Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Vreid
(Genre »Metal«, Land »Norwegen«)

 

Milorg
(2009, Indie Recordings INDIE019CD)

Bei Vreid herrscht erneut Krieg, genauer gesagt: der Zweite Weltkrieg: »Some Men Fight For Freedom, Some Men Die For You« faucht Sture im abschließenden Titelsong. Mit »MILORG« erinnert das Quartett an die im Mai 1941 gegründete »militær organisasjon«, die größte norwegische Widerstandsgruppe im Zweiten Weltkrieg – und versetzt den Hörer fast vom ersten Takt an in Alarmbereitschaft: Nach einer ruhigen, doomigen Minute heult im Opener eine Sirene und die Nordmänner metzeln schwarzmetallisch los. Binnen der neun Minuten Dauer von »Alarm« agieren sie äußerst facettenreich, drosseln das Tempo, wexeln zu epischen Passagen, Sture keift mal zornig, singt mal wehmütig klar.

Der Opener kennzeichnet perfekt den Weg, welchen die »pechschwarze Brigade« auf dem »I KRIG«-Nachfolger beschreitet: Melodiös, vielfältig, atmosphärisch arrangieren Sture, Ese, Hváll und Steingrim die acht Lieder, streuen in ihr Extrem Metal-Gewitter immer wieder progressive Parts. Finsterer Gesang trifft auf intelligente, teils mehrstimmige Leadgitarren wie in »Blücher« (seines Zeichens ein schwerer Kreuzer mit kurzer Lebensdauer: Bereits beim erste Kampfeinsatz am 9. April 1940 im Oslofjord kenterte das Schiff). Das anschließende instrumentalen »Blücher Pt. II« startet mit ähnlicher Saitenarbeit, endet aber in Akustikgitarren und Orgelklängen. Ja, der norwegischen Black Metal ist noch lange nicht ausgereizt – wie Vreid mit ihrer bis dato originellsten Scheibe beweisen. (nat)


Zum Artikel über Vreid

 Vreid: Milorg

Offizielle Website

Offizielle Website      www.vreid.no

   

Sólverv
(2015, Indie Recordings/Soulfood -)

Das zweite Album mit Artwork von dem fantastischen Kim Holm (siehe unser Polarblog) und das siebte aus dem Hause Vreid: Die Mannen Sture, Strom, Hvall und Steingrim versetzen den Hörer mit einer gemächlich-schleppenden Einleitung eine Minute lang nahezu in Trance, das anschließend dezent im Hintergrund agierende Schlagzeug feuert erst auf Kommando der melodieführenden Gitarre aus allen Rohren, ergänzt durch schaurig-geknarzte Texte (laut Info im Sognamal-Dialekt) und unterbrochen durch ruhige Passagen.

Der Opener »Haust« ist ein waschechter Black Metaller und so auch das komplette »SÓLVERV« (»SONNWENDE«), die »‘n’Roll«-Tage scheinen passé. Einige Male wartet das Quartett mit lässigen Grooves wie im Titelstück auf, lässt zu Beginn des extrem abwechslungsreichen »Når Byane Brenn« fast filmmusikartig eine Schattenarmee einmarschieren oder trommelt den Hörer hypnotisch in noch düstere Welten, wie im epischen Ausstand »Fridom Med Daudens Klang«. Urig, finster, fesselnd. (nat)

   

Welcome Farewell
(2013, Indie Recordings INDIE096CD)

Knapp zwei Minuten lasen sich Vreid Zeit, bis sie im Opener »The Ramble« schließlich richtig losgrooven. Den coolsten Black ’n’ Roll-Groove auf dem Sechstling aber haben das kürzeste Stück »The Devils Hand« und der vielschichtige Titelsong – saugeiles Teil!

»The Reap« beginnt dagegen mit überraschend klassischem / Heavy Riffing, sobald Sture ins Mikro krächzt, erhält er schwarzmetallische Untermalung, doch die erwähnten Gitarren tauchen immer wieder auf. Akustisch-zart stimmt das norwegische Quartett den Hörer auf »Sights Of Old« ein – und schockt ihn mit einem infernalischen Ausbruch nach einer Minute. »Black Waves« klingt seltsam vertraut … hattet ihr das schon auf dem Niflheim-Festival im Stuttgarter LKA gespielt? Vreid 2013: Düster, atmosphärisch, rockig groovend. (nat)

   

V
(2011, Indie Recordings INDIE055CD)

Bedrohlich anschwellende Gitarren, Stakkato-Schlagzeug – Break. Alle Instrumente gemeinsam, leicht schwarzmetallisch – Break. Alle Instrumente gemeinsam, Sture erhebt seine krächzende Stimme – Break. Danach sind alle endlich bitterböse in »Arche« vereint: Vreid haben ihr fünftes Album eröffnet.

Auf »V« verbinden sie immer noch viel norwegischen Black Metal mit etwas Rock aus den Siebzigern, doch bringt hier der neue Gitarrist Strom (ein alter Bekannter aus Windir-/Ulcus-Tagen) zusätzlich einige Achtziger-Elemente in die neun Songs. Mit Stücken wie »Wolverine Bastards« zeigen die Norweger, dass sie auch 2011 noch gnadenlos vorwärtsbrettern können, doch meistens agieren sie auf dem glasklar produzierten 49-Minüter düsterer, schwer(mütig)er, komplexer als je zuvor. Anhören! (nat)

   

I Krig
(2007, Indie Recordings/Plastic Head INDIE005CD)

Mit Klavier, Trommel und Akustikgitarre startet das Quartett, die E-Gitarre setzt ein, Fronter Sture faucht »Jarnbyrd«. Album Nummer drei verzichtet gänzlich auf englische Texte, und schon klingen Vreid viel düsterer, authentischer. Meist bewegen sich die Norweger wie im Opener im Midtempo-Bereich; statt Geknüppels in Höchstgeschwindigkeit bevorzugen sie stimmige Arrangements.

Sture, Ese, Hváll, Steingrim können immer noch aufs Gas treten, doch mit monotonen, beklemmenden Rhythmen wie in »Væpna Lengsel« hypnotisieren sie. Dumpfe Gitarren und Stures kratzige Stimme – frühstückt der Mann Rasierklingen? – steigern die finstere Stimmung von »I KRIG«, trotz einer Geige im Titeltrack, Viking-Passagen, Folk-Elemente oder kurzem Klargesang. (nat)

   

Pitch Black Brigade
(2006, Tabu Recordings)

Mit dieser Scheibe muss Vreid einfach die Aufmerksamkeit auf sich lenken, weg vom Image des Geheimtipps! »PITCH BLACK BRIGADE« knüpft etwas rockiger, grovender an den »Black'n'Roll«-Stil des Vorgängers an; so scheint der Song »Helvete« vom Debüt mit »Hengebjørki« verschwägert zu sein.

Wie schon auf »KRAFT« werfen Vreid (zu Deutsch: Zorn/Wut) zu pechschwarzer Musik norwegische und englische Texte durcheinander, welche dieses Mal auf historische Ereignisse des 20. Jahrhunderts beruhen. Ohne überflüssige Keyboard-Spielereien geben sich die Zornigen ganz dem astrein produzierten, ursprünglichen, norwegisch-nordischen Black Metal hin, aufgenommen in Basser Hválls eigenem Studio. (nat)

   

Kraft
(2004, Tabu Recordings/Soulfood 008)

Eine beeindruckende Scheibe der norwegischen Mannen, unter denen sich drei Ex-Mitglieder der Band Windir befinden. Traditioneller Black Metal klingt an: Schwarzmelodisch blasen die Gitarren von Anfang an den Marsch. Punkige Fast-forward-Parts halten sich die Waage mit Blast-unterstützten Melodien, ein paar Clean-Teilen und viel Double-Bass-Geballer. Bei »Helvete« eröffnen synthetische Sounds das Black Metal-Feuer – die erinnern positiv an alte Depeche Mode-Platten, bevor die Rhythmusgruppe die Elektronik bis zum Schluss der Platte verbannt.

»Kraft« ist fast eine eierlegende Wollmilchsau: punkiger Trash, schwarze Sphären, ausreichend Abwechslung und kein unnötiges Technik-Geschnörkel. Eine Platte, die straight-forward auf die Zwölf treffen und im nächsten Moment still lodernd irrläufige Seelen einfangen kann. Unscheinbar schillernd, da furztrocken und roh produziert, aber kompositorisch durchaus gar, findet Vreid einen Weg, um auf simple und dennoch besondere Weise mit diesem ersten Stück Plastik den Fingerzeig auf sich zu richten. Ein Geheimtipp! (olt)



Siehe auch:
Windir



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2018, Design & Programmierung: Polarpixel