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Lange Rezensionen 1051 - 1060 von 1062 im Genre »Jazz« (insgesamt 1704)

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Zeitkratzer & Mariam Wallentin: The Shape of Jazz to come
(2020, Eigenverlag /Bocian zeitkratzer zkr0025 ) - Grenzgänger

Das Cover nennt zwar nur die Band als Interpret, auf der Webseite und in der Promotion wird allerdings von »zeitkratzer & Mariam Wallentin« geschrieben; zudem darf die schwedische Sängerin allein das Covermotiv abgeben. Die in Berlin beheimatete Band (die ihren Namen derzeit zur Abwechslung in coolen kleinbuchstaben vermarktet) mit internationaler und wechselnder Besetzung ist immer für Überraschungen gut, und so wundert man sich auch nur kurz, wenn – nach den vorhergehenden, rein akustischen Gesamtneueinspielungen radikaler Albumklassiker (»METAL MACHINE MUSIC«, »KRAFTWERK 1« und »2«) – »THE SHAPE OF JAZZ TO COME« keine Neuinterpretation von Ornette Colemans Klassiker aus dem Jahr 1959 bietet. Jazz aber wird hier durchaus geboten, die Besetzung aus neun Instrumentalist/innen, darunter SPUNK-Hornistin Hild Sofie Tafjord, Saxofonist Hayden Chisholm und Posaunist Hilary Jeffery, plus Sängerin Mariam Wallentin spielte diese eigens zusammengestellte Suite aus Kompositionen von Geri Allen über Abel Meeropol alias Lewis Allan (»Strange Fruit«) bis hin zu Rodgers & Harts »My Funny Valentine« live im September 2018 beim Festival Sacrum Profanum in Krakau.

Reinhold Friedl, der Klavier bei Alexander von Schlippenbach studierte, ist als Chef von Zeitkratzer nur primus inter pares, wobei man fairerweise vielleicht doch sagen muss, dass Mariam Wallentin mit ihrer emotionalen und wendigen Brillanz den Laden mehr als zusammenhält, die instrumental hervorragend arrangierten und abwechslungsreichen sieben Stücke sozusagen veredelt und vollendet. Das Album beginnt mit Richard Muhal Abrams' »Bird Song«, in dem die Musiker allesamt zu Vögeln werden und, tatsächlich auch im Coleman'schen Sinne von Avantgarde, die diese schräge Welt über eine knappe Viertelstunde hinweg entwickeln – bevor sie sich danach rückhaltlos der kaum wenig heiteren Dixieland-Nummer »Struttin' with Some Barbecue« widmen. Und zwischen diesen Polen spielt sich das gesamte, rund 40 Minuten kurze Programm der CD ab; ein (leider) wieder hochaktuelles »Strange Fruit« wird mit einer enervierend quietschenden Violine aufgeladen und zugleich nicht seiner bewegenden Intimität beraubt, »Drummer Song« hingegen knüpft an die aufregende Free-Jazz-Tradition an, und auch hier ist wieder Mariam Wallentin die verdichtende Stimme im Ensemble. Anzunehmen ist, dass in dem Konzert mehr als diese sieben Stücke gespielt wurden, die entweder im Sinne einer Verdichtung weg gelassen wurden oder in Form einer Nachfolge-CD veröffentlicht werden. Selten nur hört man das Publikum, manchmal (speziell in den ersten 15 Minuten) aber etwas stark den Raum, doch die gesamte Aufnahme profitiert ungemein von der Energie einer Konzert-Performance. (ijb)



Siehe auch:
Mariam The Believer
Lemur + Reinhold Friedl

Fire! Orchestra

Hild Sofie Tafjord


 Zeitkratzer & Mariam Wallentin: The Shape of Jazz to come

Offizielle Website

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ZetaBoo: ZetaBoo
(1997, Texicalli Records TEXCD 004 ) - Finnland

Wunderbar! Es gibt CDs, die einen von der ersten Sekunde packen und nie, nie wieder los lassen, die einem im Ohr bleiben und im Gedächtnis herumschwirren, auch wenn man sie mal 3 oder 4 Jahre nicht hört – der Erstling von Zeta Boo ist genau eine dieser wenigen Werke.

Fast eine finnische All Star-Band: Gitarrist Jarmo Saari frickelt nebenbei auch noch an Tasten und Sequencer, Pekka Lehti und Marko Timonen erweisen sich wie auch bei Värttinä als ungemein groovendes Rhythmusduo und machen aus einfachen Beats polyrhythmische Abenteuer, dazu die grandiose Anna-Mari Kähärä, die sowohl mit Akkordeon wie mit Stimme (nicht Gesang, sondern Stimme!) strahlt. Musikalisch kreist die Musik (hauptsächlich aus der Feder Saaris) um Folk, Jazz, Pop – und ist aber nichts von alledem, sondern eine ganz eigene Melange, als hätten Zeta Boo den Milchkaffee neu erfunden. Feine Soli, ein traumhafter Flow, ein heiterer Optimismus strömt aus dieser Musik, die bei aller Raffinesse auch Melodielinien (»Bo-Ta-Zee!«) hervorzaubert, die man nie wieder vergisst. Wunderbar! (tjk)



Mehr CDs von ZetaBoo



Siehe auch:
Pekka Lehti
Värttinä

How Many Sisters

Pekka Kuusisto


 ZetaBoo: ZetaBoo

Offizielle Website

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Monica Zetterlund: Waltz For Debby (With Bill Evens)
(1964, West Wind WW 2092 ) - Schweden

Monica Zetterlund war die erste schwedische Jazz-Sängerin, die internationale Reputation erlangte; Grund dafür ist nicht zuletzt diese Aufnahme. Zurecht hochgelobt, stellt sie den Höhepunkt ihrer musikalischen (auch als Schauspielerin ist sie bekannt) Karriere dar, und auch im Werk Bill Evans' nimmt diese Platte eine Sonderstellung ein – hat dieser doch sehr wenige Aufnahmen mit Sängerinnen gemacht.

Freilich gehen alle Beteiligten mit dem Repertoire auf Nummer Sicher: nebst zwei geschmackvoll arrangierten schwedischen Volksliedern zelebriert man Standards. Vor allem »Come Rain Or Come Shine« und »It Could Happen To You« ragen heraus, und natürlich der Titelsong (»Monica Vals«, auch in schwedischer Sprache!). Bill Evans, einer der größten Pianisten der Jazz-Geschichte und zu Zeiten der Aufnahme gesundheitlich angeschlagen, spielt wunderbar subtil und einfühlsam. Larry Bunker rührt behutsam die Besen, Bassist Chuck Israels begleitet mit offenen Ohren und einigen schönen Soli. Monica Zetterlund selbst singt mit klarer, schnörkelloser Stimme, erinnert gelegentlich an Anita O'Day oder Blossom Dearie, und sie ist richtig gut. Eine schöne, gute, bedeutende Platte. (tjk)



Mehr CDs von Monica Zetterlund

Monica Zetterlund: Waltz For Debby (With Bill Evens)

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Jesper Zeuthen / & Jacob Anderskov / Anders Vestergaard: Out of the Spectacle
(2018, ILK /Orchard ILK283LP ) - Dänemark

Parallel zu Jacob Anderskovs »Kinetics«-Trio-LP »MYSTERIES« veröffentlicht sein Hauslabel ILK ein weiteres Livealbum im Trio mit demselben Schlagzeuger, Anders Vestergaard, aber statt Bassist Adam Pultz Melbye hören wir hier Jesper Zeuthen. Der Saxofonist ist hierzulande erstaunlicherweise kein household name, obwohl der 1949 Geborene in seiner Heimat Dänemark seit den Sechzigerjahren bekannt ist, damals mit der Jazzrockgruppe Blue Sun. Ab 1981 gehörte er fast zwanzig Jahre lang zu Pierre Dørges New Jungle Orchestra, bevor er in den letzten Jahren unter anderem mit Jakob Bro und in Jacob Anderskovs Gruppe Anderskov Accident spielte. Das vierzigminütige, frei improvisierte Set, das ihre LP »OUT OF THE SPECTACLE« bietet, wurde im Juli 2017 in der Kopenhagener Konzertkirche beim Jazzfestival mitgeschnitten.

Wie auf »MYSTERIES« führt der wagemutige Pianist auch hier eine freigeistige, sich die richtigen gestalterischen Freiheiten herausnehmende Gruppe dreier gleichberechtigt auftretender Jazzmusiker durch lange Improvisationen, die ebenso melodische wie perkussive als auch abstrakte Passagen gewandt durchqueren, oftmals auch schöne Querverbindungen schaffend, und sie tun dies ebenso traditionsbewusst wie gegenwärtig. Zumeist geht es schwungvoll zur Sache, ohne wild und allzu freejazzig zu werden. Auf der B-Seite dominieren dann bedachtere Töne, mehr Mut zu Geheimnis und Traumbildern, könnte man in Anlehnung an »MYSTERIES« treffend sagen. Ihre erzählerischen Strukturen sind nicht vordergründig, aber umso vielschichtiger, und es lohnt besonders, das Album bewusst wie ein Konzert am Stück zu hören. (ijb)



Siehe auch:
Jacob Anderskov & Anders Vestergaard
Anders Vestergaard & Finn Loxbo

Pierre Dørge New Jungle Orchestra

ZAKS (Zeuthen, Anderskov, Kielsgaard & Skovbakke)


Jesper Zeuthen /: Out of the Spectacle

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Lennart Åberg & Norrbotten Big Band: Up North
(2007, Caprice Records CAP 21766 ) - Schweden

Die Aufnahmen für diese CD entstanden 2001, die Idee dazu und die Kompositionen sind jedoch schon älter und fußen auf einer Begegnung des schwedischen Tenor- und Sopransaxophonisten Lennart Åberg mit dem amerikanischen Posaunisten und Big Band-Komponisten und -Arrangeur Bob Brookmeyer 1984. In den folgenden Jahren schrieb Brookmeyer ein Werk für Åberg, die »Suite for Soprano Saxophone and 16 Players«. Dazu kommt noch Åbergs Suite »In The Tradition« sowie vier Miniaturen von Intros dafür, lediglich für Sopransax und Piano (Daniel Karlsson).

»In The Tradition« ist keineswegs altbacken, sondern durchaus moderne Big Band-Musik und besteht aus dem 18-minütigen »Straycats« mit Soli von Tim Hagans (tp), Karlsson und Åberg sowie dem »NBBBlues«, dem Nils Landgren (tb) und Ed Soph (dr) Höhepunkte verleihen. Brookmeyers Suite bietet viele feine Bläsersätze und Flächen für Åbergs solistische Exkursionen; zudem zeigt Jukkis Uotila sein Können am Schlagzeug. Die Norbotten Big Band ist prächtig zusammen – es sind ja auch einige Könner im Line-Up zu entdecken. Es hat sich also gelohnt, diese Aufnahmen doch noch zu veröffentlichen. (tjk)



Siehe auch:
Nils Landgren
Don Cherry, Lennart Åberg, Bobo Stenson

Ed Thigpen


Lennart Åberg: Up North

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Ola Åkerman: All Together Now
(2007, Calibrated /Leicom CAL 022 ) - Schweden

»Jedes der zehn Lieder auf dem Album wurde von Akerman komponiert und zeichnet sich durch Einfachheit, Evokation und Eingängigkeit aus.« Vielen Dank, liebes Presseinfo, ohne Dich wären wir in etwa so hilflos wie die Kripo ohne XY. Und noch mal: »Das Material der Stücke reicht vom stürmisch Wilden bis zum Ruhigen, Erhabenen und Milden.« Ach so, ja danke auch.

Der schwedische Posaunist Ola Åkerman lebt in Malmö, verbringt aber viel Zeit in Dänemark, daher auch seine Wahl der Mitmusiker: Daniel Franck (b) und Anders Mogensen (dr) grooven und swingen solide und angenehm, Pianist Kasper Villaume wäre ohnehin der Star dieser CD, hielte er sich nicht so arg zurück. Åkerman selbst ist sicherlich kein schlechter, weder als Komponist (s.o.) noch als Posaunist, wobei er stilistisch ohne Powerplay à la Ray Anderson, Witz à la Steve Turre und unverkennbare persönliche Note à la Marty Cook auskommt; er steht eher in der Tradition von Curtis Fuller – also blitzsauberes, treffsicheres Bebop-Posaunenspiel. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Moment, das Presseinfo weiß noch was: »Außerdem haben alle Stücke dieses Albums dieses starke Jazzgefühl und den fantastischen Flow gemein, was in jeder Note zu spüren ist.« (tjk)



Siehe auch:
Kasper Villaume
Daniel Franck


Ola Åkerman: All Together Now

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Andreas Öberg: Solo
(2006, Hot Club Records /Leicom HCR 182 ) - Schweden

Wenn Andreas Öberg tatsächlich ein »Monstergitarrist« ist, wie uns das Presseinfo sagen will, warum ist dieses dann gerade mal sechs (6) Zeilen lang? Zumindest hierzulande kann sich Öberg nämlich noch nicht über zuviel Bekanntheit beklagen. Beim Betrachten des Covers brachen zwei weibliche Bekannte spontan in Lachen aus ob des »unmöglichen« Outfits; innen sieht man ihn dann im ärmellosen Feinripp, mit beachtlichem Bizeps. Egal, jetzt aber schnell die CD eingelegt, wir sind doch hier nicht bei »Playgirl«! Aber warum schaut der gute Mann auf dem Cover nach unten? Schämt er sich etwa?

Muss er nicht. Und dem Hörer vergehen nach ein paar Takten sämtliche blöde Sprüche. Der Öberg hat's nämlich absolut drauf! Wieselflink gleiten die Finger über die Saiten und Bünde, spielen Basslinien, Akkorde und Melodie, dann ein Single Note-Solo, den Rest kann man automatisch mithören (auch wenn gar nicht gespielt). Da kommen Vergleiche auf mit Joe Pass, Barney Kessel und Tuck Andress, sowohl bei Technik und Virtuosität als auch beim Repertoire, das aus nicht allzu modernen Standards besteht – von »Manha De Carnaval« (ausnahmsweise mit akustischer Gitarre) bis »Gingerbread Boy« und »Doxy«: Teufel, ist das gut! Und »But Not For Me« gleich noch mal anhören: Was macht der da??? Dazu noch zwei Eigenkompositionen, und fertig ist eine musikalisch sehr ansprechende CD eines wahren Ausnahmegitarristen. (tjk)



Siehe auch:
Marian Petrescu

Andreas Öberg: Solo

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Magnus Öström: Thread Of Life
(2011, ACT /Contraire 9025-2 ) - Schweden

Die Auseinandersetzung mit Tod und Verlust hat in der Kunst nicht selten intensivste Werke hervorgebracht. Seien es Mozart, Neil Young, Patti Smith oder Musiker, deren Alben aus der Begegnung mit dem Tod gerade das Leben bejahen und umso optimistischer daherkommen, etwa Robert Forsters bewegender Abschied von seinem langjährigen Partner (»The Evangelist«) oder das vom Trio Jarrett, Peacock und DeJohnette unmittelbar nach dem Tod Miles Davis’ eingespielte »Bye Bye Blackbird«.
Magnus Öströms erstes Lebenszeichen fast drei Jahre nach dem tragischen Unfalltod seines Jugendfreundes und Triopartners Esbjörn Svensson ist irgendwo in der Mitte gelandet: Die Hälfte des ambivalent »Thread Of Life« benannten Albums bringt mit bereits laut sprechenden Titeln wie »Longing«, »Weight Of Death«, »Hymn (To The Past)« oder gar »The Haunted Thoughts And The Endless Fall« Öströms Verlusterfahrung in einer zu emotionalisierenden Sentimentalität zum Ausdruck, so dass beim Hörer nicht selten das Bedürfnis nach einem »Weniger wäre Mehr« aufkommt. Einzig »Ballad For E«, mit Dan Berglund und Pat Metheny, bringt den Mut zur Einfachheit auf.

Auf der anderen Seite gibt es locker rhythmischen Jazz wie »Piano Break Song«, wenn Öström Komplexität mit vollgestopften, ja aufgeblasenen Arrangements verwechselt. So ist das Album mit 77 Minuten deutlich zu ausufernd und lang geraten. All das ist sehr bedauerlich, denn Magnus Öström, der neben Schlagzeug und Percussion auch Elektronik, Tasteninstrumente und Gesang beisteuert, ist ein hervorragender Musiker – und findet hoffentlich mit seiner nächsten Platte (wieder) mehr zu sich. Mit »Thread Of Life« ist es ihm jedenfalls (noch) nicht gelungen, den Schock des Verlusts stimmig und künstlerisch konstruktiv zu verarbeiten.

Die traurige Ironie an diesem Tod-und-Leben-Album – wie auch an Dan Berglunds »Tonbruket« – ist freilich, dass der Verlust durch Svenssons viel zu frühen Tod dadurch umso offensichtlicher wird: Ihre letzte gemeinsame CD »Leucocyte« sagte schon schon mehr über den Tod als diese beiden Nachfolgewerke; es war zudem ein mutiger, radikaler Schritt in eine neue Richtung, die man allzu gerne weiter miterlebt hätte. Doch wie immens dieses Trio in den fünfzehn Jahren seines Bestehens fast immer die rechte Balance aus der Summe seiner drei Partner gefunden hat, offenbart sich, wenn die verbleibenden »Einzelteile« nun individuell um Perspektiven ringen. (ijb)



Siehe auch:
e.s.t.
Dan Berglund's Tonbruket

Lars Danielsson

E.S.T. Symphony


Magnus Öström: Thread Of Life

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Elin Ødegaard & Rune Klakegg: I Will Wait For You
(2000, VIA Music VCD 380 ) - Norwegen

»I WILL WAIT FOR YOU«, eine Duo-Aufnahme der Sängerin Elin Ødegaard und des Pianisten Rune Klakegg, als »Jazz« zu bezeichnen, ist gewiss nicht ganz falsch. Aber ebenso wenig trifft das wirklich ins Schwarze. Die beiden Norweger interpretieren zehn wohlbekannte Jazz-Standards in gänzlich unerwarteter Weise. Ødegaard und Klakegg ziehen die Songs gleichsam aus, entfernen den Swing, reißen Harmonien ein und bauen sie anders wieder auf – sodass oft nur die Melodie des ursprünglichen Songs bleibt. So entstehen quasi neue Lieder, die dem Kunstlied näher stehen als dem Jazz.

Diese reduzierten, ernsten Interpretationen sind sehr gewöhnungsbedürftig, »When I Fall In Love« oder »You Must Believe In Spring« hat man so bisher kaum gehört. Rune Klakegg spielt keine Note mehr als nötig, Elin Ødegaards Stimme wirkt beim ersten Hören distanziert und kühl; dieser Eindruck relativiert sich aber zunehmend. Wenn man sich darauf einlässt und nicht ständig auf Bass, Schlagzeug und »mitschnippbare« Rhythmen wartet, wird man mit sehr interessanten Versionen von »Long Ago And Far Away« oder »Once Upon A Summertime« belohnt. (tjk)



Siehe auch:
Rune Klakegg & Scheen Jazzorkester

Elin Ødegaard: I Will Wait For You

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Jørn Øien Trio: Diging In The Dark
(2010, Bolage BLGCD011 ) - Norwegen

Wenn man nicht weiß, wer Jørn Øien ist, könnte man meinen, er sei der namensgebende Schlagzeuger des Trios. Der allerdings heißt Torstein Lofthus, viel beschäftigter Drummer bei Dutzenden Bands wie Shining, Elephant9, Maria Solheim oder Torun Eriksen. Und sein scheinbar chaotisches, ungeheuer kompliziertes und doch extrem grooviges Schlagzeugspiel ist beim ersten Hören der CD einfach übermächtig.

Dann aber, wenn man die Schlagzeug-Faszination überwunden hat, tritt Jørn Øiens Klavierspiel in den Vordergrund. Er gilt als einer der besten Jazzpianisten des Landes, und das ist er wohl auch - selbst wenn er sich hier zurücknimmt und in sein Trio zurücktritt, dem noch Bassist Per Zanussi angehört. Und so ist die Musik der drei tatsächlich ein Gemeinschaftswerk rund um den wirbelnden Perkussionisten Lofthus. Aus seinem klingenden Urnebel schälen sich die Songs heraus, die zwar eindeutig "Modern" sind, aber dennoch - und das liegt an dem unverschämten Drive des Trios - spannend anzuhören wie ein Krimi. Eine Jazz-CD mit Anspruch, hohem Niveau - und ohne Star-Allüren des eigentlichen Namensgebers. (sep)



Siehe auch:
Beady Belle
Jens Fossum

Elephant9

Geir Lysne Listening Ensemble


Jørn Øien Trio: Diging In The Dark

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