarek eine traumhaft aufeinander eingespielte Band hat und sein Saxofon-Ton an Eleganz und Kontrolle kaum zu überbieten ist. Und allein ein Song wie das vor Rhythmik vibrierende »Gautes-Margjit« lohnt schon die Anschaffung. Ob die rührselige Neufassung des Songs »Witchi-Tai-To« (original auf dem gleichlautenden Album von '88) nötig war, darf allerdings bezweifelt werden. (peb)



Siehe auch:
Mari Boine
Marilyn Mazur
Manu Katché
Agnes Buen Garnås

   

Paths, Prints
(1981, ECM/Universal 21223-2)

Bill Frisell war schon damals einer der »amerikanischsten Gitarristen«, der Garbareks Streben in die Weite – man betrachte auch das Cover mit dem Highway in den Horizont – ideal unterstützen konnte. Sicher hatte Frisell sich damals noch nicht sein heutiges Format erarbeitet und beschränkte sich meist auf seine singend-schwebenden Töne im Hintergrund.

Dennoch markierte Garbareks Quartett – mit Eberhard Weber am Bass und dem bewährten Jon Christensen an den Drums – mit diesem Album eine Wende von den eher europäisch gefärbten Jazzalben und kammermusikalischen Vorgängern hin zum Sphärischen, mehr Melodischen, allerdings noch umständlich durch die Hintertür. Ihren historischen Charakter merkt man dieser Aufnahme leider recht stark an. (lha)



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2019, Design & Programmierung: Polarpixel