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Alle Rezensionen zu Club 8
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

The People's Record
(2010, Labrador/Broken Silence LAB 130)

Wer als Band etwas auf sich hält, erfindet sich regelmäßig neu. Will man ja nicht auf sich sitzenlassen, den Vorwurf, dass man auf der Stelle tritt. Club 8, das Langzeit-Projekt von Labrador-Labelgründer Johan Angergård und Sängerin Karolina Komstedt, macht sich auf seiner siebten Veröffentlichung »THE PEOPLE'S RECORD« gen Süden auf. Lässt sich inspirieren von afrikanischem Pop, brasilianischen Beats und kubanischen Schlagwerk-Rhythmen. So richtig ins Schwitzen aber kommt man beim Hören nicht. Das Duo schafft hier, unterstützt vom Produzenten Jari Haapalainen, eine unterkühle Unterform tropischer Leichtigkeit.

Eine leise Trauer liegt über Songs wie »We Are All Going To Die«. Allen oberflächlich-übersprudelnden Laisser-Faires und einiger übermütiger Tanzschritte zum Trotz. Der Luftzug, der durch das gesamte Album zieht, ist kühl. Club 8 haben sich in ihrer stylish-eleganten Popverliebtheit nicht verändert, nur einen Ausflug in wämere Gefilde gemacht. Karolina Komstedts Stimme klingt immer noch nach Carnaby-Street-Mädchen mit wehendem Chiffonschal. Das gepflegte Labrador-Land verlassen Club 8 nie wirklich. Da ist ihnen Victoria Bergsmann mit ihrem Projekt Taken By Trees einen entscheidenden Schritt voraus, was intensive Auseinandersetzung mit einer fremden Kultur angeht. Sei es drum. Club 8 drehen sich immer nur um sich selbst, dies allerdings auf hohem Niveau. (emv)



Siehe auch:
Taken By Trees
The Cardigans
Verschiedene: Labrador 100

 Club 8: The People

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.club-8.org

   

Golden Island
(2018, Labrador)

Als Nebelhexe macht sich Karolina Komstedt ausnehmend gut! Die Sängerin und ihr musikalischer Partner Johan Angergård alias Club 8 verlassen auf ihrem zehnten Album »GOLDEN ISLAND« einmal mehr den edlen Zuckerbäcker-Synthiepop hinter sich und machen sich auf in die nebelverhangenen, melancholischen Tropen. Nichts mehr Puderzucker: Dieser Synthiepop trägt kleinen Trauerrand! Die Dinge entschleunigen sich, wenn die Unterschiede zwischen Realität und Phantasie verschwimmen, die tribalen Percussionsounds locken und wir in das sanft schaukelnde Bötchen steigen, das uns in Richtung geheimnisvolle Insel trägt.

Dass man mit Synthies auch ins gepflegte Schauermär-Land fahren kann, machen die Schweden mit dem angedüsterten Track »Breathe« deutlich, zu dem es sich angenehm gruseln lässt. Club 8 experimentieren mit Field Recordings und Klangsamples und erschaffen eine Atmosphäre, in dem das Heimelige und das Unheimliche einträchtig Händchen halten. Die sanft gekräuselte Oberfläche trübt: Darunter verbergen sich aufregemde Untiefen. (emv)

Audio-Link

   

Pleasure
(2015, Labrador/Broken Silence LAB152)

Liebe, Angst und Lust: Mit diesen Themen beschäftigen sich Johan Angergård und Karolina Komstedt alias Club 8 seit mittlerweile 20 Jahren. Mit »PLEASURE« legt das Duo ein ebenso kunstvoll emotionales wie elegantes Album vor. Der Die unbedingte Luxusverliebtheit der 80er Jahre mi ihren Synthiefanfaren zollen die Zwei hier zwar Tribut. Aber hinter der hedonistischen »welcome to the pleasuredome«- Attitüde verbirgt sich hier eine subtile Verletzlichkeit. Allein der reduzierte Opener »Love Dies«, der die ebenso sirenenhafte wie zerbrechliche Stimme Karolina Komstedts in den Mittelpunkt rückt, zeigt mit subtilen Mitteln eine simple Wahrheit auf: Liebe kann wehtun.

Komsted und Angergård, die sich hier im puristischen Schwarz inszensieren, waren jahrelang ein Liebespaar. Lange vorbei, das! Klingen sie trotz aller emotionaler Blessuren nun weiser und abgeklärter? Mitnichten! Die Komstedt mag hier zwar die vordergründig die gereifte Diseuse geben, die schon fast alles gesehen hat. Aber sie reagiert weiter empfindlich wie ein Seismograph auf die subtilsten emotionalen Erschütterungen. Das ist eine der großen Stärken dieses Albums: Dass sich hinter all diesen glitzernden Clubsounds, hinter all dieser stylishen Inszenierungen und hinter allem vordergründigen Interesse an ungewöhnlichen Liebespraktiken (wie im Track »Kinky Love«) eine zarte Verletzlichkeit und eine leise Melancholie verstecken. Sehr sinnlich klingt das, sehr cool dazu. Und gleichwohl auf sympathische Weise verletzlich. Die Liebe bleibt eben der letzte wilde Kontinent. (emv)

   

Above The City
(2013, Labrador PLAB148)

Das Samstagnachtfieber bleibt! Zurück geht es in die synthieverliebten 80er, wo die pastellfarbenen Lichter funkeln! Für Club 8 ist der Abstecher auf die Tanzfläche auf ihrem achten Album »ABOVE THE CITY« die neuste Reinkarnation. Mitte der 90er als Tweepopper gestartet, haben Johan Angergård und Karolina Komstedt die großäugige Naivität lange hinter sich gelassen. Die einzige Konstante im künstlerischen Schaffen von des Duos ist das Bekenntnis zu kühl-eleganten Popverliebtheit.

Mit hörbarem Enthusiasmus flirten Club 8 mit den elektronischen Welten der Landsleute von The Knife und der Lust an der melodramatischen Emotion. Denver Clan pur! Sie drehen in Tracks wie »Stop Taking My Time« die Synthies bis zum Anschlag auf, was bestens mit der sich in luftige Höhen schraubenden Stimme Komstedt harmoniert. Man verbeugt sich mitunter vor Robyn und kann sich kleine Daft-Punk-Zitate nicht verkneifen. Wir tanzen ausgelassen im Dschungel der Zitate! Heimlicher Höhepunkt ist die sehr plüschige Hymne »I Am Not Gonna Grow Old«. Nein, wer sich selbst so schön selbstironisch und bewusst überkandidelt in Szene setzt, der altert nicht! (emv)



Siehe auch:
The Knife
Robyn

   

The Boy Who Couldn’t Stop Dreaming
(2007, Labrador CD-LAB108)

Wer heute schon bei Oma zum Kaffeetrinken war, braucht jetzt nicht mehr weiterlesen. Denn die hat es sicher geschafft, auch heute eine extra große Portion Sahnetorte in »Nur-mal-probieren«-Stückchen zu verteilen, die man natürlich respektvoll abwiegeln wollte. Aber man hat sich wieder einmal als zu schwach erwiesen.

Club 8 ist Sahnetorte². In zwölf Episoden krault uns Karolina Komstedt die Ohrmuschel ab, während im Hintergrund pappsüßer Synthiepop vorbeirauscht. Alles hundertfach geloopt, verhallt, mit Watte umwickelt und mit Sicherheitsgurten ausgestattet. Omas Lieblichkeit kennen sie gewiss auch. Und so ähnelt Song um Song wie ein geglücktes Klonexperiment. Aber von solch bedrohlichen Nachrichten lassen sich die beiden Stockholmer wahrlich nicht beeindrucken und verdrücken lieber noch ein Stück Kuchen. (maw)

   

Nouvelle
(2004, Siesta Siesta 42)

Puderleichter, cool-eleganter Pop mit Bossanova-Flair. Boy meets Girl, und daraus ergeben sich auf »NOUVELLE«, dem Debütalbum von Club 8, alle möglichen kleinen Dramen rund um das Liebesleben urbaner Twens im ausgehenden 20. Jahrhundert. Club 8 sind ein Duo aus Schweden: Die mädchenhafte, brasilianisch-swingende Stimme von Karolina Komstedt und die sanfte Tonlage von Johan Angergard finden sich sich zum Zwiegespräch, und das prickelt wie ein Gläschen kalter Prosecco an einem warmen Sommerabend.

Von wegen »Anorak-Pop«, wie die Band ihren Stil selbstironisch beschreibt. Es kann einem ganz schön warm vom Zuhören werden. Dass die Cardigans entfernt Pate standen, tut dem Spass keinen Abbruch. Zwischendurch dürfen Kirmesorgel und Xylophon Gastauftritte hinlegen. Und mit Songtiteln wie »Those Charming Men« wird den Altmeistern des Britpops, den Smiths, augenzwinkend Respekt gezollt. »NOUVELLE« ist eine Platte, die dazu einlädt, leichtfüssig durch die Wohnung zu steppen. (emv)



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