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Lange Rezensionen 501 - 510 von 567 im Genre »Folk« (insgesamt 895)

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Valravn: Valravn
(2007, Eigenverlag /Gateway VALCD01 ) - Grenzgänger

»Sie spielen die Sterne von Himmel«, schrieb ein holländisches Magazin über das pan-skandinavische Quartett. Die Heimat – wenn man denn überhaupt so etwas bei Valravn lokalisieren kann, ist Dänemark. Doch der Drummer kommt aus der Schweiz, und die Sängerin Anna Katrin Egilstrøð stammt von Färöern. Vor allem sie prägt den harschen, stilvoll mit Samples aufgeputschten Folk-Sound entscheidend durch ihren kantigen Gesang, der in den lauten Passagen an die Kraft einer Sinead O’Connor und vor allem einer Björk erinnert.

Kein Wunder: Oft wird auf isländisch gesungen, aber auch in färöischer oder in dänischer Sprache – »Drømte Mig En Drøm« etwa ist laut Booklet das älteste erhaltene dänische Liedtext (ca. 1300 v.Chr.). Dank der Anleihen bei Rock, Elektronik und Punk wirkt Valravns Debüt über fließende Steine, sinkende Federn und brennende Ozeane so frisch wie die besten Arbeiten von Hedningarna und Gjallarhorn. (peb)



Mehr CDs von Valravn



Siehe auch:
Anna Katrin Egilstrøð & Niels Rønsholdt
Hedningarna

Gjallarhorn

Björk


 Valravn: Valravn

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Tapani Varis: Munniharppuuna
(1996, Kansanmusiiki-instituuti KICD 46 ) - Finnland

Man kennt Tapani Varis als omnipräsenten Kontrabassisten in der finnischen Folk-Szene, auch bei Helene Blum gehört er zur festen Band und hat in ihren Konzerten auch ein festes Maultrommel-Solo. Er ist ein absoluter Virtuose auf der Maultrommel, finnisch Munniharppu. Und wer jetzt glaubt, diese CD wäre eher ein obskurer Witz, der sieht sich ganz schnell getäuscht: Das ist richtig gute Musik, die Maultrommel ist ein ernst zu nehmendes Instrument! Und wen wundert’s: Es gibt mehrere Maultrommel-Ensembles mit Varis' Beteiligung.

Dies ist die erste CD mit finnischer Maultrommel-Musik, was exotisch klingt, da es keine traditionelle Maultrommel-Musik gibt, von notierten Stücken ganz zu schweigen. Dennoch verläßt dieses überall auf der Welt in ähnlicher Form vorkommende Instrument hier die Rolle des exotischen Schmuckstücks und steht im Rampenlicht – danke, Tapani Varis!

In Ermangelung reiner Maultrommel-Musik hat Varis hier finnische und norwegische Volkslieder von der Geige auf die Maultrommel übertragen und gleich noch ein paar selbst komponiert. Bei den Aufnahmen haben ihm Marja Penttinen und Kurt Lindblad an weiteren Maultrommeln sowie Piia Kleemola (Geige, Jouhikko) und Veikko Ojanlatva (Gitarre) geholfen, Teemu Korpipää steuert Banjo und ein paar Samples bei. Was Varis mit den verschiedenen Maultrommeln hier veranstaltet, ist große Kunst mit einem kleinen Instrument. (tjk)



Siehe auch:
Helene Blum
Piia Kleemola

Haaga Folk Machine


Tapani Varis: Munniharppuuna

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Vassvik: Gákti
(2019, Heilo /Grappa HCD 7345 ) - Norwegen

Diese CD ist unfassbar gut, das muss gleich zu Beginn so klar gesagt sein! Torgeir Vassvik, der hinter dem Bandnamen steckt, katapultiert den archaischen Joik in die Zukunft. Dieses Projekt betreibt er schon seit über 20 Jahren, in unterschiedlichen Ausrichtungen und Besetzungen. Torgeir Vassvik joikt – aber nicht nur: Sein Joik ist ganz nah am Chöömei der Tuviner, ist ganz nah an archaischem Blues. Und entwickelt dabei eine so unbändige Intensität, dass man glaubt, er springt im nächsten Moment aus den Boxen!

An seiner Seite sind drei wichtige Mitgestalter: Hans Kjorstad spielt Violine, sein jüngerer Bruder Rasmus Oktav-Violine, die exakt eine Oktave tiefer gestimmt ist. Das gibt reizvolle Reibungen, die Brüder tragen sehr viel melodisch wie rhythmisch bei, lassen die Saiten sanft, rau oder kratzig klingen – Überschreiten der Grenzen mitteleuropäischer Wohlfühl-Harmonie inklusive. Dazu kommt der Sound-Tüftler Audun Strype, der schon seit fast zehn Jahren mit Vassvik unterwegs und im Studio arbeitet.

Vassvik katapultiert den Joik in die Zukunft – das haben andere auch schon getan, man denke an Wimme oder Ulla Pirttijärvi. Vassviks Ansatz ist jedoch ein gänzlich anderer, er verzichtet auf modernes Instrumentarium und heftige Beats, beschränkt den Klang seiner Musik vordergründig auf Joik bzw. Stimme, Gitarre und Violinen – somit ist er viel näher an der Natur als die genannten Kollegen. Freilich passiert hier viel im Hintergrund, aber das ist alles sehr stimmig und ergibt ein wirklich großes Ganzes. Darum nochmal, zum Mitschreiben: »GÁKTI« ist unfassbar gut! (tjk)



Mehr CDs von Vassvik



Siehe auch:
Wimme
Ulla Pirttijärvi

Audun Strype

Hans Kjorstad mit Frode Haltli


 Vassvik: Gákti

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Verschiedene: Ambietno
(2002, Warner /EastWest 0927-43721-2 ) - Finnland

»Die beste Ambient/Ethnodance-Sammlung aus dem Norden der Welt« verspricht der Untertitel. Genau genommen entpuppt sich diese CD »nur« als Label-Sampler, der sich aus dem Repertoire Warner-eigener Labels wie Finlandia, Nonesuch, Atrium, etc. bedient. Da aber dort immerhin fähige Leute wie Gjallarhorn, Rinne Radio, Värttinä, Angelit, Wimme und Ulla Pirttijärvi unter Vertrag stehen, verspricht die Auswahl prallen Hörspaß.

Dass außer den oben genannten sechs Interpreten keine weiteren auftauchen und jene also mit mehreren Songs vertreten sind, muss nicht als Nachteil gesehen werden. Denn man kann so besser die Spannbreite einzelner Künstler erkennen. Zum Beispiel Angelit: Die beiden Sami-Jiokerinnen Ursula und Tuuni Länsmann aus Nordfinnland bewegen sich elegant zwischen Tradition und Moderne, wenn sie ihre Songs von US-Remixern ins Club-taugliche Format peitschen lassen. (peb)

 Verschiedene: Ambietno

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Verschiedene: Cowboys In Scandinavia – The New Folk Sounds From Northern Europe
(2006, Fargo /Rough Trade FA077 ) - Grenzgänger

Schon Lee Hazlewood wusste es: Das wahre Americana-Gefühl findet man in Skandinavien. 1970 zog er nach Schweden und nahm mit »COWBOY IN SWEDEN« eines seiner besten Alben auf. Jetzt, also mehr als 35 Jahre später, begeistert uns ein Nordländer nach dem anderen mit dieser unnachahmlichen Folk-Melange aus Underdog-Melancholie und scheuer Verletzlichkeit – obwohl Tundra und Nadelwälder weiß Gott nicht so staubig sind wie die amerikanische Prärie und der Winter nicht so dunkel, wie das immer behauptet wird.

Das dem Hazlewood-Cover nachempfundene »COWBOYS IN SCANDINAVIA« versammelt jedenfalls alle wesentlichen Vertreter dieses Genres: die Schweden Kristofer Åström, Christian Kjellvander, Matthias Hellberg und Jose Gonzalez ebenso wie die Norweger St. Thomas, Erlend Øye oder Thomas Dybdahl. Interessanter noch als diese mittlerweile auch einem breiten Publikum bekannten Herren sind jedoch die Geheimtipps auf dem 20 Songs umfassenden Sampler: Die früher bei Åström als Gast singende Britta Persson etwa bezaubert unsere Herzen durch ihren herben Charme ebenso wie das Värmländische Frauen-Duo Dusty Fingers oder die erst 15jährige Stockholmerin Johanna Berhan. Die Compilation bestätigt, was wir eigentlich schon längst wissen: Nirgendwo wird derzeit so trefflicher Folk gespielt wie in Nordeuropa! (peb)



Siehe auch:
Kristofer Åström
Christian Kjellvander

Thomas Dybdahl

Britta Persson


 Verschiedene: Cowboys In Scandinavia – The New Folk  Sounds From Northern Europe

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Verschiedene: Danish Roots – Growing Into The World 2012
(2012, GO‘ Danish Folk GO 0924 ) - Dänemark

GO‘ Danish Folk ist für diesen Sampler sehr zu loben! Zwei CDs mit den bekanntesten Vertretern dänischen Folks und diversen Spielarten drum herum – da bleibt kein Wunsch offen und kein Auge trocken. Harald Haugaard spielt seine virtuose Violine über akustischer Gitarre und Schlagzeug, auch Jensen & Bugge Band sind eher Pop-affin. Bei Karen Mose klingt es fast nach 60er Jahre Psychedelic Folk. Generell ist festzustellen, dass die hier vertretenen Dänen den amerikanischen Stilen erheblich näher kommen wie ihre Kollegen aus den nördlicheren Ländern.

Ob zarte weibliche Stimmen wie bei Kryss, umschmeichelt von einem Sopransaxophon, ob rudimentäre Trommeln und rockende Gitarren bei Krauka, die jazzige Attitude von Himmerland in 7/8-Takt – alles dabei. Rasmus Lyberth orientiert sich an Country, im Gegensatz zu Gudrið Hansdottír. Stanley Samuelsen könnte man direkt in die Südstaaten verorten, so authentisch sein Blues. Lydom und Høyrup sind dabei, Rannok und Zenobia. Neben diesen alten Bekannten sind jedoch auch einige Newcomer und bislang im Verborgenen auftretende Musiker von der Partie. Bleibt als einziger Kritikpunkt, dass es praktisch keine Informationen gibt, außer den jeweiligen Homepages der Musiker. (tjk)



Siehe auch:
Gudrið Hansdottír
Zenobia

Lydom & Høyrup

Anja Præst


 Verschiedene: Danish Roots – Growing Into The World 2012

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Verschiedene: Dusty Goat Entertainment: Routes - Rocky Roads, Long Dog, The Umbrella Bear Brothers
(2013, GO‘ Danish Folk GO 0813 ) - Dänemark

Na, da hat ja GO' Danish Folk mal wieder einen rausgehauen! Das Label, das dreimal mehr dänische Folkmusiker veröffentlicht als es überhaupt gibt, versammelt hier gleich drei mittelprächtig uninteressante Bands auf einer CD, dafür kann man dem Produzenten Simon Andersen (der bei zweien auch selbst mitspielt) gar nicht genug danken! Noch vielmehr jedoch kann man ihm danken, dass die CD nur 35 Minuten spielt.

Rocky Roads machen Folk Rock mit nordisch-keltischem Einschlag, wie man sich das in den 70er Jahren so vorstellte - »A Day In The Hay« zeigt, wo sie besser geblieben wären. Long Dog bewegen sich eher im Blues-Umfeld, ihr bester Song heißt »Throw It In The Lake«. Die Musik der Umbrella Bear Brothers ist leider nicht halb so originell wie der Bandname, allenfalls »Easy High« ist ebenso. Zumindest singt bei denen niemand.

Vielleicht sollte mal jemand dem Label GO' Danish Folk sagen, dass man nicht alle Leute, die mit einer Gitarre auf dem Rücken am Studio vorbeikrabbeln, dort hinein ziehen muss. Und dass man nicht alles, was in ein Mikrophon geschrammelt oder gekräht wird, veröffentlichen muss.

Hiermit geschehen! (tjk)

 Verschiedene: Dusty Goat Entertainment: Routes - Rocky Roads, Long Dog, The Umbrella Bear Brothers

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Verschiedene: Estonie - Chants Seto
(2008, Ocora /Harmonia Mundi C 600022 ) - Grenzgänger

Im südöstlichen Teil Estlands (Setomaa) und dem angrenzenden russischen Grenzgebiet leben noch knapp 10.000 Seto (oder Setukesen), die sprachlich den Esten nahestehen, sich kulturell jedoch von Esten und Russen unterscheiden und auf ihre Tradition sehr stolz sind. Historisch sind sie arg gebeutelt. Ihr Gebiet wurde 1920 nach dem Estnischen Freiheitskrieg Estland zuerkannt, 1944 wurde das Gebiet unter sowjetischer Herrschaft aufgeteilt; auch nach der estnischen Unabhängigkeit 1991 behielt die Teilung Setumaas zwischen Estland und Russland Bestand.

Die Gesänge der Seto stellen eine eigenständige Kultur in Estland dar, insbesondere die Chorgesänge finden sich in dieser Form kaum. Die Chöre bestehen meist ausschließlich aus weiblichen Stimmen. Häufig wird eine Zeile von der Vorsängerin gesungen und vom Chor wiederholt. War eine Vorsängerin besonders gut, bekam sie den Titel lauluimä (große Sängerin). Diese Kompilation umfasst Seto-Gesänge von 1936 bis 2006, die dank der Arbeit des Estnischen Folklore-Archivs dokumentiert sind. Manche Melodien haben den Weg in andere Teile des finnisch-ugrischen Sprachraumes gefunden, »Kosjalaul« kennt man in ähnlicher Form von den karelisch-stämmigen Värttinä. Es finden sich großartige Sängerinnen wie die frühe Anne Vabarna, ihre Enkelin Õie Sarv, Olga Lohk und Veera Pähnapuu. Auch männliche Singer wie Paul Hagu, Andreas Kalkun und Paul Vahelaan sind zu hören und komplettieren eine vorzügliche Sammlung mit sehr informativem Booklet in Englisch, Französisch und Estnisch. (tjk)



Siehe auch:
Värttinä

 Verschiedene: Estonie - Chants Seto

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Verschiedene: Finlande: Musiques De Carélie
(1998, Musique Du Monde /Budamusique 1977812 ) - Finnland

Karelien war immer schon ein besonderes Gebiet Finnlands: Die Nähe zu Russland und die frühere Abgeschiedenheit ließ hier eine sehr eigenständige Kultur und Musik entstehen – erheblich anders als etwa Volksmusik von der Westküste. Die Bedeutung karelischer Kultur erkannte schon Elias Lönnrot, der weite Teile der Lieder, die die Basis des Kalevala bilden, eben in Karelien überliefert fand – somit gilt Karelien als Wiege der finnischen Kultur. Auch in der heutigen Musik findet man unter den Kareliern außergewöhnliche Musiker, man denke an Värttinä oder Pauliina Lerche, allesamt aus Rääkkylä stammend.

Der vorliegende Sampler beschäftigt sich allerdings mit ursprünglicher Volksmusik. Johanna Koukkunen singt unbegleitet Lieder vom harten Leben der Bauern, von Liebe und Zurückweisung. Vertrauter klingen Karri Kinnunens Walzer und Polkas auf dem Akkordeon. Herausragend das Kantele-Duo Aino Kurki und Birgitta Makkonen; leider ist »Iltakaste Ilomantsissa« ihr einziges Stück. Die betagte Bäuerin Martta Kuikka singt unbegleitete archaisch anmutende Lieder, eines sogar von ihr selbst verfasst. Valtteri Kalinens Akkordeon klingt anders als das von Kinnunen zuvor, obwohl auch er sich bei den gleichen Tänzen wohlfühlt. Die drei Sängerinnen von Tsizoit lassen in ihren beiden Songs erahnen, woher Värttinä die Inspiration für ihren atemberaubenden Gesangsstil mit abwecheselndem Solo und Chor haben. Eher west-finnisch orientiert klingen Pirttivaaran Pelimannit mit Violinen, Mandolinen, Bass und Harmonium.

Neben der guten und abwechslungsreichen Zusammenstellung punktet das Booklet mit ausführlichen Informationen, auch über Karelien, in französisch und englisch. (tjk)



Siehe auch:
Värttinä
Pauliina Lerche


 Verschiedene: Finlande: Musiques De Carélie

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Verschiedene: Folk & Great Tunes from Latvia
(2018, CPL-Music /Broken Silence CPL026 ) - Grenzgänger

Hartnäckigkeit zahlt sich aus! Denn wenn Lauma Berza vom lettischen Musik-Informationszentrum nicht hartnäckig geblieben wäre, dann würde es diese zwei CDs umfassende Compilation lettischer Folkmusik nicht geben! Aber Lauma Berza hat den CPL-Labelchef Christian Pliefke letztens auf der Branchenmesse Womex in Kattowitz mit ihrer kurzen Einführung in die hochlebendige Folkmusikszene der kleinen Baltenrepublik so überzeugt, dass der Mann aus dem fränkischen Örtlein Langenzenn doch tatstächlich Feuer fing. Ein Lettland-Folksampler, den sie ihm in die Hand drückte, tat sein Übriges dazu: Die Idee zu den »great tunes from Latvia« war geboren.

»Packt also die Pastalas aus, das traditionelle lettische Schuhwerk, und lasst Euch überraschen«, lautet der Rat von Christian Pliefke. Recht hat der Mann! Persönliche Favoriten: Das temperamentvolle Frauen-Vokalensemble Tautumeitas und die wilden Dudelsack- und Trommelpiraten Auli. Und natürlich viele mehr! Und was lernen wir noch? Riga ist als Zentrum des lettischen Folk unbedingt eine Reise wert! (emv)

 Verschiedene: Folk & Great Tunes from Latvia

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Lange Rezensionen 501 - 510 von 567 im Genre »Folk« (insgesamt 895)

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