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Alle Rezensionen zu Yelena Eckemoff & Quartet
(Genre »Jazz«, Land »Grenzgänger«)

 

Everblue
(2015, L & H Production cd806151-21)

Für ihr erstes Quartettalbum führte Yelena Eckemoff im September 2014 drei Fünftel der Band Masqualero (bzw. sogar drei Viertel der späteren Besetzung auf ihrem letzten Album »RE-ENTER«) wieder zusammen: Neben Arild Andersen, der im Jahr zuvor bereits in der Trioformation auf der CD »GLASS SONG« mitwirkte, konnte sie Saxofonist Tore Brunborg und Schlagzeuger Jon Christensen gewinnen. Näher an eine Reunion der famosen Masqualero sollte die »nordische Musikgeschichte« nicht mehr heranreichen.

»Ein Teil unseres menschlichen Bewusstseins sehnt sich ständig nach dem Göttlichen, dem unsagbar Schönen, dem Unvergänglichen«, erklärt Eckemoff. »In meiner Welt nenne ich diesen Ort Everblue.« Dafür lässt sich das Quartett viel Zeit, um ihre Kompositionen sensibel zu erforschen. Klar, diese Musiker bringen Jahrzehnte lange Erfahrung mit, denen kann keiner was erzählen. Aber sie ruhen sich nicht auf ihren Lorbeeren aus, sondern nehmen das Angebot dankend an, diese traumhaft intensiven Kapitel in souveränem Miteinander darzulegen. Auch wenn die Pianistin de facto die Leitung hat, sind die zehn Stücke nicht darauf ausgerichtet, sie als Solistin an den Tasten erstrahlen zu lassen; vielmehr dürfen wir diese sehr nordische Suite als gleichberechtigtes Gruppenspiel auskosten.

Zwei der Nummern sind diesmal ausnahmsweise sogar aus Arild Andersens Feder; »Prism« wurde ursprünglich für die ECM-Platte »THE TRIANGLE« (2004) aufgenommen, damals mit Vassilis Tsabropoulos am Piano und John Marshall am Schlagzeug. Im Quartett mit Saxofon und vor allem mit Jon Christensens sehr freiem Rhythmusgefühl bringt »Prism« ganz andere Qualitäten zum Vorschein – gerade so, als ginge es ohnehin nicht mehr um die Kompositionen als solche, sondern vielmehr um das schwebend-einnehmende Miteinander der Vier. (ijb)



Siehe auch:
Tore Brunborg
Masqualero
Arild Andersen mit Vassilis Tsabropoulos und John Marshall
Jon Christensen, Tore Johansen, Vigleik Storaas, Jo Skaansar

Yelena Eckemoff: Everblue

Offizielle Website

Offizielle Website      http://yelenamusic.com

   

Desert
(2018, L & H Production cd806151-27)

Aufgenommen wurde »DESERT« Ende 2015 in Hollywood, veröffentlicht allerdings erst 2018. Diesmal erschien Yelena Eckemoffs Konzeptalbum über die Wüste – und damit vielleicht ein geistiger Nachfolger von »LIONS« – unter dem Bandnamen »Quartet« – dabei handelt es sich um die erste Besetzung des »Yelena Eckemoff Trio« mit Bassist Arild Andersen und Schlagzeuger Peter Erskine (siehe »GLASS SONG«), erweitert um Oregon-Holzbläser Paul McCandless, der im Wechsel Englischhorn, Sopransax, Bassklarinette, Oboe und Penny Whistle spielt. Von der norwegischen ersten Edition des »Yelena Eckemoff Quartets« (s.o.) ist somit nur Arild Andersen mitgekommen; man könnte also vom (vorwiegend) amerikanischen Quartett sprechen.

Gut drei Jahre nach »GLASS SONG« trafen sich Andersen, Erskine und Eckemoff also wieder im Studio, und für beide Herren ist dies bereits das vierte Album mit der Pianistin. Die Aufnahme entstand an zwei Tagen im Dezember, und man kann annehmen, dass Kalifornien trotz der Jahreszeit sozusagen ein passender Ort zum Thema »DESERT« war – entsprechend hat die 75-minütige Suite aus elf Stücken einen sehr anderen Tonfall. Nicht nur erinnern die Melodien oft an Nahost, an Orientalisches und auch an ferne Zeiten (und Filme, etwa der Vierziger- oder Fünfzigerjahre), zudem unterstreicht speziell die Präsenz von McCandless dieses thematische Konzept und die entsprechende Färbung. So gesehen sind wir äußerst weit weg von »Nordischer Musik«, allein Andersen verbindet »DESERT« mit unserer Webseite. Schön, ihn hier mal in einem ungewohnten Kontext erleben zu dürfen. Wie auf den vorigen Alben erweist sich auch dies, mit seinen ausgefallenen und verschlungenen Melodien, als wunderbare Zusammenarbeit mit der wahlamerikanischen Pianistin. (ijb)



Siehe auch:
Yelena Eckemoff
Yelena Eckemoff Trio
Arild Andersen
Arild Andersen, Paolo Vinaccia & Tommy Smith



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