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Lange Rezensionen 311 - 320 von 976 im Genre »Jazz« (insgesamt 1560)

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Hero: Prøysen – Musikken Til Dokumentaren
(2004, JazzAvdelingen jacd103 ) - Norwegen

Das norwegische Fernsehen produzierte 2014 Terje Nilsens Dokumentarfilm über Alf Prøysen, der vom Sender NRK an Weihnachten jenes Jahres ausgestrahlt wurde und wohl auf einige Begeisterung stieß. Und auch die Filmmusik, zeitgleich veröffentlicht, erfuhr viel Lob, wurde 2005 für den Edvard-Preis nominiert. Dabei ist die Musik weitaus mehr als die reine Begleitung zu den Bildern, kann hervorragend als feines Jazzalbum für sich stehen.

Komponiert und eingespielt haben die Musik der Pianist Helge Lien und der Saxofonist Rolf-Erik Nystrøm, die beide am selben Tag, am 23. April 1975 geboren wurden und ab 1999 als Duo HeRo aktiv waren. Mittlerweile schient das Projekt aufgrund der vielfältigen Aktivitäten der beiden längst nicht mehr zu bestehen; zehn Jahre später verfasste Lien gemeinsam mit Sigurd Hole »LYDEN AV PRØYSEN«, ‎eine Art Fortsetzungs-Album zum dann 100. Geburtstag des in der norwegischen Kultur als überaus wichtig und einflussreich geschätzten Autors und Musikers. Nystrøm tauchte dort als einer von vielen Mitwirkenden auf.

Im Wesentlichen handelt es sich bei diesem Album um an zwei Tagen im Juli 2014 improvisierte Musik, doch man darf davon ausgehen, dass einiges davon komponierte Züge trägt, im Hinblick auf die Verwendung im Film. Im kurzen Beihefttext erläutern die beiden, inwieweit die Gedichte Alf Prøysens sie zu den Stücken inspiriert haben; dabei geht es um das feine Verhältnis von klarer Form und untergründiger Unordnung, die mit einiger Sicherheit aus Prøysens Biografie gespeist ist. (Erst 2004 wurde öffentlich, dass der 1970 an Krebs verstorbene Autor sich auch zu Männern hingezogen fühlte.)

Helge Lien und Rolf-Erik Nystrøm beweisen sich mit dieser so sensiblen wie leidenschaftlichen Musik als große Freunde Prøysens. Und natürlich – zumal die beiden längst als international erfolgreiche Musiker bekannt sind und mit zahlreichen weiteren Kollaborationen ihre Vielseitigkeit unter Beweis gestellt haben – auch als klasse Jazzmusiker, die Lyrik und Dynamik zu verbinden wissen. (lha)



Mehr CDs von Hero



Siehe auch:
Jørn Simen Øverli & Sølvguttene
Rolf-Erik Nystrøm

Ruth Wilhelmine Meyer & Helge Lien

Rolf-Erik Nystrøm mit Poing


 Hero: Prøysen – Musikken Til Dokumentaren

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Daniel Herskedal: Slow Eastbound Train
(2015, Edition Records /Soulfood EDN1057 ) - Norwegen

Schon Herskedals Ensemblewerk »City Stories« und »Choices« mit Lochs und Balthaus waren vollkommene, große Alben. Die etwas maue CD mit Saxofonist Marius Neset dämpfte die hoch gesteckten Erwartungen dann zwar ein wenig, doch mit »SLOW EASTBOUND TRAIN« gelingt dem Tuba-Jungstar ein wieder ganz anderer, zauberhaft fantasievoller Triumph. Im Kern dreht sich die Musik des Westnorwegers hier um ein Trio mit Pianist Eyolf Dale (Albatrosh, Hayden Powell Trio) aus dem südlichen Skien und Percussionist Helge A. Norbakken (Mari Boine, Batagraf u.v.v.a.) aus dem nordnorwegischen Tromsø. Facettenreich erweitert wird das Trio durch ein 15-köpfiges Streichorchester.

Aufbauend auf dem Kosmopolitismus von »City Stories« schrieb Herskedal zehn Stücke (plus ein Mussorgsky-Arrangement) in der Schnittmenge von Nordic Jazz, westlicher und orientalischer Kammermusik (Syrien, Palästina). Zwischen ihnen setzen mit feinen Loops konstruierte Solo-Stücke von minimalistischer Poesie geschickte Ruhepunkte. Immer wieder aber schwingt sich der »langsame Zug Richtung Osten« zu großen Gesten auf, woran die TrondheimSolisten, eines von Norwegens führenden Kammer-Streichorchestern, immer wieder überraschenden Anteil haben. Mal spielen sich Kammerjazz und »Neue Klassik« dann die Bälle zu, etwa im Pizzicato-Charme von »Rainfall« oder im komplexen Call-and-Response von »Snowfall«, andernorts entführen die TrondheimSolisten Herskedals vielschichtige Melodien ins Sinfonische. Bei dem norwegischen Tubisten und Basstrompeter kommen Fantasie, brillante Technik, Emotionalität und kompositorische Reife mit Blick nach vorn zusammen wie selten. (ijb)



Mehr CDs von Daniel Herskedal



Siehe auch:
Eyolf Dale
TrondheimSolistene

Herskedal/Neset

Erik Johanessen


Daniel Herskedal: Slow Eastbound Train

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Daniel Herskedal & Marius Neset: Neck Of The Woods
(2012, Edition Records EDN 1034 ) - Norwegen

Oh, ein Duo-Album des neuen norwegischen Saxophon-Stars mit einem ebenso profilierten Tubisten – das verspricht ja einiges! Gemach, gemach: so viel Duo ist es dann doch nicht, was hier zu hören ist. Gleich im ersten Stück, nachdem auch die CD benannt ist, ertönt zu den Bläsern nämlich ein Männerchor.

Und das ist kein Irrtum, zumindest verhört sich der Hörer nicht. Auf einigen der elf Stücke sind die Svanholm Singers zugange, was der Musik insgesamt einen fast pastoralen Charakter verleiht. Nichts da – oder allenfalls wenig – mit fulminanten Tuba-Linien, mit explosiven Tenorsalven! Stattdessen eben der Chor, und die beiden Bläser spielen dazu. Oder umgekehrt, wie man’s denn empfindet. Ganz zum Schluss immerhin eine schöne Version von Abdullah Ibrahims (aka Dollar Brand) »The Wedding«. Aber da war der Chor ja wieder weg. (tjk)



Siehe auch:
Daniel Herskedal
Marius Neset

Magic Pocket


Daniel Herskedal & Marius Neset: Neck Of The Woods

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Nikolaj Hess & Etta Cameron: Etta
(2010, Stunt /Sunny Moon STUCD 09172 ) - Dänemark

Dies ist die letzte CD der großen Sängerin Etta Cameron, sie erlag am 4. März 2010 einem langen Krebsleiden. Ihr ganzes Leben stand die von den Bahamas stammende Etta Cameron tief im Gospel, tiefer als in Blues oder Jazz, sie vermochte mit Stimme und Leidenschaft zu überzeugen. Seit 1972 lebte sie in Kopenhagen, war dort nicht nur in Konzertsälen, auch in Funk und Fernsehen präsent und beliebt.

Mit Nikolaj Hess verband sie eine über 20 Jahre dauernde Zusammenarbeit, daher war es nur logisch, dass sie mit ihm und einigen handverlesenen Musikern ebensolche Stücke aufnahm – an der Grenze zwischen Gospel und populären, älteren Jazz-Standards, die ihrer dunklen, eindringlichen Stimme entgegenkommen: »What A Wonderful World«, »Summertime« und »God Bless The Child« können aber nicht überzeugen: Zu behäbig, fast statisch wirken sowohl Sängerin wie namhafte Begleitband. In dieser punkten Marilyn Mazur (dr, perc) und Palle Mikkelborg (tp), Hess und Jens Søndergaard (as) bleiben eher blass. Am besten gelungen »Love Me Or Leave Me«, »Smile« und besonders »You Are My Sunshine«, das Etta Cameron wirklich eindringlich interpretiert. (tjk)



Siehe auch:
Nikolaj Hess
Marilyn Mazur

Hess / AC / Hess Spacelab

Sissel Vera Pettersen & Nikolaj Hess


Nikolaj Hess: Etta

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Nikolaj Hess: Trio
(2012, Eigenverlag /Gateway Hess-1 ) - Dänemark

Kinder, wie die Zeit vergeht... Fünfzehn Jahre ist es schon her, seit Bob Dylan mit dem späten Meisterwerk »Time Out Of Mind« in seinen dritten Frühling eintrat. Wenn der zwischen Kopenhagen und New York pendelnde Hess sein neues Album mit dessen »Make you feel my Love« eröffnet, wird man wieder einmal gewahr, dass der Song und das dazu gehörige Album längst Klassikerstatus eingenommen haben. Doch damit nicht genug: Später interpretiert er auch noch Dylans bereits über fünfzig Jahre altes »Masters of War« - und, noch älter, Duke Ellingtons »Cottontail«. Unmissverständlich also: Nikolaj Hess steht zur Tradition, und sein Trio mit den beiden renommierten New-Yorkern Tony Scherr am Bass und Kenny Wollesen am Schlagzeug folgt durchweg einer lange gepflegten - und nach wie vor beliebten - Linie des akustischen Jazz.

Meist erfüllt Hess solche Pianotrio-Erwartungen mustergültig. »Masters of War« gewinnt er über eine lange Laufzeit spannende Aspekte ab, und kaum weniger einnehmend sind manche seiner eigenen Stücke wie »Film« oder »Kontra«. In anderen Fällen bleibt es beim gediegen ausgeführten Standard-Jazz, wohlklingend und ordentlich erledigt, aber eben auch recht arm an Überraschung und eigenen Blickwinkeln. (ijb)



Mehr CDs von Nikolaj Hess



Siehe auch:
Sissel Vera Pettersen & Nikolaj Hess
Marilyn Mazur

Hess / AC / Hess Spacelab

Mette Juul


Nikolaj Hess: Trio

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Hess / AC / Hess Spacelab: Spacelab
(2014, Gateway Music 5707471034125 ) - Dänemark

Aus unserem Nachbarland Dänemark bekommen wir regelmäßig einige der spannendsten und fantasievollsten Gruppen und Alben des zeitgenössischen Jazz in oftmals »klassischen« Besetzungen zu hören. Pianist Nikolaj Hess kennt man zwar aus bereits einigen musikalischen Konstellationen, doch anders als viele seiner Kollegen (Anderskov, Kjærgaard etc.) bleibt er vorrangig einem eingängigen, nüchternen Stil treu, und so schreibt die zweite CD seines skandinavischen Trios Hess/AC/Hess Spacelab, fünf Jahre nach dem Erstling »The Champ«, mit seinem Bruder Mikkel am Schlagzeug und Bassist Anders »AC« Christensen recht nahe der melodisch-melancholischen Linie seines letzten Albums im New Yorker Trio (»Trio«).

Streckenweise geht das soweit, dass man den Eindruck bekommt, die Melodien bereits von anderswo zu kennen, doch die neun Stücke stammen paritätisch allesamt aus der Feder der drei Mitglieder. So erweist sich »SPACELAB« trotz des progressive oder experimentelle Richtungen andeutenden Bandnamens und Albumtitels als traditionelles, wenn nicht gar altmodisches Gemeinschaftswerk, dem jeder Spieler gleichermaßen elegant gedämpfte Töne beisteuert, poetisch leise und romantisch gefühlig. (ijb)



Siehe auch:
Nikolaj Hess
Hess Is More

Hess / Cameron


 Hess / AC / Hess Spacelab: Spacelab

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Susanna Hietala: Untitled [Susanna Hietala]
( EP, 2009, Texicalli Records /Jupiter JUP 503 EP ) - Finnland

Eher zu den ernsthafteren Menschen gehört Susanna Hietala, zumindest wenn man aus ihrer Debut-EP Rückschlüsse auf ihre Persönlichkeit wagt. Mit schöner, manchmal ergreifender Altstimme und einem Klavierspiel, das sowohl klassische wie Jazz-Ausbildung (in Berklee!) verrät, präsentiert sie vier Eigenkompositionen irgendwo zwischen Erwachsenen-Pop, Kammermusik und eben Jazz. Sie gehört auch zu der A-Capella-Gruppe Club For Five.

Einer der renommiertesten Drummer der finnischen Szene, Mika Kallio, ist dabei, einige Highlights kommen vom Bassisten Tony Elgland: in »Angels In The Early Morning« streicht er sehr schön, im folgenden »The Flowers Are Gone« trumpft er eher jazzig auf. »You Won’t Forget Me« heißt der letzte Song, dafür sollte Susanna Hietala aber mal eine ganze CD nachlegen – das Talent hat sie, sowohl stimmlich wie pianistisch und kompositorisch. (tjk)



Siehe auch:
Club For Five

Susanna Hietala: Untitled [Susanna Hietala]

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Hilde Louise Orchestra: Don’t Stay For Breakfast
(2015, Grappa GRCD 4485 ) - Norwegen

Hilde Louise hat es sich in ihrer Nische nicht nur bequem gemacht, sie hat diese zu einem kleinen Paradies ausgebaut: tief, tief im Swing verwurzelt, hat sie aber hier ausschließlich eigene Songs veröffentlicht. Über Schuhe, Kaffee und ungeladene Gäste zum Frühstück. Und es swingt manchmal richtig schön altmodisch.

Die wichtigen Musiker der Vorgänger-CD sind alle noch an Bord (Atle Nymo, Anders Aarum, Jens Fossum), neben konventioneller Rhythmusgruppe hat sie eine dreiköpfige Bläsersection am Start. Die spielen geschmack- und phantasievoll. Im Zentrum steht natürlich Hilde Louise mit einer Stimme, die es nie nach Las Vegas schaffen wird - aber ist das überhaupt das Ziel? So wie sie ist, ist sie authentisch. Und viele Songs klingen ganz und gar nicht altmodisch, sind clever arrangiert und machen richtig neugierig. Ganz toll, weil zwischen Traum und Realität changierend, ist »Dream«, der folgende »Song To A Bird« hat ebenfalls magische Momente. Auch der Rausschmeißer »In Between Chairs« verlangt nach mehr. Aber wir dürfen ja nicht zum Frühstück bleiben. (tjk)



Siehe auch:
Atle Nymo
Jens Fossum


 Hilde Louise Orchestra: Don’t Stay For Breakfast

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Sid Hille & Manuel Dunkel: Time Freeze
(2009, Satnamusic CD 093 ) - Finnland

»TIME FREEZE« ist ein dreiteiliges, 31-minütiges Konzert für (Tenor-)Saxophon, Streichorchester und Percussion und steht somit auf der Schwelle zwischen Jazz und zeitgenössischer Musik. Sid Hille schrieb es für seinen langjährigen Kompagnon Manuel Dunkel, einen der führenden Saxophonisten Finnlands. Neben Dunkel sind Teppo Mäkynen (dr), Sami Koskela (perc) sowie die Bassisten Ari-Pekka (Ape) Anttila und Ahti Lassila zu hören. Hille selbst hat komponiert und arrangiert, verzichtet jedoch völlig auf das Piano.

Somit ist dieses Werk ein absolutes Feature für Manuel Dunkel, der dies in mehreren Solo-Passagen (hier auch im wörtlichen Sinne: solo) weidlich ausnutzen kann. Diese sind teilweise durchkomponiert, zumindest erwecken sie diesen Anschein durch gelegentlich etudenhafte Skalen und Kadenzen. Nach Durchschreiten dieses komponierten Raumes lotet Dunkel seine Freiheiten aus, bis sich die übrigen Instrumente wieder einfinden. Mehrere Themen ziehen sich durch das Konzert, somit werden Solist wie Hörer immer wieder auf den Boden zurückgeholt. Trotz interessanter Ansätze wirkt das Konzert nicht ganz ausgereift, Streichorchester und Saxophonsolist stehen sich doch etwas fremd gegenüber. (tjk)



Siehe auch:
Sid Hille
Manuel Dunkel im Kerkko Koskinen Orchestra

Jukka Perko & Hurmio-Orkestri

Manuel Dunkel United & Proton String Quartet


Sid Hille & Manuel Dunkel: Time Freeze

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Himlaväsen: Brothers
(1999, Feedback Records FBR308 ) - Schweden

Man mixe lebendigen R'n'Soul mit einem Hauch Miami-Vice, garniere dies mit einer Jazz-Cocktail-Kirsche und Las-Vegas-Flair in Form eines glitzernden Soul-Faltschirmchens und lasse es von einem zwölfköpfigen Blasorchester servieren. Keyboard-Riffs, Bass, hie und da ein Gitarren-Solo und ein höchst aktives Schlagzeug spielen zusammen den formvollendeten Begleiter, während der spritzige Cocktail die Kehle hinuntergleitet.

Passend zum Ambiente jubelt bei »Dutch ticket« und »Slow Ride« das während der Aufnahmen anwesende Club-Publikum. Die Nostalgie wirkt perfekt, wenn beim »Backyard Blues« Radio-Sprecher und Geräusch-Collage zusammentreffen, bevor es nach einer überraschenden Mini-Pause wieder zur Sache geht. Die sechzehn Bandmitglieder aus Göteborg mit den unterschiedlichsten Backgrounds – vom professionellen Studiomusiker bis zum Sozialarbeiter – spielen bereits seit 1978 zusammen. Das hört man ihrem abwechslungsreichen vierten Album an. (pvs)

 Himlaväsen: Brothers

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