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Alle Rezensionen zu Pain Of Salvation
(Genre »Metal«, Land »Schweden«)

 

Falling Home
(2014, Inside Out -)

»FALLING HOME« ist ein gescheitertes Live-Album einer Akustikshow von Pain Of Salvation in Deutschland – oder um es mit den Worten des Bandkopfs und letztem verbliebenen Gründungsmitglied Daniel Gildenlöw auszudrücken: »Der Mitschnitt klappte nicht (…). Trotzdem wollten wir die Idee nicht einfach verwerfen. Also brachten wir die Aufnahmetechnik in unseren Proberaum, spielten die Songs und nahmen live auf.« Statt Metal der Frühtage erwarten den Hörer also intensive, kreativ umarrangierte Akustikversionen aus dem Bandrepertoire, mit einer (Hammond-)Orgel hier, angejazzten Melodieschlenkern da, häufig mehrstimmigen Gesängen und einem konstant warmen Klang.

Die Schweden tauchen ihre Hörer in ein emotionales Wechselbad, vom theatralischen »Chain Sling« über das herbe »Linoleum« und das partiell beinah gerappte »Spitfall« bis zum finalen neuen Singer-Songwrtiter-Titelstück. Dazwischen hat das Quintett zwei Coverversionen gepackt. Hält es sich bei »Perfect Day« noch relativ nahe am Original von Lou Reed, so ist »Holy Diver« von Dio als Jazz-Reggae-Stück(!) kaum wiederzuerkennen – hört Euch das mal an, Hellsongs-Mitglieder und -hörer. Eines der mutigsten, erstaunlichsten, schöpferischsten Alben 2014. (nat)



Siehe auch:
Hellsongs


Zur DVD-Rezension über Pain Of Salvation

 Pain Of Salvation: Falling Home

Offizielle Website

Offizielle Website      http://painofsalvation.com/

   

Road Salt Two
(2011, Inside Out ?)

Für den zweiten Teil ihres Konzeptalbums »ROAD SALT TWO« verkürzen die Schweden ihr Produktionsintervall auf ein Jahr. Die knapp 54-minütige Scheibe knüpft natürlich an den Vorgänger an, doch tauchen Pain Of Salvation noch tiefer in den Klangkosmos der (psychedelischen) Siebziger Jahre ein.

Das Ganze durchmischt das Quartett mit vielen Prog-Elementen, gewöhnungsbedürftigen Melodien, diversen von Akustikgitarren dominierten Passagen (»Healing Now«) und dem prägendsten Element wie eh und je bei POS: Der Stimme Daniel Gildenlöws. Streicher geleiten den Hörer in das Album hinein – und wieder hinaus. Was bleibt? Ein zwiespältiger Eindruck: Spielerische sowie gesangliche Glanzleistung kontra zig-mal-gehörter-Siebziger-Sound. Hypnotischer Minimalismus für die Einen, fehlende Dynamik für die Anderen. (nat)

   

Road Salt One
(2010, Inside Out 505222)

Pain Of Salvation goes Blues – zumindest mit dem fünften Song »Tell Me You Don't Know«, doch hatte bereits der hardrockige Opener eine leicht bluesige Note. Das Quartett gibt auf diese Basis eine Prise Siebziger Rock, einen Schuss Prog, verquirlt das Ganze ordentlich und fertig ist der Cocktail »ROAD SALT ONE«. Das prägend(st)e Element auf dem »SCARSICK«-Nachfolger ist und bleibt abermals die Stimme des Bandkopfes Daniel Gildenlöw. Im sechsminütigen »Sisters« fasziniert er mit feinsten Nuancen von besinnlich bis theatralisch.

Ganz anders agieren er und seine Mannen dagegen in »Sleeping Under The Stars«, das irgendwo zwischen südländischer Folklore und Zirkusmanege im Walzertakt dahinschaukelt. »Linoleum« scheppert schräg vor sich hin, bis der 51-Minüter schließlich mit dem längsten Stück verklingt, dem psychedelischen »Innonce«. Wer neugierig auf frische Experimente aus dem Hause Pain Of Salvation ist, greife zu. (nat)

   

Scarsick
(2006, Inside Out/SPV 79202)

Sprechgesang und Sozialkritik – aus diesen Zutaten haben schon Rage Against The Machine und Clawfinger manches Mahl zubereitet. Ganz so einfach ist Pain Of Salvations Rezeptur allerdings nicht. Auf »SCARSICK« verblüfft Sänger, Gitarrist und Bassist Gildenlöw zunächst mit dem poppigen »America« (bitterböser Text inbegriffen), bevor er mit »Disco Queen« noch einen drauf setzt: Rhythmus und Melodie locken auf die Tanzfläche, doch dahinter steckt viel mehr.

»Letztendlich setzt diese Nummer die Idee von früheren Stücken wie »In The Flesh« oder »Ashes« fort, die sich mit Missbrauch und Prostitution auseinandersetzen. In »Disco Queen« geht es jedoch nicht nur um körperlichen Missbrauch, sondern auch um die Prostitution von Seele und Prinzipien«, so Gildenlöw. Das schwedische Quartett bleibt seinem Grundsatz treu, ausdrucksstarke und abwechslungsreiche Alben zu veröffentlichen. (nat)



Siehe auch:
Clawfinger

   

Be
(2004, Inside Out/SPV 085-60992)

Es ist nicht gerade die durchschaubarste Geschichte, die sich POS-Frontmann Daniel Gildenlöw für sein Konzeptalbum, pardon Opus Magna, ausgesucht hat: das Leben und seine Entstehung. Und so ist dieser Silberling zu einer hoch kryptisch-philosophischen Angelegenheit geworden.

Unterteilt in vier Akte werden hörspielhaft Gedanken skizziert, Fragen aufgeworfen und Antworten vorenthalten. Die Kompositionen verweigern sich dabei jeder kategorialen Einordnung: Metal, Progrock, Folk, Klassik – alles wird fragmentarisch und ohne Hörfluss aneinander geordnet. Flankiert von zerfahrenen Intros und Interludes in Überlänge, die vermeintlich substanziell die einzelnen, lateinisch benannten Songs thematisch verbinden sollen. Ein salbungsvoller Rundumschlag, der sich weitestgehend im Verzicht auf schlüssige Melodien und Eingängigkeit übt.
All dies entbehrt nicht einer gewissen Theatralik – folglich kein Wunder, dass die Band samt neunköpfigem Orchester dieses Werk auch schon zur Bühnenreife gebracht hat. Ein Album, das die Hörer spalten wird: Gut oder nur gut gemeint? (maw)



Siehe auch:
The Flower Kings

   

Remedy Lane
(2002, Inside Out/SPV 085-41972)

Die Akkumulation von Gegensätzen ist konzeptorische Bedingung: Dramaturgisch anspruchvoll stellen sich die Prog-Rock-Manifeste quer und vertracken mit Brüchen und tückischen Wendungen die eigene Geschichte. Und die ist meist genau so zerrissen, wie die Musik selbst. Im Unterdruck der Emotionen werden Themen wie Apathie, Verlust, Liebe und Gesellschaft aufgesogen, die des Frontmanns Seele strippen lassen.

Eingekleidet in mannigfaltigen Tempi- und Taktwechseln, sperrigem Drumming und ausladenden Gesangsparts bewegt sich die Band durch dreizehn heterogene Songs, die atmosphärisch stimmig sind, sich teilweise auf dem Grad zum Kitsch bewegen, jedoch kongenial gipfelnd im Schlusstrack zusammengeführt werden. (maw)

   

One Hour By The Concrete Lake
(1999, Inside Out/SPV 085-31342)

Auf dem atmosphärischen Zweitling operieren die Schweden weniger experimentell. »ONE HOUR BY THE CONCRETE LAKE« zehrt von den Wechseln zwischen harten, rhythmisch kniffligen Metalriffs und klaren Akustikmelodien, die Gildenlöw sowie Neuling Johan Hallgren klampfen. Auf die technischen Fertigkeiten des Quintetts erneut einzugehen, ist genauso überflüssig wie Gildenlöws Stimm(ungs)-Bandbreite zu betonen.

Platte einlegen, die Akustikballade »Pilgrim« mit Cello-Untermalung genießen oder bei »The Big Machine« hören, wie Pain Of Salvation über sich selbst hinauswachsen. Für europäische Käufer ist nach elf Songs Schluss: »Beyond The Mirror« plus »Timeweaver's Tale« gibt's nur als Japanbonus. (nat)

   

Entropia
(1997, Inside Out/SPV 085-31672)

Technisch hohes Niveau und ein vielschichtiger Gesang kennzeichnen »ANTROPIA«: Daniel Gildenlöw steigert schon im ersten Track »!(Foreword)« seinen Normalgesang wechselweise zu hohen oder tiefen Schreien, malt aggressive, traurige oder schmerzliche Stimmungsbilder; wahrlich perfekt setzen Pain Of Salvation den Song »Stress« in Szene.

Auf ihrem experimentellen Debüt stellen die Progressiv-Metaller trashige Gitarren contra klare Saitenmelodien, legen vertracktes Schlagzeugspiel oder funkige Bässe unter Gildenlöws Stimme. Textlich befasst sich das Konzeptalbum mit den Facetten des Krieges – man höre etwa »Winning A War« oder die akustische Düsterballade »Obliveon Ocean«. (nat)



Siehe auch:
The Flower Kings



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