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Alle Rezensionen zu Jonas Hellborg
(Genre »Jazz«, Land »Schweden«)

 

Aram Of The Two Rivers – Live In Syria
(1998, Bardo 038)

Ein Schwede in Syrien – dieses Erlebnis hat den Bassisten Jonas Hellborg so beeindruckt, dass er von seinen Auftritten in der Karawanen-Station in Aleppo und im »Al Azam Palace« in Damaskus eine CD herausgab. Für die Auftritte hatte er einige hochkarätige Gäste aus dem Land um sich geschart, die die Kompositionen mit fundiertem Weltmusikflair belebten. Besonders Hadi Bakdounas singende und klagende Violine und die fließenden, pochenden Rhythmen von Nabil Khaiats Perkussion verleihen der Musik etwas von der Authentizität, nach der das Genre Weltmusik lechzt und die es doch nur ganz selten wirklich erreicht.

Und trotz allen Brückenbauens – Abgründe bleiben. Wenn Funk und Jazz dominieren, wirken die orientalischen Improvisationen schnell fehlplatziert, so virtuos und gefühlvoll sie sind. Und umgekehrt können Hellborgs technische Bass-Eskapaden schon mal nach kalter Virtuosität zum Selbstzweck klingen, wenn man sie mit dem tiefen, ja, ehrlichen Violin- oder Flötenspiel aus Syrien vergleicht. Trotzdem: Dies ist ein gutes Weltmusik-Album, das durch die Live-Atmosphäre noch gewinnt. (sep)

Jonas Hellborg: Aram Of The Two Rivers – Live In Syria

Offizielle Website

Offizielle Website      http://hellborg.com/wordpress/

   

Time Is The Enemy
(1997, Bardo/Contraire 037)

Jazzrock, Fusion, Funk – das sind Referenzgrößen, was diese CD angeht. Bassist Jonas Hellborg war im Jahre 1996 mit Gitarrist Shawn Lande und Drummer Apt.Q-258, bürgerlich bekannt als Jeff Sipe, auf Tour – und die Tracks dieser CD sind eine Art Live-Best-Of. Und tatsächlich: Rauh und ausladend, aggressiv virtuos und mit gehörigem Tempo gehen die Herren zur Sache, brillante Techniker allesamt.

Im Konzert sicher ein Rausch auch für den Zuhörer – der CD hätte es aber gut getan, wenn sie nicht nur die energetischen Highlights kompiliert hätte, sondern mehr Rücksicht auf die stillen Töne genommen hätte. So geht einem die Raserei, die wirklich klingt wie eine Flucht vor dem Todfeind Zeit, motorisiert mit elektrischen Gitarren, irgendwann etwas an die Nerven – so packend sie auch ist. (sep)

   

Abstract Logic
(1995, Day Eight Music/Contraire DEM 035)

Manche Musik lässt einen trotz aller Fingerfertigkeit kalt, oder zumindest kühl – wie zum Beispiel die abstrakte Logik in den Stücken von Jonas Hellborg (Bass) Shawn Lane (Gitarre) und Kofi Baker (Drums). »Serpents und Pigs« lässt noch den Fuß und den Kopf beim Hören wippen, ist treibender und satter Bluesrock. Auch das ekstatische Klavier-Gewühle von »Pluie de Etincelles« kann fesseln, aber spätestens danach gleitet das Ohr ab. Frei und von Melodik getragen sind die Fünf- und Acht-Minüter wunderbare Nebenbeimusik, mehr leider nicht.

Endlose Schlagzeugsoli auf CDs sollten verboten werden; sie wirken, wenn überhaupt, live – wie wahrscheinlich alle hier versammelten Tracks im Konzert um Klassen besser rüberkommen. Sowieso sollte man vielleicht Bassist, Gitarrist oder Drummer sein, um den technischen Wirbelwinden mehr abzugewinnen als ein anerkennendes Nicken. Mehr geradeaus gespielter Bluesrock und weniger versponnenes Fingersausen täte dem Album richtig gut. (sep)

   

Ars Moriende
(1994, Day Eight Music DEM 034)

Musik über den Tod, das Sterben, das Töten, seine Rituale, seine Mechanismen, seine Faszination: Dieses große, dunkle Thema hat Hellborg zusammen zusammen mit dem hochpräzisen und hochmusikalischen Drummer und Perkussionisten Glen Velez angegangen. Und man höre und staune: Die musikalische Antwort auf die Brutalität und Leere von Sterben und Tod ist ganz leicht, sie schwebt auf (dunklen) Flügeln.

Drei schwerelose, dämmrige, verregnete Tracks, die das Zeitgefühl auflösen, haben die beiden improvisiert. Die Musik atmet; ganz organisch folgen Klangnebel auf harte Beats und Ausbrüche. Immer wieder klingt wie aus Wolken herab sphärischer Obertongesang, der kurze Dialoge mit Hellborgs erdigem Bass eingeht. Trancemusik ist das, getragen von einer ebenso diffusen wie universalen Ethno-Farbe, die sich in Harmonien und im Perkussions-Instrumentarium von Velez manifestiert. Der Tod ist ein Weltthema. Die Musik dazu ist Weltmusik – im guten Sinne und abseits vom sonst so üblichen Ethno-Kitsch. (sep)

   

Octave Of The Holy Innocents
(1993, Day Eight Music DEM 032)

Ein gewisser orientalisierender Ton, Ausflüge in die Weltmusik – das erwartet man beim Einlegen einer Hellborg-CD. Hier jedoch fegt einem meist etwas anderes um die Ohren. Der ordentlich lange Eröffnungsträck kippt von lässig groovendem Funk über lyrische Stille in einen harten Rock-Teil; Hellborgs Saitenspiel ist dabei extrem virtuos, verkommt aber nie zum Showeffekt.

Überhaupt wechseln die Charaktere auf dieser CD ziemlich rasch zwischen den Extremen: Mal klingt die Musik nervös gehetzt, mal düster und still wie auf der Stelle tretend. Erst im vierten Track taucht er dann auf, der orientalische, verschnörkelte und harmonisch so typische Ton, bevor der Abschlusstrack in einer apokalyptischen Steigerung beinahe als ein kleiner Schlenker in die Hochenergiezone des Freejazz genannt werden könnte. Eine spannende CD, die Hellborg mit dem Gitarristen Buckethead und Drummer Michael Shrieve auf kreativer Augenhöhe eingespielt hat. (sep)



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