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Alle Rezensionen zu Meshuggah
(Genre »Metal«, Land »Schweden«)

 

Koloss
(2012, Nuclear Blast NB 2388)

Das hat ja gedauert: Vier Jahre haben sich Meshuggah für den Nachfolger von »OBZEN« Zeit gelassen. Der Opener »I Am Colossus« ist trotz aller Querbeet-Rhythmik erstaunlich geradlinig – kehren die Schweden zu ihren Death-Thrash-Wurzeln zurück? Denn »KOLOSS« ist härter, brachialer als der Vorgänger und legt in Songs wie »The Demon's Name Is Surveillance«, dem thrashigen »The Hurt That Finds You First« oder dem gnadenlosen Groover »Swarm« ein ordentliches Tempo vor.

Freunde komplexer(er) Strukturen beglückt die unveränderte Besetzung um Jens Kidman mit absurden Basslinien, Stotter-Riffs und kolossalen Soli in »Do Not Look Down«, dem verrückten Schlagzeugspiel Tomas Haakes im dissonanten »Marrow« oder dem instrumentalen, sphärischen Schlusspunkt »The Last Vigil«. Ein starkes, vielschichtiges Album – einzig das gemächliche »Behind The Sun« kann nicht auf ganzer Länge überzeugen.

Sammler aufgepasst: Es gibt eine Sonderausgabe des 55-Minüters mit DVD mit Making-Of und der vergangenen Tour in Indien. (nat)

 Meshuggah: Koloss

Offizielle Website

Offizielle Website      https://www.meshuggah.net/

   

Obzen
(2008, Nuclear Blast NB19372)

Meshuggah überraschen auf »OBZEN« mit gewöhnlichen 4/4 Takten, verpassen dem Drumcomputer eine Auszeit und agieren insgesamt nicht ganz so durchgeknallt wie der Name verspricht. Kompositorisch und technisch auf gewohnt hohem Niveau legen sie mit dem knallharten »Combustion« los, einer explosiven Mischung aus heftigen Riffs und heiserem Geschrei verpackt in gewitzte Laut-Leise-Wechselspielchen.

Ein paar vertrackte Rhythmiker haben die Schweden selbstverständlich dennoch in die 52 Minuten gepackt, wie das hypnotisierende »Electric Red«, den Titeltrack oder das komplexe »Pineal Gland Optics«. Der absolute Überkracher der neun Songs aber ist »Bleed«: Dieses virtuose Zusammenspiel von Gitarren und Schlagzeug würde ich zu gerne live erleben. Zum Ausklang packen Meshuggah die ganze Bandbreite ihres Könnens in das zehnminütige »Dancers To A Discordant System«. Fazit: Alle Neune! (nat)

   

Catch Thirtythree
(2005, Nuclear Blast NB 1311-2)

Musikalisches Riesen-Puzzle für Durchgeknallte. Auch 2005 regiert bei den Bekloppten das Chaos: Die Schlagzeugrhythmen entspringen einem Drumcomputer, jedes Bandmitglied zupft, zerrt an Bass plus Achtsaitern – mit Ausnahme des »Ex-Drummers« Haake, der sich dafür mit seinem (computerverzerrten) Sprechgesang verewigen darf.

Wenn es keine kurzen Pausen gäbe, wüsste bei den ersten Stücken keiner, wo der eine Track aufhört und der nächste beginnt, so zerfleddert reihen sich Melodie-Fragmente bruchstückhaft aneinander. Auf »CATCH 33« haben sich die Schweden selbst übertroffen – extremer geht's fast nicht mehr, Meditationsklänge inklusive. (nat)



Siehe auch:
W:O:A Full Metal Juke Box – Vol.2

   

Chaosphere
(2003, Nuclear Blast NB-3362)

Musiker aller Metalsparten führt euch mal das Lehrstück »Corridor Of Chameleons« zu Gemüte. DAS ist Extrem Metal. Bei Meshuggahs Viertling treffen erneut chaotische Rhythmen auf ausgefuchstes Gitarrenspiel, verheerende Attacken auf ausgeflippte Effekte. Der Name ist Programm: »CHAOSPHERE« torkelt kreuz und quer von Hysterie zu Inferno, der desorientierte Hörer hinterher.

Dennoch schaffen die Schweden eine gewisse Eingängigkeit, das Zauberwort lautet: Berechnetes Chaos – mit heißgespieltem Händchen und kühlem Kopf. Die genialen Musiker scheren sich mit ihrem verrückten Werk weder um Rhythmus- noch um Genregrenzen. So ist der letzte Track »Elastic« eher als musikalisches Kunstobjekt, denn als Lied zu sehen - sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt. (nat)

   

Nothing
(2002, Nuclear Blast NB 0542)

Genial krank? Nur krank? Nur genial? Aber wer erwartet von Meshuggah denn eingängige, monotone Tonabfolgen? Nach dreijähriger Abstinenz (die »RARE TRAX«-Demos aus dem Vorjahr ausgeklammert) kehren die Krummtakter zurück, mit achtsaitigen Klampfen zwischen Thordendals/ Hagströms flinken Fingern und ohne Bassist. Diesen Part übernehmen die Gitarristen im Jobsharing-Verfahren.

Bei »Spasm« greift Tomas Haake zum Mikro und geht da nicht minder brutal zu Werk, als bei seinem höchst eigenwilligen Drumming. Die restlichen Töne stößt Frontmann Kidman aggressiv, brachial hervor, wechselt beim doomigen »Nebulous« zum Sprechgesang, bevor er sich beim letzten, instrumentalen Track »Obsidian« komplett ausklinkt. (nat)

   

Destroy Erase Improve
(1995, Nuclear Blast NB 0121)

Die meshuggen Trasher aus Ikea-Land reiften in den vergangenen Jahren. Neben Leadgitarre und Schlagzeug hat insbesondere Kidmann sein Stimme weiterentwickelt und lässt Vergleiche mit dem Pantera-Frontmann hinter sich. Die Truppe trumpft bereits im Opener »Future Breed Machine« voll auf: Barbarischer Gesang und wüste Stakkato-Riffs mähen alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellt, bis sich der Hörer abrupt, völlig desorientiert, allein auf weiter Akustikflur wieder findet - doch noch bevor er sich richtig akklimatisieren kann, prügeln ihn donnernde Drums zurück ins Inferno.

Nicht nur diesen Track spielen die Schweden beispiellos präzise und technisch anspruchsvoll in ihrem ureignen, perfektionierten krummen Takt; der komplette dritte Silberling besticht durch kreative, progressive, detailverliebte Songs, etwa »Suffer In Truth«. Wer noch nie von Meshuggah gehört hat, möge mit »DESTROAY, ERASE, IMPROVE« beginnen. (nat)

   

Contradictions Collapse
(1991, Nuclear Blast NB 049)

Die mächtig bösen Jungs aus Umeå versuchen grunzend in Metallicas Trash-Fußstapfen der späten 80er zu treten. Brutale Klange und aggressive Töne – die partiell an Phil Anselmo (Pantera) mit Halsschmerzen erinnern – zeichnen das gnadenlose Debüt aus.

Die Bescheuerten, bestehend aus Mikro-Grunzer Jens Kidman, Bassist Peter Nordin, Felle-Klopfer Tomas Haake, sowie den Gitarristen Fredrik Thordendal und Mårten Hagström, stürmen hart und brachial in die Metalwelt, kommerziell allerdings (noch) kaum erfolgreich. »CONTRADICTIONS COLLAPSE« ist alles andere als leicht verdauliche Kost, aber ausbaufähig. (nat)



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