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Lange Rezensionen 1011 - 1020 von 1059 im Genre »Jazz« (insgesamt 1698)

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Ulf Wakenius: Vagabond
(2012, ACT /Contraire ACT9523-2 ) - Schweden

Aus aller Herren Länder holt sich Ulf Wakenius Inspirationen und bastelt daraus eine schöne Klänge- und Bildersammlung. Mit ausschließlich akustischen Gitarren (nebst Oud) und Lars Danielsson (b, cello), dazu ein bißchen Percussion und Stimme, aber vor allem mit Vincent Peirani: Der Akkordeonist ist mit flinken Fingern und blindem Verständnis kongenialer Partner, ebenso präsent wie Wakenius. Häufig übernimmt Peirani die Führung, über die dann Wakenius feurige Linien fliegen lässt.

Das Titelstück klingt nach Vorderasien, auch »Bretagne« und »Breakfast In Baghdad« entführen den Hörer zu musikalischen Abenteuern. Neben Kompositionen von Wakenius und Danielsson passen sich Stücke von Attila Zoller und Lyle Mays wunderbar ein. Im Großen und Ganzen ist das ein feines und in sich stimmiges Werk, doch die Begeisterung über weite Strecken wird getrübt von ein paar Wermutstropfen: Jim Peppers Hymne »Witchi Tai-To« verliert durch die fehlende Refrain-Melodie viel Faszination, Wakenius' Indianer-Gesang hilft auch nicht. Gar nicht in das Album passt »Message In A Bottle« von Police, das hier mit Gastsängerin Youn Sun Nah zwar recht eigenständig (und gut!) daher kommt, aber wohl doch nur von der Plattenfirma als Marketing-Gag auf die Scheibe gemogelt wurde. (tjk)



Mehr CDs von Ulf Wakenius



Siehe auch:
Lars Danielsson
Niels-Henning Ørsted Pedersen, Ulf Wakenius, Jonas Johansen

Youn Sun Nah

Jesper Bodilsen


Ulf Wakenius: Vagabond

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Wako: Modes for All Eternity (Wako & Oslo Strings)
(2017, AMP Music & Records AT014 ) - Norwegen

Mit dem Albumtitel »MODES FOR ALL ETERNITY« legt der norwegische Jazzkomponist Martin Myhre Olsen die Ambitionslatte seines ersten eigenen Albums ganz schön hoch. Zuvor konnte man den Saxofonisten auf Alben der Bands Rønnings Jazzmaskin, Megalodon Collective und in Dan Peter Sundlands Elevenette-Ensemble hören. Er sagt, dass ihm daran gelegen sei, mit seinem Quartett Wako, das hier um drei Streicherinnen der Oslo Strings zum Septett erweitert wird, »alle individuellen Stimmen zu einem einzigartigen Ensembleklang zu integrieren«. Jeder Einzelne solle aktives Mitglied der Gruppe sein. Und für diese Aufgabe hat er sich sowohl an der Kammermusik von Messiaen und Strawinsky als auch an zeitgenössischen Improvisationsensembles wie dem von Christian Wallumrød orientiert.

Und ja, die hochgesteckten Ziele kann die Truppe scheinbar mühelos erfüllen, so dass jede/r Mitmusiker/in genannt werden darf: Pianist Kjetil André Mulelid, Bassist Bárður Reinert Poulsen und Schlagzeuger Simon Olderskog Albertsen, letztere auch im Epsen Berg Trio aktiv, sowie Kaja Constance Rogers an der Violine, Isa Caroline Holmesland an der Viola und Kaja Fjellberg Pettersen am Cello. Bei einem Stück, »Rejoice« dem letzten der Titelsuite, gastiert zudem Trompeter Erik Kimestad Pedersen. Die zehn Kapitel des Albums bieten bestechend und eigenwillig improvisierte Solopassagen und eine vielschichtig und vielseitig komponierte Ensembleleistung, die souverän zwischen Jazz und Kammermusik changiert. (ijb)



Mehr CDs von Wako



Siehe auch:
MMO-Ensemble
Megalodon Collective

Dan Peter Sundland ‎– Elevenette

Rønnings Jazzmaskin


 Wako: Modes for All Eternity (Wako & Oslo Strings)

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Waldemar 4: The Buoy and the Sea
(2020, AMP Music & Records AT062 ) - Norwegen

Dem dänischen König Waldemar IV (1321-1375) wird bei Wikipedia nachgesagt, er sei ein kluger Herrscher mit einem sicheren Instinkt für Politik und Wirtschaft gewesen. Zunächst scheint es im Amtsverständnis des norwegischen Bassisten Trygve Waldemar Fiskes zu liegen, dieser royalen Tradition zu folgen, indem er – ganz monarchisch – nach sage und schreibe 20 Sekunden des ersten Titels zu einem einminütigen Bass-Solo ausholt, als wollte er erst mal zeigen, wer hier das Sagen hat.

Doch beim weiteren Hören wird schnell klar, dass Waldemar 4 auf einer durch und durch freiheitlich-(basis)demokratischen Grundordnung beruht, in welcher der Namensgeber allenfalls als Primus inter Pares fungiert. Mit André Roligheten, Håvard Wiik und Erik Nylander hat er dabei eine All-Star-Truppe an seiner Seite, die mit solchen Freiheitsgraden umzugehen weiß und wie weiland Waldemar mit sicheren Instinkten ausgestattet ist – für Tempo und Timing zum Beispiel. Und so bleibt mir nur, die treffenden Worte meines geschätzten Rezensenten-Kollegen zum Vorgänger-Album zu bekräftigen: Mit einem teils recht sperrigen und gerade deshalb interessanten All-inclusive-vier-Sterne-Post-Bop-Quartet hat man es hier zu tun, das es einem nicht immer leicht macht und auf das man sich einlassen muss, bei dem es dann aber viele Entdeckungen zu machen gibt. (stv)



Mehr CDs von Waldemar 4



Siehe auch:
John Pål Inderberg Trio mit Trygve Waldemar Fiske
Håvard Wiik & Atomic

André Roligheten & Albatrosh

Erik Nylander & Kobert


 Waldemar 4: The Buoy and the Sea

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Karoline Wallace: Lang Vinter
(2019, Øra Fonogram OF145 ) - Norwegen

Sind wir hier vielleicht unversehens ins Land der Schneekönigin geraten? Die junge norwegische Sängerin und Komponistin Karoline Wallace legt mit »LANG VINTER« ihr Debütalbum vor. Die Absolventin der Jazz-Abteilung an der Grieg-Akademie in Bergen überzeugt mit selbstbewusstem Understatement und bewegt sich souverän in den Grenzlanden zwischen Jazz, Folk und sogar ein wenig Pop. Die ruhigen und zarten Songs sind im harten Winter 2018 entstanden. Die Welt kommt hier fast unmerklich zum Stillstand, wenn Karoline Wallace mit ihrer hellen, anmutigen Stimme die Schneeflocken tanzen lässt. Und das tut sie erfreulicherweise völlig kitschfrei! Hochkarätig unterstützt wird Wallace von acht Musikern aus der norwegischen Jazz- und Folkszene, darunter Mitglieder von Hullyboo und Skadedyr und ihrer eigenen Band Molescules. Und jeder darf natürlich mit Solos glänzen.

Auch an dunklen und klirrend kalten Tagen lässt sich Karoline Wallace ihre Verspieltheit und feine Beobachtungsgabe nicht nehmen! Das klassisch arrangierte »Nå Skal Det Faen Bli Vår« (Verdammt, der Frühling muss doch endlich kommen!) ist keineswegs ein wütender Aufschrei, sondern eine leise lächelnde Meditation über die Ungeduld. Und im verträumten »Messi« outet sie sich als Fan des argentinischen Fußballstars und setzt ihm ein musikalisches Denkmal voller ruhiger Schönheit. Kleiner Albumhöhepunkt ist das warm leuchtende »Samai«, wo Pianist Kjetil Jerve glänzen dar und sie mit orientalischen Einflüssen flirtet. Da geht doch eine strahlende Wintersonne auf! (emv)



Siehe auch:
Silent Fires
Skadedyr

Kjetil Jerve

Hullyboo


Karoline Wallace: Lang Vinter

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Bengt Arne Wallin: The Birth And Rebirth Of Swedish Folk Jazz
(1998, ACT /Contraire 9254-2 ) - Schweden

Mit dem 1962 eingespielten »OLD FOLKLORE IN SWEDISH MODERN« schlug Wallin als einer der ersten westeuropäischen Musiker eine Brücke zwischen (sinfonischer) Jazz-Tradition und Folklore. Damit etablierte er einen Stil, der besonders in Skandinavien weiter entwickelt und bis heute gepflegt wird (siehe auch Jazztrends).

35 Jahre später nahm der 1926 geborene Trompeter diese Musik dann mit dem Jazz Baltica Ensemble neu auf - mit einem Ensemble, das hinsichtlich der Personenzahl nur noch halb so mächtig war, dafür aber Meister wie Nils Landgren oder Bugge Wesseltoft einbezog. Die vorliegende Doppel-CD präsentiert das historische Material und die Neueinspielung Seite an Seite und lässt daher hochspannende Vergleiche zu: Sinfonischer Jazz, der Welten und Generationen verband und verbindet. (peb)



Siehe auch:
Nils Landgren
Esbjörn Svensson Trio


Bengt Arne Wallin: The Birth And Rebirth Of Swedish Folk Jazz

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Per Henrik Wallin & Sven-Åke Johansson: 1974-2004
( 4 CDs, 2011, Umlaut Records UMLÅDA1 ) - Schweden

»Schwedens Klaviergigant, spielt viel und alles aber auf seine spezielle Weise.« Das schrieb Sven-Åke Johansson unter eine Zeichnung, die er von Per Henrik Wallin anfertigte. Sagen wir mal: Dem ist nichts hinzuzufügen. Nun wird sich heutzutage jeder wundern: »Per Henrik Wallin? Nie gehört.« Für (nicht nur) die junge Generation der Jazzmusiker, die jüngst das schwedische Drittel des länderübergreifenden Labels Umlaut gestaltet, scheint der 1946 geborene Pianist ein unschätzbarer Einfluss, eine Institution zu sein. Das betonen jedenfalls die ausführlichen Liner Notes dieses 4-CD-Boxsets. Kontrabassist Joel Grip schreibt: »Per Henrik lebte aus sich heraus. Seine feurige Musik erreicht den Hörer als geworfene Textblöcke. Die Musik spricht - das System kritisierend - und fragt mit Selbstbewusstsein: Wer bist du überhaupt?«

Nun verspricht der Titel der Box ein wenig mehr als die vier CDs letztlich einlösen: Diese Aufnahmen mit Wallin und Johansson entstanden jeweils im November 1974 (ein Stück), 1975 (drei) und 1986 (Wiederveröffentlichung des Konzert-Doppelabums »Magnetische Hunde«, gut 80 Minuten lang), sowie im April 2004 (zwei Stücke), ein Jahr vor Wallins frühem Tod. Klanglich sind sie zu weiten Teilen etwas mau, doch das tut der Musik wenig Abbruch. Die ältesten Aufnahmen sind künstlerisch wohl die interessantesten, neben den auf der mit 26 Minuten recht kurzen 2004-CD (die einzigen in Schweden eingespielten Stücke der Box). Zumeist hören wir hier nur Piano und Schlagzeug, hin und wieder ergänzt durch Johanssons etwas bizarre Art des Gesangs, der einige Hörer womöglich ein wenig verschreckt. Dies gilt vor allem für die »Magnetischen Hunde«.

Wallin wurde, nach einem Autounfall viele Jahre gelähmt, vor seinem Tod noch mit einigen Preisen geehrt. Gerade weil er hierzulande kaum bekannt ist, lohnt es, seinen eigenwilligen, expressiven, körperlichen Stil des Klavierspiels kennenzulernen. Im Duo mit seinem Kindheitsfreund Johansson, der seit 1968 in Berlin lebt, heute knapp siebzigjährig, spürt man eine intuitive Nähe und Unangepasstheit, welche beeindrucken. Dass dies der beste Einstieg ins Werk der beiden Schweden ist, darf allerdings in Frage gestellt werden. (ijb)



Siehe auch:
Mats Gustafsson
Sven-Åke Johansson

Joel Grip

Johansson, Greve, Rosenbaum


Per Henrik Wallin: 1974-2004

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Christian Wallumrød & Trio: No Birch
(2003, ECM /Universal 537.344-2 ) - Norwegen

Hört man einige Takte dieses Albums, wird man – ob man will oder nicht – von einer gewissen Ruhe ergriffen. Man wird langsamer in den Bewegungen, atmet tiefer durch, und es kann vorkommen, dass man sich einfach ans Fenster setzt und hinaus in die Welt blickt, die einem nun ruhiger, friedvoller, ergebener vorkommt.

Gewiss kann man die Musik, getragen vom sanften Trompetenspiel Arve Henriksens, dem schlichten Piano des Christian Wallumrød und der hingebungsvollen Percussion Hans-Kristian Kjos Sørensens, im Religiösen verorten – religiös nicht unbedingt im kirchlichen Sinne, sowie sie auch nicht meditativ ist, wenn man dabei allein an Reismatten und Klangschalen denkt, die glatzköpfige Mönchen zum Schwingen bringen. Das alles sind nur Hilfsvokabeln, die kaum vermögen, den ganz eigenen Kern der Ruhe und der doch immer vorhandenen Spannung zu beschreiben, die in und mit der Musik schwebt. (frk)



Siehe auch:
Christian Wallumrød Ensemble
Arve Henriksen

Sidsel Endresen, Christian Wallumrød & Helge Sten

Audun Kleive


Christian Wallumrød: No Birch

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Christian Wallumrød & Ensemble: Outstairs
(2013, ECM /Universal ECM 2289 ) - Norwegen

Dass Christian Wallumrød international bislang nicht die Bekanntheit vieler anderer (norwegischer) ECM-Musiker oder seiner jüngeren Schwester Susanna zuteil wurde, lässt sich vielleicht am ehesten damit erklären, dass der Stil, den er über die fünfzehn Jahre seit seinem Debüt immer weiter ausgefeilt und zur Meisterschaft verfeinert hat, so gänzlich ungreifbar und so flüchtig sensibel wie seine Kompositionen zwischen mehreren Genres wandeln, ohne sich jemals auf eine dieser Seiten zu schlagen. Seit dem famosen Trioalbum »NO BIRCH« als zum Aufnahmezeitpunkt 25-Jähriger spielte Pianist Wallumrød unter der Produzentenhand Manfred Eichers und mit stets wechselnden Ensembles ein halbes Dutzend Alben ein, von denen eins reichhaltiger und wundersamer als das andere ist.

»OUTSTAIRS« macht da keine Ausnahme. Einziger fixer Partner bleibt Schlagzeuger und Vibrafonist Per Oddvar Johansen. Mit Saxofonist Espen Reinertsen steckt nun das eigenwillige Bläserduo Streifenjunko (Trompeter Eivind Lønning ersetzte bereits zuletzt Arve Henriksen) gemeinsam im derzeit als Sextett aktiven Ensemble. Am Cello kam außerdem Tove Törngren für Tanja Orning. Vervollständigt wird die Gruppe nach wie vor von Gjermund Larsen, der die Position an Violine, Hardangergeige und Viola ab dem Album »The Zoo is far« von Nils Økland übernahm.

Wie gehabt komponiert Wallumrød keine Lieder, die Jazzstandards sein wollen, sondern feingliedrige, oftmals gar fragile Stücke, die ebenso gut als »Neue Musik« in der ECM New Series erscheinen könnten. Aus der Stille entstehen immer wieder vorsichtige Melodien, die stets andere Wege nehmen, als man das erahnen könnte. Jedes Instrument bekommt klanglich wie kreativ seinen eigenen Raum; in diesem Ensemble scheint es keine Tutti oder Soli zu geben, allein einen eindringlich dahingleitenden Fluss lyrisch-melodischer Stimmungen.

Zum prototypischen ECM-Projekt wird Wallumrøds Ensemble aber auch durch die wahrlich Grenzen sprengende Stilistik, die sich gleichermaßen aus der Kammermusik des 20. Jahrhunderts (Feldman, Cage, Kurtág...), norwegischer Folklore und sogar »Alter« bzw. kirchlicher Musik speist. »OUTSTAIRS« schreibt mit Leichtigkeit und doch emotionaler Intensität Wallumrøds exzellentes ECM-Gesamtwerk (inkl. dem kongenialen Quartett Dans les arbres) fort. (ijb)



Mehr CDs von Christian Wallumrød & Ensemble



Siehe auch:
Streifenjunko
Gjermund Larsen

Dans les arbres

Koboku Senjû


Christian Wallumrød: Outstairs

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Julian & Roman Wasserfuhr: Upgraded In Gothenburg
(2009, ACT /Contraire 9488-2 ) - Grenzgänger

Das Star-Brüderpaar aus Deutschland, Trompeter Julian und Pianist Roman: der eine von der Fachpresse vor wenigen Jahren bereits als »neuer Chet Baker« gefeiert, der andere eher Komponist und Strippenzieher im Hintergrund. Natürlich ergriffen sie die Chance, bei einem großen Label zu unterschreiben und eine Aufnahme-Session mit einer CD zu krönen.

Der große Bassist Lars Danielsson und Anders Kjellberg, gleichfalls renommierter Drummer, waren die Partner, organisiert hat das Ganze Nils Landgren. Die Quartett-Aufnahmen wissen zu gefallen; die Schweden grooven, swingen und begleiten subtil, Roman ebenso, und Julian spielt bezaubernd schön, kann aber auch zupacken. Es fällt die Konzentration der beiden auf das Wesentliche auf; sie agieren klar und schnörkellos. Die Stücke von den Brüdern und Danielsson passen auch. Allerdings war wohl die Studiotür nicht zu, und so wehte die Marketing-Abteilung Gäste herein: Tenorist Magnus Lindgren fällt positiv auf, Nils Landgrens Posaune darf natürlich nicht fehlen und fällt kaum auf – aber dann kam auch noch Sängerin Ida Sand. Ihre beiden »ordentlichen« Stücke passen prima auf ihre eigene nächste CD, fallen aber als eher Pop-orientiert völlig aus dem jazzigen Rahmen der Brüder Wasserfuhr. Beim Grönemeyer-Cover »Airplanes In My Head« da sei die Frage erlaubt: Wer braucht das, verkauft man deswegen mehr CDs?

P.S.: Kurz vor den Aufnahmen in Göteborg waren die Brüder Wasserfuhr mit zwei weiteren Youngsters des deutschen Jazz auf Tour: Robert Landfermann (b) und Jonas Burgwinkel (dr). Dieses Dream Team erscheint wesentlich spannender als die »Schweden-Connection«. Für Julian und Roman Wasserfuhr erscheint Göteborg musikalisch also wenn schon nicht als Downgrade, so doch als nur kleiner Upgrade. (tjk)



Siehe auch:
Lars Danielsson
Nils Landgren

Ida Sand


Julian & Roman Wasserfuhr: Upgraded In Gothenburg

Offizielle Website

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Welo/Welo Quartet: Harvest Time
(2019, Losen Records /In-Akustik LOS234-2 ) - Norwegen

Man kann von diesem Album durchaus eine Verbindung zu jenem »musikalischen Rechenfehler« mit dem Titel »1+1=3« ziehen, der ebenfalls aus dem Hause Losen stammt und den wir erst neulich besprachen. Hierbei unternahm das diensthabende Trio (Fredrik Sahlander, Geir Åge Johnsen und Bernt Moen) den Versuch, Klassiker des Jazz in einem neuen, renovierten Sound erstrahlen zu lassen.

Das Welo/Welo Quartet geht nun genau den umgekehrten Weg: Es spielt fast ausschließlich Eigenkompositionen. Diese klingen aber so, als seien sie als gut abgehangene Standards geradewegs dem Real Book entsprungen. Das ist es dann aber auch schon. Den beiden Welos – es handelt sich dabei um den Pianisten Tor und seinen Saxofon spielenden Sohn Ola – gelingt es nicht, dieser Musik etwas Eigenes oder gar Einzigartiges anzuheften. Auch die beiden übrigen Mitspieler, Lars Tormod Jenset am Bass und Martin Wister am Schlagzeug – mithin gestandene Studio-Profis – schaffen das bei allen handwerklichen Fähigkeiten nicht. Wer sich beispielsweise mit den Saxofonisten-Protagonisten dieses Genres befasst hat, exemplarisch sei der frühe Joshua Redman genannt, der hat das alles leider schon x-fach gehört. (stv)



Siehe auch:
Fredrik Sahlander, Geir Åge Johnsen, Bernt Moen
Espen Eriksen Trio

Niels Lyhne Løkkegaard


 Welo/Welo Quartet: Harvest Time

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