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Lange Rezensionen 1 - 5 von 556 im Genre »Folk« (insgesamt 881)

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A K T: Alma
(2019, Svart Records SVART 208 CD ) - Finnland

Hinter A K T verbirgt sich ein Trio aus dem argentinischen Tangosänger Martin Alvarado, dem Saxophonisten Eero Koivistoinen und dem Pianisten Alexi Tuomarila – beide gehören zu den wichtigsten und bekanntesten Jazzmusikern Nordeuropas. Ähnliche Reputation genießt auch Alvarado, er bekam schon das Schild »The voice of Tango in the 21st century« um den Hals gehängt. Nach einem Konzert in Barcelona 2002 wurde er nach Finnland eingeladen, wo er seither mit verschiedenen Besetzungen häufig auftritt. A K T unternehmen auf »ALMA« eine stilübergreifende musikalische Entdeckungsreise.

Die meisten Stücke stammen vom Trio selbst, wobei Alvarado die Texte schrieb und Koivistoinen oder Tuomarila die Kompositionen beisteuerten. Sie bewegen sich dabei rund um den Tango – wobei sie das nicht allzu genau nehmen, hier klingt es fast kammermusikalisch streng, dort erklingt jazziger Überschwang. Nur mit Saxophon (meist Tenor, nur selten greift der Großmeister zum Sopran) und Flügel schaffen die beiden Finnen eine gleichermaßen geschmeidige wie rhythmisch akzentuierte Umgebung, in die Alvarado mit seiner beeindruckend ausdrucksvollen Stimme eintaucht – er kann die gesamte Bandbreite an Gefühlen in Töne umsetzen. Als besondere Leckerbissen präsentiert dieses phantastische Trio sogar einen finnischen Tango-Klassiker: »Estrellas Sobre El Mar« ist natürlich »Tähdet Meren Yllä« von Unto Mononen, als letzten Höhepunkt zelebrieren sie »Volver« von Carlos Gardel. Bei aller musikalischer Meisterschaft: »ALMA« bedeutet auf Spanisch Seele – und der Titel passt! (tjk)



Siehe auch:
Eero Koivistoinen
Alexi Tuomarila

Eero Koivistoinen & UMO Jazz Orchestra

Drifter


 A K T: Alma

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Aallotar: Ameriikan Laulu
(2018, /Broken Silence NN111 ) - Finnland

Der finnisch-amerikanische Kulturaustausch klappt bestens! Zwar trennt ein Ozean die Fiedlerin Sara Pajunen und die Akkordeonistin Teija Niku. Und ein Jahrhundert! Die Vorfahren der beiden Musikerinnen lebten in Westfinnland. Sprachen dieselbe Sprache und spielten dieselbe Musik. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wanderten die Verwandschaft von Sara Pajunen allerdings in die USA aus. Auch die Familie von Teija Niku emigrierte zwischenzeitlich in die Neue Welt, kehrte aber noch vor dem ersten Weltkrieg wieder nach Finnland zurück. Heute machen sich die beiden Künstlerinnen, die in Helsinki und Minneapolis leben, zusammen auf Spurensuche. Entdecken das gemeinsame Erbe der finnischen Folkmusik auf beiden Seiten des großen Teichs. Und erschaffen anmutige, beschwingte Klänge, welche die beiden unterschiedlichen Kulturen widerspiegeln.

Mit »AMERIIKAN LAULU« (das Lied von Amerika) legen Aallotar ihr zweites Album vor und punkten mit zartem Kammerfolk und wunderbaren Harmoniegesängen. Die Musikerinnen singen auf Finnisch und Englisch. Das Thema Auswanderung nimmt auf großen Raum ein: Der Titeltrack bezieht sich auf ein Lied, das Teijas Urgroßmutter Amanda Jemina Helenius gewidmet ist, die sich als 16jährige ganz allein in die USA einschiffte! In Zeiten, in denen überall neue Zäune zwischen Ländern hochgezogen werden, ist das Album eine kleine Hoffnung darauf, dass uns viel mehr Dinge einen statt trennen! (emv)

 Aallotar: Ameriikan Laulu

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Abild: Methea
(2010, Gofolk GO0910 ) - Dänemark

Alles kommt ja wieder, irgendwann. Manchmal kommt auch etwas wieder, was man gar nicht vermisst hatte, alldieweil man von dessen Existenz nichts wußte. Abild aus Dänemark schaffen hier Abhilfe, mit Hilfe einer Legende, mag sie stimmen oder nicht: im Jahre 1767 gab es eine jüngste Tochter namens Mette Marie (nein, nicht diese Prinzessin, die ist doch Norwegerin). »METHEA«, so der Titel dieser CD, war ihr Spitzname. Jacobsen der Nachname. Eines Tages ward sie 16, stellen wir sie uns blond und hübsch vor. Ihr reicher Vater beauftragte einen Musiker aus Odense, ein Liederbuch für die Maid zu schreiben. Und wie es halt so ist: von der Maid ward nie wieder gehört, aber das Liederbuch wurde 230 Jahre später entdeckt.

Anna Aagaard Hansen (sieben A im Namen, aber nur eine Geige), Theis Juul Langlands (p), Jonas Kongsted Fredriksen (vi, va, mand) und Frey Thyrré Klarskov (g, acc) bemühen sich, die Lieder ins Heute zu retten: redlich, aber doch vergeblich. Es klingt nach Kinderreim, es klingt nach Seilspringen, nach Pippi Langstrumpf (aber vielleicht ist es ja auch umgekehrt, »Dans På Dækket«). Die Melodien nerven, die Band tut zu wenig, um auch nur einen kleinen Spannungsbogen aufzuspannen. Stellt sich also die Frage, ob man jedes Liederbuch, das man irgendwo auf einem verstaubten Speicher findet, unbedingt vertonen muss. (tjk)

 Abild: Methea

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Accordion Tribe: Accordeon Tribe
(1998, Intuition /SMD INT 3220-2 ) - Grenzgänger

Man mag es kaum glauben, doch eine Band bestehend aus fünf Akkordeonisten ist richtig spannend! Zumindest wenn sie Accordion Tribe heißt und aus keinen geringeren als Maria Kalaniemi (Finnland), Bratko Bibic (Slowenien), Lars Hollmer (Schweden), Otto Lechner (Österreich) und Guy Klucevsek (USA) besteht; letzterer spielt auch mit Bill Frisell und wählte als Initiator dieser wahrlich ungewöhnlichen Kollaboration die Übrigen aus, weil diese auch speziell für das Akkordeon komponieren.

Diese CD ist eine Kompilation, die Lars Hollmer anlässlich der 1996er Tour des Quetschkommoden-Fünfers zusammenstellte. Neben Solo-, Duo- und Trio-Aufnahmen der verschiedenen Mitglieder (wobei Maria Kalaniemi auch sehr gut singt!) sind die Höhepunkte hier sicher die Live-Mitschnitte eines Konzertes in Stockholm zu werten, wo die Einzigartigkeit dieser Gruppe deutlich wird – klanglich wie musikalisch. Freilich muss man sich als Hörer darauf einlassen – aber auch die Musiker hatten anfangs ihre Probleme mit Konzept und Ideen der jeweils anderen, wie Maria Kalaniemi in verschiedenen Interviews bestätigte. (tjk)



Mehr CDs von Accordion Tribe



Siehe auch:
Maria Kalaniemi
Lars Hollmer


 Accordion Tribe: Accordeon Tribe

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Acoustic Sense: Absorption
(2010, Gateway Music AJSCD-01 ) - Grenzgänger

»This album is dedicated to the spirit of creation« steht im Innencover dieses Erstlings von Acoustic Sense – das lässt Schlimmes befürchten! Wer hier spiritualitätsgeschwängerte New Age-Klänge (vulgo: esoterischen Quatsch) vermutet, liegt zwar nicht völlig falsch, aber zum Glück auch nicht ganz richtig. Aber gemach: Erst hören! Die Band von und um John Sund ist bereits mit der von »REACHING OUT« ident, Gäste kommen allerdings nicht vorbei. Wie schade.

Die Stücke heißen »Agama Suite Part 1« (Teil 2 gibt’s natürlich auch), »Like A Breeze« oder »An Evening Song«, sind allesamt ziemlich lang und komponiert von »John Sound« - sehr witzig, hahaha. Das Titelstück baut sich behutsam auf, erst ein ganz interessantes Kontrabass-Solo, gefolgt von einem Cello-Solo, in das sich langsam die ganze Band einschleicht. Zusammen pluckert man dann mal sanft, mal mittelflott durch Zeit, Raum und wenige Akkorde. Sund zeigt seine beachtliche Virtuosität auf der akustischen Gitarre – spielen können sie alle, aber das Solieren wird maßlos übertrieben. Stringenz ist dieser Band völlig fremd, scheinbar ziellos fließt alles dahin. Jazz für Meditation? Nein. Musik für Massagen (statt dem dort üblichen Gesäusel und Gezirpe). (tjk)



Siehe auch:
Acoustic Sense & Glas
John Sund

Sund · Shashank · Phalgun


 Acoustic Sense: Absorption

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