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Lange Rezensionen 1 - 5 von 519 im Genre »Folk« (insgesamt 820)

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Aallotar: Ameriikan Laulu
(2018, /Broken Silence NN111 ) - Finnland

Der finnisch-amerikanische Kulturaustausch klappt bestens! Zwar trennt ein Ozean die Fiedlerin Sara Pajunen und die Akkordeonistin Teija Niku. Und ein Jahrhundert! Die Vorfahren der beiden Musikerinnen lebten in Westfinnland. Sprachen dieselbe Sprache und spielten dieselbe Musik. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wanderten die Verwandschaft von Sara Pajunen allerdings in die USA aus. Auch die Familie von Teija Niku emigrierte zwischenzeitlich in die Neue Welt, kehrte aber noch vor dem ersten Weltkrieg wieder nach Finnland zurück. Heute machen sich die beiden Künstlerinnen, die in Helsinki und Minneapolis leben, zusammen auf Spurensuche. Entdecken das gemeinsame Erbe der finnischen Folkmusik auf beiden Seiten des großen Teichs. Und erschaffen anmutige, beschwingte Klänge, welche die beiden unterschiedlichen Kulturen widerspiegeln.

Mit »AMERIIKAN LAULU« (das Lied von Amerika) legen Aallotar ihr zweites Album vor und punkten mit zartem Kammerfolk und wunderbaren Harmoniegesängen. Die Musikerinnen singen auf Finnisch und Englisch. Das Thema Auswanderung nimmt auf großen Raum ein: Der Titeltrack bezieht sich auf ein Lied, das Teijas Urgroßmutter Amanda Jemina Helenius gewidmet ist, die sich als 16jährige ganz allein in die USA einschiffte! In Zeiten, in denen überall neue Zäune zwischen Ländern hochgezogen werden, ist das Album eine kleine Hoffnung darauf, dass uns viel mehr Dinge einen statt trennen! (emv)

 Aallotar: Ameriikan Laulu

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Abild: Methea
(2010, Gofolk GO0910 ) - Dänemark

Alles kommt ja wieder, irgendwann. Manchmal kommt auch etwas wieder, was man gar nicht vermisst hatte, alldieweil man von dessen Existenz nichts wußte. Abild aus Dänemark schaffen hier Abhilfe, mit Hilfe einer Legende, mag sie stimmen oder nicht: im Jahre 1767 gab es eine jüngste Tochter namens Mette Marie (nein, nicht diese Prinzessin, die ist doch Norwegerin). »METHEA«, so der Titel dieser CD, war ihr Spitzname. Jacobsen der Nachname. Eines Tages ward sie 16, stellen wir sie uns blond und hübsch vor. Ihr reicher Vater beauftragte einen Musiker aus Odense, ein Liederbuch für die Maid zu schreiben. Und wie es halt so ist: von der Maid ward nie wieder gehört, aber das Liederbuch wurde 230 Jahre später entdeckt.

Anna Aagaard Hansen (sieben A im Namen, aber nur eine Geige), Theis Juul Langlands (p), Jonas Kongsted Fredriksen (vi, va, mand) und Frey Thyrré Klarskov (g, acc) bemühen sich, die Lieder ins Heute zu retten: redlich, aber doch vergeblich. Es klingt nach Kinderreim, es klingt nach Seilspringen, nach Pippi Langstrumpf (aber vielleicht ist es ja auch umgekehrt, »Dans På Dækket«). Die Melodien nerven, die Band tut zu wenig, um auch nur einen kleinen Spannungsbogen aufzuspannen. Stellt sich also die Frage, ob man jedes Liederbuch, das man irgendwo auf einem verstaubten Speicher findet, unbedingt vertonen muss. (tjk)

 Abild: Methea

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Accordion Tribe: Accordeon Tribe
(1998, Intuition /SMD INT 3220-2 ) - Grenzgänger

Man mag es kaum glauben, doch eine Band bestehend aus fünf Akkordeonisten ist richtig spannend! Zumindest wenn sie Accordion Tribe heißt und aus keinen geringeren als Maria Kalaniemi (Finnland), Bratko Bibic (Slowenien), Lars Hollmer (Schweden), Otto Lechner (Österreich) und Guy Klucevsek (USA) besteht; letzterer spielt auch mit Bill Frisell und wählte als Initiator dieser wahrlich ungewöhnlichen Kollaboration die Übrigen aus, weil diese auch speziell für das Akkordeon komponieren.

Diese CD ist eine Kompilation, die Lars Hollmer anlässlich der 1996er Tour des Quetschkommoden-Fünfers zusammenstellte. Neben Solo-, Duo- und Trio-Aufnahmen der verschiedenen Mitglieder (wobei Maria Kalaniemi auch sehr gut singt!) sind die Höhepunkte hier sicher die Live-Mitschnitte eines Konzertes in Stockholm zu werten, wo die Einzigartigkeit dieser Gruppe deutlich wird – klanglich wie musikalisch. Freilich muss man sich als Hörer darauf einlassen – aber auch die Musiker hatten anfangs ihre Probleme mit Konzept und Ideen der jeweils anderen, wie Maria Kalaniemi in verschiedenen Interviews bestätigte. (tjk)



Mehr CDs von Accordion Tribe



Siehe auch:
Maria Kalaniemi
Lars Hollmer


 Accordion Tribe: Accordeon Tribe

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Acoustic Sense: Absorption
(2010, Gateway Music AJSCD-01 ) - Grenzgänger

»This album is dedicated to the spirit of creation« steht im Innencover dieses Erstlings von Acoustic Sense – das lässt Schlimmes befürchten! Wer hier spiritualitätsgeschwängerte New Age-Klänge (vulgo: esoterischen Quatsch) vermutet, liegt zwar nicht völlig falsch, aber zum Glück auch nicht ganz richtig. Aber gemach: Erst hören! Die Band von und um John Sund ist bereits mit der von »REACHING OUT« ident, Gäste kommen allerdings nicht vorbei. Wie schade.

Die Stücke heißen »Agama Suite Part 1« (Teil 2 gibt’s natürlich auch), »Like A Breeze« oder »An Evening Song«, sind allesamt ziemlich lang und komponiert von »John Sound« - sehr witzig, hahaha. Das Titelstück baut sich behutsam auf, erst ein ganz interessantes Kontrabass-Solo, gefolgt von einem Cello-Solo, in das sich langsam die ganze Band einschleicht. Zusammen pluckert man dann mal sanft, mal mittelflott durch Zeit, Raum und wenige Akkorde. Sund zeigt seine beachtliche Virtuosität auf der akustischen Gitarre – spielen können sie alle, aber das Solieren wird maßlos übertrieben. Stringenz ist dieser Band völlig fremd, scheinbar ziellos fließt alles dahin. Jazz für Meditation? Nein. Musik für Massagen (statt dem dort üblichen Gesäusel und Gezirpe). (tjk)



Siehe auch:
Acoustic Sense & Glas
John Sund

Sund · Shashank · Phalgun


 Acoustic Sense: Absorption

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Acoustic Sense & Glas: Reaching Out
(2014, Gateway Music AJSCD-03 ) - Grenzgänger

Eigentlich verwehren wir uns ja ein wenig gegen eine saubere Unterteilung in Genres und Crossover bzw. Fusion. Soll man denn auch ins Crossover-Fach alles reinwerfen, was sonst nirgends richtig reinpasst? Ist Fusion nicht ohnehin ein Begriff, der aus den Siebzigern so stark geprägt ist, dass man dagegen als Schreiberling nicht ankommt? Hier allerdings passt beim besten Willen keine unserer Schubladen, »Crossover« wäre die beste Wahl, auch wenn es um die Wahl des Herkunftslandes geht.

Bandleader und Komponist John Sund stammt jedenfalls aus Dänemark, und die Platte wurde im Kopenhagener Studio »The Village« aufgenommen. Damit wären die Eindeutigkeiten aber bereits erschöpft. Die Band Acoustic Sense, die der Gitarrist Sund mit Morten Lundsby (kb), John Ehde (vc) und dem Ghanaer Ayi Solomon (perc) führt, besteht seit 2002. Rhythmus spielt bei ihnen eine ziemlich wesentliche Rolle, speziell was Einflüsse afrikanischer Musik betrifft. Doch hier kommen erstens Gäste an Klarinette und Vibrafon sowie ein Schlagzeuger aus Kuba zum Ensemble; und zweitens – und entscheidender – ein weibliches Gesangsseptett, das Sund 2011 per Empfehlung »entdeckte« und das eine ganz ungewöhnliche Farbe mitbringt. Normalerweise singen die Damen (drei Sopranistinnen und je zwei Stimmen im Mezzosopran und Kontra-Alt) a cappella, doch im Zusammenspiel mit dem Instrumentalseptett ergibt sich ein Ensemble, wie man es wohl nie zuvor zu Gehör bekommen hat.

Ursprünglich wollte Sund, dass die Sängerinnen komplett textlos singen, doch schließlich ergab sich, dass einige Texte ideal zum Thema des Albums, des »wundersamen Zaubers« unseres Planeten, der uns prägenden Natur und des größeren Geistes passten. Was der Komponist hier ausgefuchst hat, klingt frisch und zeitlos zugleich, eine Art mit afrikanischer Rhythmik durchsetzter Jazz, traditionelle Elemente aus Süd und Nord(europa) und sich assoziativ abzeichnende Anmutungen Alter Musik. An einem Punkt dürfen die Damen auch mal schrill und geräuschhaft werden. Komplex, ambitioniert, faszinierend und reich. (ijb)



Siehe auch:
Acoustic Sense
Sund · Shashank · Phalgun

John Ehde

Morten Lundsby


 Acoustic Sense & Glas: Reaching Out

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