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Alle Rezensionen zu The Flower Kings
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Adam & Eve
(2004, Inside Out/SPV 085-60892)

Yes, Pink Floyd, Genesis – die frühen! – und Anyone's Daughter musizieren noch immer wie anno dazumal und leben in Schweden. So scheint es zumindest, wenn man dem ausgefeilten Artrock-Reigen der Flower Kings lauscht. Wie dereinst diese Bands lässt die Truppe um Bandchef, Gitarrist und Sänger Roine Stolt ihre bis zu 20minütigen Songs an- und abschwellen, entwickelt überbordende Epen voller Breaks und Dramatik, legt bassig-wattige Keyboard-Teppiche und treibt Gitarrentenöre in die höchsten Tonlagen.

Im Vergleich zu vielen anderen ihrer Zunft, die wie ein alter Zopf im Quadrat klingen, haben sich die Blumenkönige nicht in ihrer Retro-Vergangenheit selbst gefangen, sondern verweben zahlreiche Klangfarben. Und sie kommen meist rasch auf den Punkt – trotz besagter 20 Minuten-Songs. Ob das bluesige »Timelines«, das sich gruselig anpirschende »Vampire's View« oder der surreale Walzer mit Klassiktouch namens »Days Gone By« – so bleibt Progrock auch noch in diesem Jahrtausend hörbar. (peb)



Siehe auch:
Tomas Bodin
Kaipa
Roine Stolt

The Flower Kings: Adam & Eve

Offizielle Website

Offizielle Website      https://www.roinestolt.com/

   

The Sum Of No Evil
(2007, Inside Out/SPV 79622)

Dass im sich im Jahr 2007 plötzlich wieder junge Bands vom lange als hoffungslos hippiesk verschrieenen Progressive Rock inspirieren lassen, ist wohl allein der Zyklizität des Musikgeschäfts zuzuschreiben. Damit fällt ein Schlaglicht auf die altgedienten Größen wie die Flower Kings. Auf »THE SUM OF NO EVIL« zelebieren sie mit viel Gusto ihre Rückkehr zu den Ursprüngen: epischer Atem, kathedralengleiche Gefühle, überlebensgroße Keyboards, eine gewisse ironiefreie Ernsthaftigkeit und ein Hang zur Überlänge. Vorbei die Zeiten, als Mastermind Roine Stolt noch mit jazzigen und folkigen Elementen experimentierte.

Soll man es mit den Beständigen halten? Oder sich auf die Seite der Visionäre schlagen? Mit dem entschiedenen Hinwenden zu den Wurzeln des Genres im klassischen Prog-Jahrzehnt 1970er könnten die Flower Kings durchaus einen Schritt rückwärts gemacht haben. Auf hohem Niveau, überaus spielfreudig und unter souveräner Beherrschung des Handwerkszeugs. Aber trotzdem in die falsche Richtung. (emv)

   

Paradox Hotel
(2 CDs, 2006, Inside Out/SPV 48872)

Mit »PARADOX HOTEL« machen die Blumenkönige das Prog-Dutzend voll. Stolt und Konsorten haben das Material für diesen Doppeldecker, bis auf den Harmoniegesang, im Kopenhagener Medley Studio binnen einer Woche live aufgenommen und feilten im Anschluss noch zwei Monate im eigenen Studio an den Songs. Das Ergebnis ist für den Hörer leichter zugänglich, da weniger detailverliebt als gewohnt.

Frisch, leger, frohlockend spannen die FloKis schwungvolle und raffinierte Melodiebögen, zu denen Froberg Texte über die »Kuriosität des Daseins« beisteuert: Das Konzeptalbum vergleicht das Leben des Menschen mit dem Aufenthalt im »PARDOX HOTEL« – willkommen zu Track Eins: »Check In«. (nat)

   

Meet The Flower Kings
(2 CDs, 2003, Inside Out/SPV 089-60462)

»Meet The Flower Kings On Stage Playing Their Epics«, so der vollständige Titel des Doppelalbums, das die Schweden auch als Doppel-DVD veröffentlichen. Insgesamt sieben Lieder zwischen elf und einunddreißig Minuten Dauer nahmen die Blumenkönige im Februar 2003 im Staatstheater Uppsalas auf. Bereits der Opener »The Truth Will Set You Free« bringt es auf über eine halbstündige Spieldauer.

Unterstützt durch den Pain Of Salvation-Sänger/Gitarristen Daniel Gildenlöw jamt die Gruppe um Mastermind Roine Stolt irgendwo zwischen Yes, den älteren Genesis, King Crimson und Pink Floyd, wechselt vom progressiven Siebziger-Sound zu Jazzrock und setzt gar vereinzelt orientalische Tupfen. Mit komplexen Kompositionen und filigranem Gesang entwickeln sie eine eigenwillig (Live)Atmosphäre und entführen das Publikum auf eine »zeitlose Zeitreise« – die gewiss nicht jedermanns Nerv trifft. (nat)



Siehe auch:
Pain Of Salvation

   

Flower Power
(2 CDs, 1999, Inside Out/SPV 092-31762)

Ungemein ausdauernd sind sie, diese Schweden: Allein das erste Prog-Stück »Garden Of Dreams« dauert eine knappe Stunde(!), unterteilt in viele kleine Szen(ari)en, welche die Musiker auch gerne live zelebrieren. Sie sprudeln über voller Ideen, mixen die Stile, springen aus der psychedelischen Ecke in den Orchestergraben, flüstern, schreien, lärmen – der gnadenlose Szenenwechsel vom ruhigen »Garden Of Dreams« zum ohrenbetäubenden »Don't let The D'Evil In« ist nix für Nervenschwache.

Nach einem ultrakurzen Schlagzeugsolo plus zwei Instrumentals verklingt die erste Hälfte des fünften Albums. Die zweite Silberscheibe pflügt gelungen über kommerziellere Felder; heraus sticht dabei das geniale, abgehobene »Psychedelic Postcard« oder das gediegene, als einziges von Hasse Fröberg geschriebene »Magic Pie«. (nat)

   

Stardust We Are
(2 CDs, 1997, Inside Out/SPV 092-31782)

... denn sie wissen nicht, wann sie aufhören müssen – so könnte der Untertitel lauten. Über zwei Stunden dauert der Marathon der am Ende sichtlich erschöpften Blumenkönige: »Don Of The Universe« zerrt schwer an den Nerven – falls der geneigte Hörer nicht gerade für seinen Anfänger-Meditationskurs dringend die passende, indisch angehauchte Musik benötigt. Auch der Wegfall des Reggae-lastigen »Ghost Of The Red Cloud« wäre zu verschmerzen.

Dafür bietet die erste CD vollendeten Hörgenuss: Der königliche Siegszug beginnt mit dem erfrischend prog-rockigen »In The Eyes Of The World«, schlängelt sich krummtaktig-schräg voran über »Just This Once« und stoppt vor dem Zirkuszelt »Circus Brimstone«. Dort wütet ein psychedelischer Drehorgelmann derart, dass man sich fragt, ob er noch festen Boden unter den Füßen hat oder bereits an Bord des Raumschiff Enterprise durch Zeit und Raum rast. Mit »Compassion« landen die Schweden wieder sanft in dieser Welt – und könnten es dabei belassen. (nat)

   

Retropolis
(1996, Inside Out/SPV 085-31802)

Ein Tischtennisball?! Das Geräusch dieser hüpfenden weißen Kugel, augenzwinkernd »Rhythm Of Life« genannt, dient als Intro, gefolgt vom elfminütigen, instrumentalen Titelsong. Dieser besticht durch seine rhythmische und melodiöse Vielfalt: Trotz ihres Eigenlebens harmonieren alle Instrumente wunderbar und fügen sich zu einem groß(artig)en Ganzen.

Doch wo »Retro« drauf steht, steckt auch »Retro« drin: Die Siebziger kehren wieder, als fröhliche Progrock-Variante, verschmelzen mit Jazz, Sopran-Saxophon und sogar Kirchenorgel-Anleihen, türmen sich auf zu einem verschachtelten, komplexen Gebilde, einem bombastischen Monument. (nat)



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