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Alle Rezensionen zu Radka Toneff
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Some Time Ago – A Collection Of Her Finest Moments
(2003, Universal 843.412-2)

Nur zehn Jahre dauerte die professionelle Karriere von Radka Toneff; in dieser Zeit nahm sie vier Alben auf. Bedauerlich wenig bei dem Potenzial sowohl als Sängerin wie als Komponistin. Sie wuchs mit Klassik und Volksmusik auf (ihr Vater war Bulgare), und über Rock und R&B kam sie Anfang der 70er zum Jazz, gefördert von Musikern wie Jon Balke und Arild Andersen, der sie ihre ganze Karriere hindurch häufig begleitete. Radka Toneff entwickelte einen sehr eigenen Gesangsstil, mit wenig Vibrato, aber viel Ausdruck und Emotion in der Stimme und einer Vorliebe für Balladen. Traurig, traurig, dass Radka Toneff sich schon mit 30 von dieser Welt verabschiedete.

»SOME TIME AGO« ist ein Querschnitt durch Radka Toneffs Schaffen, und hier sind tatsächlich ihre besten Aufnahmen versammelt: »Mr. Bojangles« und »Ballad Of The Sad Young Men« aus ihrem Erstling »WINTER POEM«, auf dem ihr Quintett mit Jon Eberson (g), Lars Jansson (p), Jon Christensen (dr) und Arild Andersen (b) ebenso vorzüglich spielt wie auf »IT DON'T COME EASY«. Für diese Platte trägt Andersen einen herrlich leichtfüssige Bossa bei: »A Certain Peace«. Höhepunkte des Samplers sind die Stücke ihres posthum veröffentlichten und Grammy-geschmückten Mitschnitts »LIVE IN HAMBURG« mit Alex Riel (dr), Steve Dobrogosz (p) und Andersen. Glänzend hier die Version des Dylan-Songs »Just Like A Woman«. (tjk)



Siehe auch:
Jon Balke
Arild Andersen

Radka Toneff: Some Time Ago – A Collection Of Her Finest Moments

   

Live In Hamburg
(1992, Odin Records/Musikkoperatørene NJ40442 | ODINCD9552)

Zwei Akkorde vom Piano, zwei kleine Akkorde nur, und dann endlich, endlich diese Stimme: Radka Toneff taucht ganz tief ein in »Spring Can Really Hang You Up The Most« und setzt den Standard für eine ergreifende, wunderbare, traumhafte Aufnahme, natürlich ihre beste. 1981 aufgenommen, doch erst 10 Jahre nach ihrem mysteriösen Tod wurde diese Live-CD veröffentlicht und präsentiert nicht nur die Sängerin in Höchstform: Mit Alex Riel (dr) und ihren beiden Langzeit-Begleitern Steve Dobrogosz am Piano und dem hier grandiosen Arild Andersen am Bass hat sie ein kongeniales Trio um sich.

Nur mit Arild Andersens Bass krönt sie Ornette Colemans »Lonely Woman«, gleich danach des Bassisten schnelle Bossa »A Certain Piece«, worin Alex Riel und Andersen fulminante Soli haben. Auch »Antonio's Song«: toll. Bob Dylans »Just Like A Woman« tönt so wunderschön, dass es einem die Tränen in die Augen treibt. »Rest Enough« beweist ihr Blues-Talent, und ihrer bulgarischen Abstammung wird sie mit einem Volkslied gerecht – das fällt völlig aus dem Rahmen, erfordert ganz andere stimmliche Qualitäten! Radka Toneff meistert auch das, führt über in »Havana Candy«, einer schnellen Paradenummer für Dobrogosz und Andersen – ein weiterer Höhepunkt einer CD, die zu Recht den norwegischen Spellemanspris und einen Grammy erhielt.
[2016 in der Reihe »Jazz Out Of Norway Since 1981« beim Label Odin Records wiederveröffentlicht.] (tjk)



Siehe auch:
Alex Riel
Arild Andersen / Masqualero

   

Winter Poem
(1990, Verve/Universal 843.412-2)

Schon hier wird Radka Toneffs Talent deutlich: eine Sängerin mit eigenem Ton und Stil. Zerbrechlich aber doch kraftvoll, wenig Vibrato, aber mit einem gewissen melancholischen Schleier, den auch ein paar Streicher-Arrangements befördern.

Radka Toneff hat einige Stücke selbst komponiert, auch Silvia Plaths »Lorelei« vertont, und dafür Respekt! Sie hat in ihrer Band allerdings auch Musiker wie den ausgezeichneten Gitarristen Jon Eberson, Lars Jansson (p), Arild Andersen (b) und Jon Christensen (dr) nebst Knut Riisnæs (ts), da kann nichts schief gehen. Sehr gut geriet auch »Ballad Of The Sad Young Men«, und ihre Version von »Mr Bojangles« gehört zu den besten dieses Songs! (tjk)

   

Fairytales
(1986, Odor ODIN CD-03)

Lediglich mit der Piano-Begleitung von Steve Dobrogosz frönt Radka Toneff der Melancholie: »FAIRYTALES« ist eine sehr schöne, aber tieftraurige Platte. Das beginnt schon mit dem großartigen, nein: unübertreffbaren! »The Moon Is A Harsh Mistress«, und es setzt sich fort mit Songs von Elton John oder Kurt Weill: Radka Toneff ist »Lost In The Stars«.

Das hat natürlich Klasse, schließlich kann Radka Toneff als Sängerin mit eigenem Profil ein gutes Pfund kühle Emotion zwischen die schütteren Akkorde von Steve Dobrogosz pflanzen. Dieser hält sich sehr zurück und verstärkt dadurch noch die traurige Grundstimmung dieser Aufnahmen. Und »My Funny Valentine« hat noch nie dunkle Wolken vertrieben. (tjk)

   

It Don't Come Easy
(1979, Zarepta/Universal 843413-2)

Das zweite Album von Radka Toneff ist gleichzeitig ihr schwächstes. Trotz ihres weiterhin hochkarätig besetzten Quintetts (Eberson, Andersen etc.) hinterlässt die ganze Produktion ein eher schales Gefühl.

Die meisten Stücke hat Radka Toneff selbst komponiert und verwendet Texte der Dichter Robert Creeley und Nikki Giovanni, musikalisch weiß sie aber offensichtlich nicht so recht wohin: Zwischen Pop und Jazz changierend findet sie selten packende Melodien, schleppt sich und die eifrige Band so durch. Einzige, aber grandiose Ausnahme: Arild Andersens Bossa »A Certain Piece« – hier ist die Band hellwach, der Ausnahmebassist spielt ein bewundernswertes Solo, und auch Radka Toneff ist so gut, wie sie nur sein kann. Der Song findet sich aber auf »SOME TIME AGO«. (tjk)



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